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Nationalrat: Budget für Opposition „enttäuschend“ und „unangemessen“

    Nationalrat: Budget für Opposition „enttäuschend“ und „unangemessen“

    Die mehrtägige Debatte zum Doppelhaushalt im Nationalrat begann am Mittwoch mit einer umstrittenen Generaldebatte. Die Oppositionsparteien FPÖ und Grüne äußerten keine Bedenken gegen den Haushaltsplan der Regierung. Allerdings verteidigte die Dreiparteienkoalition ihren Doppelhaushalt. Am Mittwoch soll das Haushaltsbegleitgesetz verabschiedet werden, das mit rund 70 Gesetzesänderungen den Haushaltsvollzug gewährleistet. Der Haushalt selbst wird erst am Freitag verabschiedet.

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    Zu Beginn der Debatte wurde FPÖ-Haushaltssprecher Arnold Schiffer wegen des Doppelhaushalts heftig kritisiert. Es sei „verzweifelt, ohne Besserung und ohne Zukunft“. „Dieser Haushalt verschiebt Reformen, er verschiebt auch die Rechenschaftspflicht – bis zur nächsten Krise, der nächsten Regierung und der nächsten Generation“, sagte Schiffer. Die Regierung rede von Umstrukturierungen, Schulden und Zinszahlungen würden aber weiter steigen, kritisierte er. Die Erneuerung erfolgt überwiegend durch neue Belastungen. „Mit einer Landesquote von 56 Prozent sind wir auf dem Weg zum Sozialismus“, warnte er.

    Die FPÖ wolle den Sozialstaat mit der „Kettensäge“ zerstören und sei dazu nicht bereit, antwortete SPÖ-Haushaltssprecher Kai Jan Kreiner. Trotz der schwierigen Vergangenheit der Bundesregierung aus Rezession, hoher Inflation und hohen Haushaltsdefiziten werde in die Zukunft investiert. Der Kompromiss zwischen den verschiedenen Koalitionsparteien sei „wirklich beeindruckend“ gewesen. Banken, Konzerne und Gutverdiener würden mehr als die Hälfte zur Haushaltssanierung beitragen, behauptete er.

    Gievesler: „Ungerechtigkeit in Zahlen“

    Dem widersprach Grünen-Chefin Leonor Gievesler. Sie bezeichnete den Haushalt als „Zahlenungerechtigkeit“, da die Vermögenden nicht über die Erbschaftssteuer zur Haushaltskonsolidierung beitragen würden. Auch der Klimasektor werde gekürzt, „als gäbe es kein Morgen“. Es ist auch unfair, unfair gegenüber künftigen Generationen.

    ÖVP-Klubobmann Ernst Gödel sagte, die Opposition wolle die Sache niederschlagen und „beschweren“, es gebe aber kaum Lösungsvorschläge, die Regierung habe aber die Verantwortung übernommen. Sie sparen und sanieren nicht nur, Sie investieren auch in die Zukunft und sichern die Planung der Wirtschaft. Er sprach von einem „Doppelhaushalt für Erholung, faire Leistung und Reformen“.

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    Shetty sieht widersprüchliche Kritik

    Der Vorsitzende des Neos-Clubs, Yannick Shetty, reagierte auf die Kritik der Opposition. Die Grünen werden schreien, dass nur Konzerne vom Haushalt profitieren, die FPÖ, dass nur Unternehmen zahlen. „Das bedeutet, dass sich die Opposition nicht einmal auf ein falsches Narrativ einigen konnte“, sagte Shetty. Der Haushalt mache niemanden vollkommen glücklich, räumte er ein, aber das liege in der Natur eines Kompromisses in einer Koalitionsregierung und würde im Falle einer Koregierung mit der FPÖ nicht anders sein.

    Nach der ersten Rednerrunde meldete sich die Regierungsspitze und hob ihre eigenen Erfolge bei der Haushaltserstellung hervor. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) würdigte insbesondere die Senkung der Lohnnebenkosten, die Millionen Arbeitsplätze sichert und bis zu 12.000 neue Arbeitsplätze schafft. Für Vizekanzler Andreas Bebler (SPÖ) war es wichtig zu betonen, dass diejenigen, die mehr tun könnten, wie etwa Banken, nun auch mehr zur Haushaltskonsolidierung beitragen müssen. Neos-Vorsitzende Beate Meinal-Reisinger betonte „dramatische“ Kürzungen der Mittel und baldige Reformen des Renten- und Sozialsystems.

    Regierungschefs betonen die schwierige Haushaltslage

    Alle drei Koalitionsführer betonten die schwierige Haushaltslage, wobei Stocker auf die Marktvolatilität als Folge der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten verwies, während Bebler und Meinal-Risinger die Vorgängerregierung kritisierten. Der Neos-Vorsitzende stellte fest, dass die Finanzen des maroden Staates wieder auf eine gesunde Grundlage gestellt werden müssten. Der SP-Chef sprach von einer Bereinigung des „Desasters“. Doch diese „Machtdemonstration“ sei gelungen, betonte Babler. Dann stimmte er dem Stalker erneut zu. Die Kanzlerin sagte: „Es handelt sich nicht um einen Nothaushalt, aber es gibt natürlich einen Haushalt für Notzeiten.“ Ein toller Erfolg.

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    Der Prozess dauert bis zum Nachmittag, wenn die Gesetzgebung zusammen mit dem Budget debattiert und dann verabschiedet wird. Es enthält insgesamt 66 Gesetzesänderungen sowie neue Gesetze, die den Haushaltsvollzug sicherstellen – darunter die Einführung einer Pauschalsteuer, Rentenanpassung im Jahr 2027, Stabilisierung der Familienleistungen und Senkung der Lohnnebenkosten. Nach der Entscheidung konzentrieren wir uns 2,5 Tage lang direkt auf das Budget, das Kapitel für Kapitel abgearbeitet wird. Am Mittwoch werden die Haushaltsvorschläge der Ressorts Justiz, Inneres, Auswärtiges, Wirtschaft, Wohnen, Kunst, Medien und Sport besprochen.

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