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Fußball-WM: Was für Deutschland plötzlich funktioniert

    Fußball-WM: Was für Deutschland plötzlich funktioniert

    Nach der Niederlage bei den beiden Auftakt-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 gelang Deutschland dieses Mal ein erfolgreicher Start in die WM-Endrunde. Wie erwartet mit 7:1 gegen Curacao. Eine Chance auf Aufregung wie beim Unentschieden der Kapverden gegen Spanien oder der DR Kongo gegen Portugal war nur von kurzer Dauer. Livano Comenencia gelang nach 21 Minuten das 1:1, danach zog der Favorit davon. „Man muss sich einen Moment sammeln. Dann ist es meiner Meinung nach wichtig, wie die Mannschaft nach den letzten beiden Turnieren mit so einer Situation umgeht“, sagte Teamchef Julian Nagelsmann. „Also musst du zuerst sieben Tore schießen.“

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    „Trainiert wie ein echter Verein“

    Das WM-Spiel markierte für den 38-Jährigen ein kleines Jubiläum: Seit 1.000 Tagen ist Nagelsmann im Amt. Die Weltmeister von 2014, Thomas Müller und Mats Hummels, bezeichnen die Entwicklung der Bundestrainer als einen Reifeprozess. „Der Topf steht jetzt auf dem Herd“, bringt es Müller auf den Punkt. „Wenn ich mich daran erinnere, wie er an den Job herangegangen ist, war immer noch viel Klub-Coaching damit verbunden.“ Laut Müller nahm Nagelsmann lediglich Anpassungen an der Feld- und Taktiktafel vor. Hummels beurteilt die Entwicklung ähnlich: „Am Anfang waren die Trainingseinheiten sehr vereinsmäßig. Irgendwann hat er gemerkt, dass er als Bundestrainer etwas langsamer und vereinfachen muss. Es gibt so viele verschiedene Spielstile, die man nicht in drei Tagen zu einem komplexen Stil vermischen kann.“ Ins Jahr 2023 startete die DFB-Auswahl mit einem 4:1-Sieg gegen die USA, es folgten ein Unentschieden gegen Mexiko und Niederlagen gegen die Türkei (2:3) und Österreich (0:2).

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    Müller beschrieb schließlich den entscheidenden Lernprozess des Bundestrainers: „Sie haben gemerkt: OK, wir brauchen eine andere Herangehensweise an das Turnier. Wir brauchen eine Teamstruktur. Wir brauchen Rollen.“ Nagelsmann entwickelte Konzepte und schuf Kompositionen, „die funktionierten. Er hat es gut gemacht.“ Das DFB-Team ist seit der 0:2-Niederlage gegen die Slowakei im vergangenen September ungeschlagen und hat seitdem zehn Spiele in Folge gewonnen. Die Einschätzung von Müller und Hummels deckt sich mit der von Verteidiger Nico Schlotterback: „Was wir schon lange nicht mehr hatten: Auf dem Platz haben wir deutsche Qualitäten. Wir haben Disziplin. Wir haben Leidenschaft. Wir haben Belastbarkeit.“

    Klopp lacht und entschuldigt sich

    Die Mannschaft braucht ihn auf dem Platz, aber der Trainer braucht ihn auch abseits des Platzes. In Deutschland sind die Erwartungen traditionell extrem hoch. Darüber hinaus wissen Millionen privater Teamchefs, TV-Experten, Ex-Spieler und Ex-Trainer immer, wie es geht – und sorgen mit ihrem Rededrang dafür, dass kaum jemand schweigt. Jürgen Klopp macht dasselbe. Als er vor dem Spiel gegen Curacao mit Thomas Müller über die deutsche Aufstellung sprach, bemerkte Klopp, dass der Bundestrainer „noch“ nicht feststeht. Ein Satz mit reichlich Brisanz, der den ohnehin nicht unumstrittenen Nagelsmann noch mehr unter Druck setzte.

    Unterstützung erhielt der Teamchef von den beiden Weltmeistern: Bastian Schweinsteiger meinte, Klopp „brauche so etwas nicht zu sagen“. Lothar Matthews bezeichnete den Kommentar als „überflüssig“. Nach dem 7:1-Sieg gab Klopp gegenüber Nagelsmann zu: „Dafür hätte ich mich selbst treten können. Das kam aus meinem Mund. Ich bin 59 und immer noch dumm.“ Nagelsmann entließ ihn mit einem schnellen High Five. Auf der Pressekonferenz wollte er die Debatte nicht anheizen. „Ich habe meine Meinung dazu, aber ich werde sie nicht sagen. Wir haben viele Experten. Sie sind beide großartige Leute, die viel Erfolg hatten. Sie können über alles reden, worüber sie reden wollen.“ Der Bundestrainer konzentriert sich lieber auf die nächste Aufgabe. Und er hat alles. Am Samstag (20 Uhr) wartet in der Elfenbeinküste ein unangenehmer Gegner.

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    starkes Elfenbein

    Die Ivorer starteten mit einem 1:0-Sieg gegen das hoch eingeschätzte Ecuador in das Turnier. In der WM-Qualifikation blieben sie in sechs Spielen ohne Gegentor, gewannen fünf und ein Unentschieden mit einer Tordifferenz von 13:0. Acht Siege aus den letzten zehn Spielen unterstreichen die aktuelle Form. Zuletzt besiegte das Emers-Fanteam die WM-Teilnehmer Südkorea (4:0), Schottland (1:0) und Titelfavoriten Frankreich (2:1).

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