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Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich: Die Kandidatur von Le Pen dürfte für Konflikte in ihrer Partei sorgen.

    Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich: Die Kandidatur von Le Pen dürfte für Konflikte in ihrer Partei sorgen.

    Der alte Jean-Marie Le Pen wollte einfach nur den Unruhestifter spielen. Er liebte Dramen und politische Spektakel. Shakti war weit davon entfernt. Das ist es, was Marine Le Pen von ihrem Vater unterscheidet. Der Elysee-Palast ist sein Lebensplan. Deshalb, so kündigte sie nun nach dem Urteil des Berufungsgerichts an, wolle sie ihren Sitz nicht an Jordan Bardella abgeben.

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    Einen Tag zuvor hatte das Pariser Berufungsgericht eine fast salomonische Entscheidung gefällt: Marine Le Pen wurde auch in einem weiteren Fall im sogenannten Fall von Scheinjobs im EU-Parlament für schuldig befunden. Allerdings verkürzten die Richter die zusätzliche Strafe, nämlich den Entzug des Wahlrechts für fünf Jahre. Es gilt also als dauerhaft. Le Pen darf für das Präsidentenamt kandidieren, obwohl sie für schuldig befunden wurde. Verurteilt wegen der Veruntreuung einer großen Summe, etwa drei Millionen Euro, über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt. Ein schweres Verbrechen, begangen von einem Anti-Establishment-Politiker, der rief: „Alle sind korrupt!“ Abgesehen von ihm selbst.

    Es geht an das Kassationsgericht

    Doch statt sich mit einer milderen Strafe abzufinden, geht sie nun zum Kassationsgericht. Das spart ihr vor allem Zeit. Das Kassationsgericht könnte das Urteil der zweiten Instanz aufheben und einen neuen Prozess ansetzen, der jedoch nicht vor den Frühjahrswahlen stattfinden würde. In diesem Fall kann er getrost ohne elektronische Fußfessel Wahlkampf machen. oder der Oberste Gerichtshof bestätigt ein aktuelles Urteil vor einer Wahl. Für Le Pen wäre das ein Worst-Case-Szenario. Die französischen Wähler müssen dann entscheiden, ob sie einen strafrechtlich verurteilten Präsidenten mit elektronischer Fußfessel im Elysee-Palast wollen. „Willkommen in der Republik der Fesseln“, spottete der linke Politiker Francois Ruffin.

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    Le Pen lebt weiterhin im Doppelpack mit seinem „Kronprinzen“ Bardella: Das politische Kalkül dahinter ist klar. Bardella spielt weiterhin die Rolle des Stellvertreters und zieht mit seiner fiskalliberalen Linie konservative Wähler an, die nie für Le Pens unfinanzierbare Sozialutopie gestimmt hätten. Letztendlich wird Le Pen jedoch das Programm der Partei diktieren. Er wird seinen politischen Ziehsohn nur als Köder benutzen.

    Wird Bardella wirklich zurückkommen?

    Dies wird zweifellos zu Konflikten innerhalb der RN führen, da viele Parteiaktivisten die 30-jährige Bardella seit langem für mehrheitsfähiger halten als die 57-jährige Tochter von Jean-Marie Le Pen.

    Die nächsten Monate versprechen spannende Episoden im französischen Wahlkampfdrama. Das wäre amüsant, wenn die Zukunft des wichtigsten Partners der EU, der zweitgrößten und hochverschuldeten Volkswirtschaft der EU, nicht von diesen Wahlen abhängen würde.

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