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Alexander Zverev wirkte bei der Pressekonferenz „ein wenig betrunken“.

    Alexander Zverev wirkte bei der Pressekonferenz „ein wenig betrunken“.

    Sein emotionaler Debüttitel auf der Grand-Slam-Bühne machte bei Alexander Zverev Lust auf mehr. „Ich hoffe, dass auch bei mir mental etwas kaputt geht. Es ist etwas Besonderes, mit so einer Trophäe hier zu sitzen“, sagte der deutsche Tennisstar auf einer Pressekonferenz nach seinem French-Open-Sieg: „Natürlich möchte ich noch ein paar davon gewinnen.“ Im vierten Major-Finale brach er schließlich den Bann. Auch Zverev nutzte diesen Moment.

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    Eine Verletzung des Titelverteidigers Carlos Alcaraz und das frühe Ausscheiden von Janic Sinner machten den Weg frei für Nummer 3. Auch Novak Djokovic konnte sein Finale in Melbourne nicht wiederholen. „Man kann mich jetzt den schlechtesten Grand-Slam-Sieger aller Zeiten nennen. Das ist mir egal“, scherzte der 29-jährige Hamburger. Der Sohn des gleichnamigen ehemaligen sowjetischen Davis-Cup-Spielers war nach einem Fünf-Satz-Sieg über Flavio Cobelli erleichtert. Nach dem Ausscheiden der dominanten Ciner und Alcaraz stieg der Druck noch mehr. Tennislegende John McEnroe hatte bereits in der Vorwoche gesagt: „Der Druck auf Zverev war noch nie so groß wie jetzt.“

    Mit 20 Jahren gewann Zverev seine ersten Masters 1000-Events in Rom und Montreal und bis 2021 hatte er zwei Titel bei den ATP Finals sowie olympisches Gold gewonnen. Doch ausgerechnet bei vier Grand-Slam-Turnieren klappte es nicht. Denkwürdig ist aus Sicht des Österreichers natürlich auch seine verpasste 2:0-Satzführung im Finale der US Open 2020 gegen Dominic Thiem. Damals machten sich die Niederösterreicher auch eine gewisse mentale Schwäche des Deutschen zunutze. Denn Fitness und Schlagkraft des 1,98-Meter-Mannes ließen nicht nach. Er wurde in entscheidenden Momenten gegen die Allerbesten zu passiv.

    Das zeigte sich auch am Sonntag gegen Koboli, als er plötzlich vom Platz gestellt wurde. „Ich glaube nicht, dass es einen psychologischen Grund gab. Ich war einfach nur gestresst“, gab Zverev zu. Satz vier ging verloren, doch dann kam sein Gegner im fünften Break und Zverev musste mehr riskieren. „Mir haben Krämpfe wirklich geholfen. Ich musste meine Schläge mehr loslassen“, war ein überraschendes Ergebnis.

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    Auf den Spuren von Agassi und Lendl

    Auch Andre Agassi verlor seine ersten drei Grand-Slam-Finals, jeweils als Favorit. Auch Ivan Lendl und Andy Murray verloren vier Major-Finals, bevor sie erstmals gewannen. Und für alle drei kam der erste Titel in fünf Sätzen – ebenso wie Zverev. Und bei allen dreien hat es nicht zusammengehalten. Für andere folgte nach dem ersten großen Pokal eine gewisse Leere, da ihr großer Kindheitstraum in Erfüllung ging. Der Blues nach dem großen Erfolg kam auch für Thiem, der das Finale auf dem Court Philippe Chatrier sah.

    Zverev hofft jedoch auf den gegenteiligen Effekt. Der Deutsche hofft nun auf „ein bisschen Freiheit und ein bisschen mehr Ruhe“. Niemand konnte ihm den Pariser Titel nehmen, es war sein 25. „Wenn ich auch hier verloren hätte, wäre mein Selbstvertrauen deutlich gesunken.“ Aber jetzt hat er das Gefühl, dass er es wieder schaffen kann. Die nächste Gelegenheit dazu bietet Wimbledon, das Grass Classic, das in drei Wochen beginnt. Zverev wird erneut Zweiter hinter Sinner sein. Alcaraz fällt wegen einer Handgelenksverletzung ebenfalls aus dem Grass Classic aus.

    Zverev „ein wenig betrunken“ bei Pressekonferenz

    Nicht nur freudetrunken, sondern entspannt erschien Zverev bei einer späten Pressekonferenz in den Katakomben des Centre Courts. Der Deutsche lächelte ständig – was vielleicht an dem ein oder anderen Glas Champagner lag. „Um ehrlich zu sein, bin ich etwas betrunken, deshalb wiederhole ich mich etwas häufiger als sonst“, sagte der Olympiasieger.

    Für Boris Becker ist Zverev mittlerweile in einem „ganz besonderen Verein“. Becker, sechsmaliger Major-Sieger, sagte, er hege „größte Bewunderung“ dafür, dass 30 Jahre nach seinem eigenen Sieg bei den Australian Open erneut ein Deutscher einen Grand-Slam-Sieg feiern könne. Die französische Sportzeitung „L’Équipe“ schrieb, was Zverev wohl dachte. „Hören Sie auf, ihn den besten Spieler der Welt zu nennen, der noch keinen Grand-Slam-Titel gewonnen hat. Wie Andre Agassi, Goran Ivanisevic und Dominic Thiem musste Alexander Zverev bis zu seinem vierten Finale warten, um seine erste Grand-Slam-Trophäe zu gewinnen. Die Geschichte wird sich daran erinnern, dass es bei den French Open geschah, und nicht an die Details des Finales.“

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