Im Murtal konnte ein deutlicher Gewöhnungseffekt festgestellt werden. Als die Formel 1 2014 an den Red Bull Ring zurückkehrte, herrschte im wahrsten Sinne des Wortes eine Krise. Die Dimensionen der Premier Class übertrafen alles bisher Dagewesene, ebenso wie die Anforderungen an Infrastruktur, Verkehr und Organisation. Die Steiermark geriet sofort ins Rampenlicht der Welt, und gleichzeitig wählte der Milliardär Dietrich Mateschitz Spielberg zu seinem Lieblingsspielplatz. Millionen flossen in den Aus- und Umbau hochwertiger Hotels und Restaurants – dringend notwendig in einer Region mit wenig Erfahrung im Massentourismus.
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Zwölf Jahre später hat sich die Aufregung abgekühlt. Seit Wochen laufen am Red Bull Ring die Vorbereitungen für den Grand Prix am kommenden Sonntag. Die Konzepte wurden im Laufe der Jahre getestet und verfeinert. Was einst für schlaflose Nächte sorgte, folgt heute eingespielten Abläufen. Sie sind immer noch hochkomplex – keine Ausnahme mehr. Wenn Formel-1-Sattelauflieger anrollen, alle Betten gefüllt sind und Campingstädte auf grünen Wiesen entstehen, zucken die Einheimischen nicht mehr mit der Wimper. Die Weltstars der Formel 1 vor der Haustür zu haben, hat seinen sensationellen Wert verloren.
Spielberg liefert Qualität ohne Kompromisse
Es lohnt sich, einen Blick zurück zu werfen. Im Jahr 2014 war die Aufregung so groß, denn wir erinnern uns noch gut daran, dass das Spielberg-Projekt fast gescheitert wäre. Was die Formel 1 im Herzen der Steiermark angeht, ist nichts selbstverständlich, auch nicht die vielbeschworene Vertragsverlängerung bis 2041. Spielberg liefert Qualität ohne Kompromisse. Sauberkeit, Gastfreundschaft und vor allem die perfekte Organisation haben einen internationalen Eindruck hinterlassen. Hinter den Kulissen sorgen Behörden und Rettungsdienste Jahr für Jahr ruhig und professionell für einen reibungslosen Ablauf.
Es ist unbestreitbar, dass die Formel 1 für Österreich ein Milliardengeschäft ist. Die Wertschöpfung geht weit über die Steiermark hinaus. Vom Reinigungsunternehmen bis zum Caterer, vom Privatzimmervermieter bis zum Zeltvermieter: Die Studie zeigt, dass mehr als 1.500 Arbeitsplätze mit dem Motorsportgeschäft verbunden sind. Die touristischen Auswirkungen sind von Kärnten bis in den Großraum Graz spürbar. Und wenn auf den TV-Geräten rund um den Globus Bilder der grünen Steiermark aufblitzen, ist der Werbewert unbezahlbar.
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Man kann sich nur vorstellen, wie der Inlandstourismus heute ohne diesen einzigartigen Motor aussehen würde. Eines ist klar: Der Red Bull Ring mit all seinen Ereignissen ist für Murtle ein historisch einzigartiges Vermögen. Das Gleiche gilt für Mark Mattesitz, der in die Fußstapfen seines Vaters tritt.
Auf lange Sicht ist jedoch davon abzuraten, sich allein auf das Engagement des Milliardärs zu verlassen. Auch die Debatte darüber, ob der Motorsport angesichts der Klimakrise noch zeitgemäß ist, wird nicht enden. Die Formel 1 bietet immer noch internationale Sichtbarkeit, wirtschaftliche Dynamik und Zeit. Es ist an der Zeit, an Alternativen zu arbeiten, neue Wege einzuschlagen und die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit zu nutzen, während sie noch in Spielberg sind.
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