Die Frage nach GOAT, also dem größten Spieler aller Zeiten, wird im Fußballkosmos häufig gestellt. Manche werfen Pelé quer durch den Raum, viele sind der Meinung, dass nichts besser ist als Diego Maradona. Es gibt auch Argumente für Ronaldo oder Johan Cruyff. Ganz gleich, wer sonst noch in die Diskussion einsteigt, die beiden Namen stehen über allem anderen. Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Beide werden zum sechsten Mal an einer WM-Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko teilnehmen und teilen sich diesen Rekord. Messi hält mit 26 bereits den Rekord für die meisten Einsätze bei der Weltmeisterschaft, Ronaldo kommt aktuell auf 22 und wird nach dem Turnier hinter Argentinien Zweiter sein.
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Sein WM-Debüt gab Ronaldo am 11. Juni 2006 beim 1:0-Sieg Portugals gegen Angola bei der Weltmeisterschaft in Deutschland. Vor drei Jahren wechselte der Offensivspieler von Sporting Lissabon zu Manchester United. Sein erstes WM-Tor erzielte er im zweiten Gruppenspiel beim 2:0-Sieg über den Iran. Ronaldo war für den Rest des Turniers Stammspieler, punktete aber erneut nicht. Der Traum vom Titel zerplatzte im Halbfinale gegen Frankreich. Messi war zu diesem Zeitpunkt bereits Spieler des FC Barcelona und erzielte bei seinem Debüt beim 6:0-Sieg gegen Serbien und Montenegro am 16. Juni Tore und Vorlagen. In Deutschland spielte der 1,70 m große „Zauberfloh“ keine große Rolle; Beispielsweise kam er bei der Viertelfinalniederlage gegen die Gastgeber überhaupt nicht zum Einsatz.
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In Südafrika war die Situation vier Jahre später anders. Der 23-jährige Messi hatte bereits den Champions-League-Titel gewonnen, ebenso Ronaldo mit 25. Darüber hinaus wechselte der Portugiese vor einem Jahr für die Rekordablösesumme von 94 Millionen Euro von Manchester United zu Real Madrid. Beide galten bereits damals als die besten Spieler der Welt und sollten ihr Land zum Titel führen. Während Messi kein einziges Tor erzielte und Argentinien im Viertelfinale gegen Deutschland erneut ausschied, traf Ronaldo beim 7:0-Sieg über Nordkorea in der Gruppenphase einmal. Portugal schied im Achtelfinale gegen Spanien aus.
Es vergingen weitere vier Jahre, in denen das Duo auf Vereinsebene einen Rekord nach dem anderen aufstellte und die Fußballwelt verblüffte. Bei der WM hat es nicht wirklich geklappt. Portugal schied in der Gruppenphase in Brasilien aus; Ronaldo traf einmal, war aber ansonsten enttäuschend. Messi erzielte in den ersten drei Spielen für Argentinien vier Tore, steuerte aber in der K.-o.-Runde keinen einzigen Treffer bei. Argentinien qualifizierte sich für das Finale, verlor jedoch gegen Deutschland.
Das Turnier 2018 in Russland schien für beide die letzte Chance zu sein. Der mittlerweile 31-jährige Messi schied bereits im Achtelfinale gegen Frankreich aus. In der Gruppenphase erzielte er ein Tor. Zur tragenden Säule der Gruppe entwickelte sich Ronaldo, der nach dem Turnier für mehr als 100 Millionen Euro zu Juventus Turin wechselte. Er erzielte drei Tore beim 3:3-Unentschieden gegen Spanien und erzielte ein goldenes Tor gegen Marokko. Allerdings war für ihn im Achtelfinale gegen Uruguay Schluss.
Im Jahr 2022 hatte sich die Welt des Fußballs bereits etwas verändert. Messi verließ seinen Lieblingsverein Barcelona in Richtung Paris Saint-Germain. Ronaldo, der 2021 zu Manchester United zurückkehrt, zerstritt sich vor der Weltmeisterschaft mit seinem Verein und wechselte nach dem Turnier zu Al-Nasser nach Saudi-Arabien, womit er die große Fußballbühne schwänzte. Nach einem Treffer in der Gruppenphase ließ ihn Trainer Fernando Santos im Achtelfinale auf der Bank sitzen und war bei der 0:1-Niederlage gegen Marokko im Viertelfinale nur noch Ersatzspieler. Bei Messi ist die Situation völlig anders. Der mittlerweile 35-Jährige erzielte sieben Tore für sein Land, darunter einen Doppelpack im Finale gegen Frankreich, das die Albiceleste im Elfmeterschießen gewann. So spielte Messi im Herbst seiner Karriere sein bestes Turnier und holte sich trotzdem die Krone.
Beide Titelhamster arbeiten jetzt außerhalb Europas. Messi spielt für Inter Miami in den USA und krönte sich im Dezember zum Meister. Es war die 13. Meisterschaft des achtmaligen Ballon d’Or-Gewinners. Ronaldo wurde kürzlich zum ersten Mal in Saudi-Arabien Meister. Für den fünfmaligen Ballon d’Or-Gewinner und fünfmaligen Champions-League-Gewinner ist es die achte Meisterschaft seiner Karriere. Die Weltmeisterschaft ist der letzte Titel, der dem heute 41-Jährigen fehlt. Da das diesjährige Turnier wirklich seine letzte Chance ist, könnte selbst ein Sieg die GOAT-Debatte neu entfachen.
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