Leroy Sane wurde nach seinem Tor von seinen Teamkollegen gefeiert. Foto: Christian Charisius/dpa
Nach Karl-Schock: Ausgerechnet Sane rettet DFB-Stars vor der WM-Generalprobe
Matchwinner Leroy Sané lächelte verschmitzt; Eine gelungene WM-Generalprobe scheint den siegreichen Torschützen zufrieden gestellt zu haben. Kein Wunder: Der Schock von Karl ist verdaut, die deutsche Nationalmannschaft startet mit einer historischen Siegesserie in das Turnier. Einen Tag nach dem Ausscheiden des Jungstars aus dem Turnier siegte der viermalige Weltmeister in Chicago mit 2:1 (1:1) gegen Co-Gastgeber USA. Gut eine Woche vor dem WM-Start gegen Außenseiter Curacao gibt es für Julian Nagelsmann noch einiges zu tun.
Neuner Kai Havertz sorgte mit seinem Treffer nach 100 Sekunden für einen fliegenden Start der DFB-Mannschaft. Die USA kamen mit einem Traumtor von Anthony Robinson (37.) zurück. Karls eingewechselter Leroy Sane (57.) vollendete den neunten Sieg in Folge – noch nie war eine deutsche Mannschaft mit einer so langen Serie in eine Weltmeisterschaft gestartet.
„Insgesamt haben wir ein gutes Spiel gemacht. Wir sind in einer guten Verfassung“, sagte Havertz bei RTL und fügte hinzu: „Wir brauchen jeden Einzelnen, wir brauchen Euphorie, Selbstvertrauen – und wir gehen mit großer Brust in das erste Spiel.“
Die 63.636 Fans im ausverkauften Soldier Field erlebten eine echte Belastungsprobe – auch wettertechnisch: Beim Anpfiff um 13:30 Uhr herrschte vor Ort warmes, feuchtes und nieseliges Wetter. „Es ist ein guter Einstieg in die Wetterverhältnisse“, sagte Bundestrainer Nagelsmann.
Nagelsmann: „Es fühlt sich ein bisschen wie eine WM an“
Obwohl Chicago kein Austragungsort für Turniere ist, fühlte es sich für ihn „ein bisschen wie eine Weltmeisterschaft“ an. Auch was die typisch amerikanische Show betrifft, einschließlich einer leicht verspäteten fliegenden Staffel über der Arena.
Der Fokus lag auf vier Spielern auf dem Platz: Oliver Baumann vertrat im Tor erneut den Rückkehrer Manuel Neuer, der noch nicht ganz fit ist. Auf der Linksverteidigerposition hat Nathaniel Brown seinen Konkurrenten David Raum deutlich hinter sich gelassen, während Felix Nmecha neben Aleksandar Pavlovic in der Doppelsechs den Platz einnimmt. Und Sane ist Karls Ersatz auf der rechten Seite.
Havertz bringt die DFB-Mannschaft früh in Führung
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hoffte auf eine „herausfordernde Reaktion“ nach seiner Niederlage, während Sportdirektor Rudi Föhler hoffte, „dass wir noch mehr Sympathiepunkte sammeln werden. Die Spieler müssen einfach Feuer und Flamme sein.“ Das haben sie getan: Havertz, der spät nach dem Champions-League-Finale zum Team stieß, köpfte eine Flanke nach einem Freistoß von Joshua Kimmich ins Tor.
Nur vier Minuten später gestaltete Havertz das vermeintliche 2:0, doch zuvor ging der Ball nach einer Flanke von Sane am Tor vorbei. Danach kehrte die Sonne zurück, doch das DFB-Feuer schwelte nur noch und brannte immer wieder im deutschen Strafraum.
Die USA erzielen das Traumtor
Der größte Hingucker des Augenblicks war Nagelsmanns Trikotwechsel – bis Robinson zuschlug. Nachdem Jonathan Tah einen Eckball in der Mitte ausgeführt hatte, schoss der US-Amerikaner den Ball aus 18 Metern volley unter die Latte. Angeführt von Christian Pulisic liefen die Gastgeber immer stärker, Tah (44.) verhinderte ein 1:2 gegen den Ex-Dortmunder.
„Wechselndes Wetter, das Wetter – nach drei, vier Tagen kommt man nicht mehr in den Rhythmus“, sagte RTL-Experte Lothar Matthäus freundlich, beklagte aber „zu viele Abstimmungsfehler“. Der bis dahin wenig überzeugende Sane erspielte sich immerhin eine Chance, die Nmecha vergab (49.). Sanes Freistoß (54.) ging über das Tor. „Es passt zu seinem Spiel“, sagte Matheus streng, „aber vielleicht kommt er ja doch.“
Das Spiel ist nach Schichten unentschieden
Und er kam und schoss den Ball in die linke Torecke, nachdem Jamal Musiala und Havertz vorbereitet hatten. Nagelsmann nutzte die letzte halbe Stunde, um weitere Alternativen zu testen – unter anderem Valdemar Anton als Rechtsverteidiger für Kimmich.
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Das Spiel wurde immer enger und die USA schafften es nur knapp, die deutsche Mannschaft in Verlegenheit zu bringen. Der eingewechselte Jamie Leveling (73.) vergab nach gutem Zuspiel von Musiala eine weitere Chance, die sich im Laufe der Partie steigerte. Baumann (87.) verhinderte mit einer Flugparade den Ausgleich, ehe Nico Schlotterbeck in der sengenden Nachspielzeit einen Ballwechsel provozierte. (Seite)
