Thoralf Hens feiert sein erstes Tor für den ETV. Foto: IMAGO/Niklas Heiden
Party mit 2000 Fans! Mit einem Fest an Toren stürmt Aimsbüttel in die Regionalliga
Mit einer beeindruckenden Leistung hat der Eimsbütteler TV einen großen Schritt in Richtung Regionalliga Nord gemacht. Nach einem 5:3 gegen den SV Todesfelde im Hoheluftstadion würde dem ETV am Sonntag im Finale gegen Blumenthal eine Niederlage von bis zu drei Toren zum Aufstieg reichen.
„Die Freude ist groß, aber es liegt noch eine Aufgabe vor uns“, sagte Aimsbüttels Doppeltorschütze Thoralf Hense nach dem Schlusspfiff und der Anzeigetafel: „Wir haben in den letzten Spielen gezeigt, dass wir als Mannschaft sehr gut zusammenarbeiten.“
Nicht nur gut – und schnell. Vor 2.046 Zuschauern startete der ETV perfekt: Nach einer Flanke von Jean Deogl konnten die Gäste den Ball nicht aus der Gefahrenzone bringen. Tom Politz (3.) nutzte dies sorgfältig und präzise, um Aimsbüttel früh in Führung zu bringen. Beinahe hätte Jasper Hölscher (8.) erhöht, doch sein Schuss ging am kurzen Eck vorbei. Zwei Minuten später glänzte Hölscher als Vorbereiter: Thoralf Hense verwandelte seinen Pass bereits nach zehn Minuten zum 2:0 – ein Traumstart für den Hamburger Vizemeister.
Blitzstart für ETV: Mbodze sorgt für das 3:0
Todesfelde erholte sich danach etwas, kam aber nur noch sporadisch in die Offensive. Die Eimsbütteler gewannen die meisten Bullys gegen die starken Gäste und erspielten sich weiterhin ihre Chancen: Max Mbodje (27.) scheiterte zunächst, doch acht Minuten später tanzte er zusammen mit Jon Pauli an Todesfelds Abwehr vorbei zum 3:0 (35.).
Ex-Profi Jan-Marc Schneider (St. Pauli, Regensburg) hätte beinahe die erste Chance der Gäste bekommen, doch in der 41. Minute geriet er in einen Hinterhalt. Die Art und Weise, wie der in der Regionalliga erfahrene ETV-Veteran Juri Marksen mit geballten Fäusten Todfelders geblockten Angriff an der Mittellinie feierte, war ein Beispiel für die Energie und Entschlossenheit, die Eimsbüttel im benachbarten Victoria-Stadion an den Tag legte.
Beide Mannschaften hatten ihr erstes Spiel gewonnen (ETV 4:1 in Egestorf, Todesfelde 2:0 gegen Blumenthal) – doch in den ersten 45 Minuten zeigte nur eine Mannschaft Siegermentalität. „Wir haben den Heimvorteil im großen Stadion wirklich ausgenutzt, Todesfelde hatte keinen Zugriff“, beurteilte ETV-Trainer Kahn Schulz die ersten 45 Minuten.
Blick Richtung Bremen – ist der Anstieg klar?
Angesichts der klaren Führung richteten sich die Augen der ETV-Fans bereits auf Bremen, wo parallel Blumenthaler SV und Egestorf-Langreder aufeinandertrafen. Ein Unentschieden oder ein Sieg der Niedersachsen würde für Aimsbüttel den vorzeitigen Aufstieg bedeuten. Zur Pause stand es 1:1.
Doch um den Aufstieg zu schaffen, war natürlich zunächst ihr Sieg nötig – und den versuchte Todesfelde im zweiten Durchgang zu verhindern. Der Versuch von Janek Sternberg (47.) wurde jedoch von ETV-Keeper Abubakar Fofana vereitelt. Zunächst sah es wie ein Blitz aus: Aimsbüttel übernahm wieder das Kommando, Politz setzte sich über links durch und bediente die freistehenden Hens, die zum 4:0 trafen (57.).
Lieberts Doppelpack: Todesfelde holt auf
Doch nach einem Ballverlust von Hölscher verkürzte Morten Liebert (61.) auf 4:1. Und kurz darauf erhöhte Libert per Elfmeter nach einem Foul an Schneider auf 4:2 (68.). Zudem erhielt der bereits verwarnte Farid Dibamba wegen eines Fouls im Strafraum Gelb-Rot. Nun war der Schwung zum ersten Mal auf Todfelders Seite. „Es war klar, dass es wieder heiß werden würde“, sagte Hens.
Hölscher machte seine Fehler mit einem Tor wett
Mit einer konzentrierten Defensivleistung hielten die Aimsbüttel ihre Gegner weitestgehend vom eigenen Tor fern – und offenbarten auch in Unterzahl Todesfelds Defensivschwächen. Lamine Boeck und Pauli drängten sich nach Belieben durch den Strafraum und ermöglichten durch Hölscher den 5:2-Endstand (79.).
Schneider (80.) verkürzte in einer verrückten zweiten Halbzeit sofort auf 5:3. Torhüter Fofana lenkte den Kopfball von Noah Auku (90er) über die Latte und nach sechs Minuten Nachspielzeit war der Sieg von ETV mit 20:56 gesichert. Da Blumenthal kurz vor Schluss den 3:2-Endstand erzielte, musste die Aufstiegsfeier abgesagt werden. Doch die Ausgangslage Eimsbüttels vor der Endrunde ist mehr als gut. „Unser Schritt war trotzdem groß“, stellte Trainer Schultz fest und blickte über die turbulente Schlussphase hinaus: „Ich bin es gewohnt, dass meine Mannschaft bei 90+9 zittert …“
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Am Sonntag spielt der ETV im neutralen Heeslingen gegen den Blumenthaler SV. Selbst bei einem Todsfelder-Sieg gegen Egestorf würde eine Niederlage mit bis zu drei Toren ausreichen, um das Ticket für die Regionalliga zu lösen. „Wir gehen hier an wie in den vergangenen Spielen“, kündigte Hens an, „Unser Ziel ist es, auch dort zu gewinnen und neun Punkte Vorsprung zu haben.“
