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ORF-Generaldirektion: Schaufenster für den stärksten Medienjob

    ORF-Generaldirektion: Schaufenster für den stärksten Medienjob

    Die Zweite Republik ist bereits 81 Jahre alt, aber wenn es um die transparente und verständliche Besetzung von Spitzenpositionen im öffentlichen Dienst geht, steckt die Alpenrepublik noch in den Lehrjahren. Vielleicht nicht in der Theorie – die notwendigen Gesetze zur objektiven Stellenverteilung gibt es schon seit Jahrzehnten –, aber schon in der Praxis. Heutzutage wird die Stelle in der Regel an eine Person vergeben, die bereits von den zuständigen politischen Stellen dafür ausgewählt wurde. Ausnahmen bestätigen die Regel – und sind meist die indirekte Folge politischer Unruhen.

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    Die entscheidende Frage ist nun: Wird sich das wiederholen, wenn ein neuer ORF-Generaldirektor gewählt wird? Und was wird dann das Ergebnis dieses Umbruchs in der Politik selbst sein?

    Zum ersten Mal in der Geschichte des größten Medienunternehmens aller Zeiten findet derzeit ein Wahlkampf auf öffentlicher Bühne statt. Eine Handvoll Kandidaten, die eine realistische Chance auf den Spitzenjob haben, absolvieren die Vorstellungsgespräche einzeln und gemeinsam. Insgesamt haben sich 76 Bewerber beworben, von denen 13 es in die engere Auswahl geschafft haben, doch im Grunde haben nur vier eine echte Chance: Ex-APA-Chef Clemens Pigg, ORF-Magazinchefin Lisa Totzauer und die beiden ehemaligen Privat-TV-Manager Markus Breitnecker (ProSiebenSat.1Puls4) und Johannes Hulucher (HBO) sind alle vier – mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen – grundsätzlich für die Stelle erforderlich. hat Verdienst.

    Politik vom ORF

    Am Dienstagabend traf sich die Gruppe mit der ehemaligen ORF-Managerin Petra Hofer auf Einladung von Neos Lab bei Funkos in Wien zur kommenden Show. Was alle fünf gemeinsam hatten: Unabhängigkeit von der Politik, Glaubwürdigkeit beim Publikum, Rückgewinnung junger Zielgruppen, wirtschaftliche Stärke, eine neue Unternehmenskultur und ein regionales Programm. Der ORF befindet sich bekanntlich in seiner schwersten Krise seit dem erzwungenen Abgang von Ex-Chef Roland Weissmann.

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    „Fakten und Orientierungshilfen sind für uns alle genauso wichtig wie ein Bissen Brot“, sagte Pigg. ORF sollte die Quelle sein, bei der Sie das bekommen können. Er will wie „Bolwerk“ die Redaktion und deren Qualität schützen. Darüber hinaus bedarf es einer neuen, modernen Führungsstruktur ohne politische Beteiligung der Mitarbeiter. Auch Larcher hält es für unglaubwürdig, dass die Parteien hier ein Mitspracherecht haben. Sie will ORF-Programme, die sich an Österreich richten, verstärkt auf digitalen Plattformen wie YouTube und TikTok verbreiten. Wichtig ist auch eine klare Unterscheidung zwischen Bericht und Stellungnahme. Dass in den kommenden Jahren ein Viertel der ORF-Belegschaft in den Ruhestand gehen wird, sieht er als „fantastische Chance“ zur Verjüngung.

    Der Sparzwang erfordert neue Strukturen

    Totzauer ist davon überzeugt, dass junge Menschen nicht verloren sind: „Sie sind nicht weg, sondern auf der Plattform. Und wir können sie begeistern.“ „Kein Algorithmus der Welt“ kann die österreichischen Geschichten, den Humor und die Lebenswirklichkeiten wiedergeben. Angesichts des Spardrucks brauche Breitnecker eine neue unternehmerische Vision: „Sparen ja, aber es ist nicht alles“, sagte er. Neue Einnahmequellen müssen erschlossen werden, beispielsweise durch die gewerbliche Vermietung großer ORF-Studios. Auch europäische Streaming-Plattformen werden benötigt. Und Breitenecker distanzierte sich überraschend deutlich von der berüchtigten, unangemessenen Show „Business with Love“, die auf ATV lief: eine „schreckliche Show“.

    Alle Kandidaten wollen mit aufgeblähten Strukturen Kosten sparen. Der ORF III soll bestehen bleiben, aber nicht mehr als eigenständige GmbH firmieren, deren zwei Geschäftsführer mehr verdienen als der Generaldirektor.

    Bleibt die Frage, wer am Ende das Rennen gewinnen wird. Die übrigen 13 Kandidaten müssen von mindestens einem der 35 Vorstandsmitglieder zur Wahl vorgeschlagen werden; Eine Entscheidung fällt am 11. Juni.

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