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Wahlen in Armenien: Moskaus Hinterhof gerät ins Wanken

    Wahlen in Armenien: Moskaus Hinterhof gerät ins Wanken

    Der kasachische Präsident war der erste ausländische Staatschef, der ihm gratulierte, das vermerkten am Montag auch russische Nachrichtenportale. Für viele Beobachter war der Sieg der Regierungspartei „Bürgervertrag“ von Ministerpräsident Nikol Paschinan bei den armenischen Parlamentswahlen am Sonntag in erster Linie ein geopolitisches Ergebnis. Und Glückwünsche aus Kasachstan, das – wie in der Vergangenheit Armenien – als wichtiger Verbündeter Russlands gilt, scheinen ein zusätzlicher Schlag für den Kreml zu sein.

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    Er sieht in den Beziehungen Pakistans zu Europa und den USA einen Loyalitätsbruch. Russland hat vor der Wahl den Import von Obst und Cognac aus Armenien eingestellt. Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, drohte den Armeniern sogar mit einer „Sonderkriegsoperation“, weil sie mit Brüssel flirten.

    Dennoch scheint die EU die Wahlen in Armenien gewonnen zu haben. Russlands Drohungen und Sanktionen verhinderten nicht, dass Paschjans Partei 49,8 Prozent der Stimmen erhielt. Der Block „Starkes Armenien“ des russisch-armenischen Milliardärs Samwel Karapetjan kam auf 23,3 Prozent, während die offen mit Russland sympathisierende Partei „Armenien“ 9,9 Prozent erreichte. Damit sichert sich der „Bürgervertrag“ eine komfortable absolute Mehrheit im Parlament.

    Allerdings schnitt Karapetians „Starkes Armenien“ besser ab, als Meinungsforscher zuvor vorhergesagt hatten. „Ein russischer Oligarch bekommt als Neuankömmling mehr als 23 Prozent“, sagt Tigran Amirjan, Leiter der NGO CNS Lab. „Das zeigt, wie stark der Informationseinfluss Russlands war.“ Und es ist zu befürchten, dass dieser Einfluss nur noch zunehmen wird, wenn er in naher Zukunft auch von neuen Abgeordneten genutzt wird.

    Referendum Russland gegen Europa

    Der Politikwissenschaftler Salman Nijasi bezeichnete die Abstimmung als „geopolitisches Referendum: Europa gegen Russland“. Eine weitere zentrale Frage war jedoch, ob Armenien die Beziehungen zu seinen traditionell verfeindeten Nachbarn Aserbaidschan und der Türkei normalisieren sollte.

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    Nach einem siegreichen Krieg um die armenische Enklave Berg-Karabach vertrieb Aserbaidschan im Jahr 2023 fast alle Millionen Karabach-Armenier. Für diesen nationalen Schock haben Passchjans Anhänger nicht unrecht, wenn sie dem langjährigen Verbündeten Russland die Schuld geben. Aber auch Anhänger pro-russischer Parteien und vor allem Vertriebene machen Paschjan und seine Gefolgschaft dafür verantwortlich. Und es ist kein Zufall, dass die Mehrheit der Karabach-Armenier aufgrund fehlender armenischer Pässe nicht an den Wahlen teilnehmen durfte.

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