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Morning Post: Sind Sie ein Budget-Gewinner oder ein Budget-Verlierer?

    Morning Post: Sind Sie ein Budget-Gewinner oder ein Budget-Verlierer?

    Lieber Leser, lieber Leser.

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    Eigentlich wollte ich heute über etwas ganz anderes schreiben – nämlich den ORF und die Wahl seiner neuen Führung. Doch nachdem sich die Anhörungen der neun Kandidaten wie Kaugummi in die Nacht zogen und die Anhörung des ehemaligen APA-Chefs Clemens Pigg zweieinhalb Stunden dauerte, blieb keine Zeit, das Spektakel angemessen zu würdigen. Deshalb müssen Sie sich diese Woche mit meinem Lieblingsthema befassen: dem Budget.

    In den letzten Wochen sind andere politische Diskussionen als das Thema Geld abgeklungen. Die Dreierkoalition hat beschlossen, einen Haushalt für die Jahre 2027 und 2028 aufzustellen. Und das pünktlich zum Ende der regulären Amtszeit der ersten Dreierkoalition Österreichs. Und da die Politik in den letzten Jahren viel Geld für Steuergelder ausgegeben hat, muss das Defizit nun gesenkt werden. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) besteht darauf, dass jeder die Wirkung des nun vorgelegten Haushalts spüren werde. Stimmt, aber nicht im gleichen Ausmaß.

    Ein paar Ansichten

    Lassen Sie uns einige Szenarien durchgehen, um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, wie stark sich dieses Budget auf Sie auswirken wird. Arbeiten Sie vielleicht Teilzeit, verdienen aber insgesamt weniger als 2.225 Euro im Monat? Dann werden langfristig höhere Versicherungsprämien fällig. Sind Sie Arbeitgeber oder besitzen Sie ein großes Unternehmen? Dann können Sie sich auf Lohnnebenkostensenkungen, Industriestromprämien und andere positionstärkende Maßnahmen freuen. Wenn Ihr Unternehmen jedoch viel Gewinn erwirtschaftet, müssen Sie den Gegenfinanzierungsanteil selbst tragen.

    Haben Sie kleine Kinder? Der Ausbau der Kinderbetreuung und ein weiteres kostenloses Kindergartenjahr werden Sie begeistern. Gleichzeitig passt sich die Familienbeihilfe jedoch nicht der Inflation an – und verliert daher an Wert. Oder erhalten Sie eine Rente? Dann spenden Sie etwas mehr an staatliche Sparpläne. Die Rente wird unterhalb der Inflationsrate erhöht und Sie verlieren dadurch an Kaufkraft.

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    Wird bald wieder gefeilscht?

    Aber vielleicht sind Sie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer, haben keine Kinder, beziehen keine Rente und haben keinen Kredit von der Bank mit Vorfälligkeitsentschädigung? Dann werden Sie viele Einsparungen nicht sofort bemerken. Es sei denn, Sie fahren zu schnell. Denn der Bußgeldbetrag für Verkehrssünder wurde erhöht.

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    Das Budget ist übrigens noch nicht in Stein gemeißelt. Sollte sich die wirtschaftliche Lage Österreichs auch nur geringfügig verschlechtern, müssten deutlich mehr Einsparungen vorgenommen werden. Und dann feilscht jeder wieder um jede Million.

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