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Die Ruck-Affäre: Warum ein Parteiausschluss kaum Wirkung zeigen wird

    Die Ruck-Affäre: Warum ein Parteiausschluss kaum Wirkung zeigen wird

    Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, wurde aus der ÖVP ausgeschlossen. Davon kann jedenfalls ausgegangen werden, nachdem Bundesparteichef und Kanzler Christian Stoker für Freitagabend eine Sitzung des Bundesparteivorstandes zur Entscheidung des Falles einberufen hat. Obwohl er sich nicht vorab dazu verpflichten wollte, das Gremium nicht zu benachteiligen, ging aus den Aussagen der Funktionäre hervor, dass er nicht vorhatte, die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Allerdings wird ein Ausschluss keine besonders großen Auswirkungen haben.

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    Der ÖVP-Ethikrat wird sich am Nachmittag mit dem Ruck-Fall befassen. Vorsitzende ist Waltraud Klasnick. Der Ethikrat berät die Volkspartei, kann aber den Ausschluss aus der Partei empfehlen. Im Fall des ehemaligen Vereinsboss August Wöginger sah er keinen Grund für einen Ausschluss. Der Vorstand der Partei wird voraussichtlich nicht vor 20 Uhr zusammentreten, da Stocker am Freitag mit seinem Frage-und-Antwort-Format „Österreich im Gespräch“ in Vorarlberg sein wird. Erst dann sollte die (Online-)Sitzung beginnen.

    Wirtschaftsverbände lassen auch „außerordentliche Mitglieder“ zu.

    Der Parteiausschluss wird für Ruck kaum unmittelbare Konsequenzen haben. Dies hängt mit der Verfassung der Volkspartei und ihren Gesetzen zusammen. Die Mehrheit der Parteimitglieder besteht aus einer der sechs Koalitionen. In deren Satzung ist meist festgeschrieben, dass Mitglieder automatisch der Volkspartei angehören – im Falle des Wirtschaftsbundes (WB) gilt dies für „ordentliche Mitglieder“. Allerdings erlauben Wirtschaftsverbände seit einiger Zeit auch eine außerordentliche Mitgliedschaft. (Bauernverbände erlauben mittlerweile auch eine Mitgliedschaft ohne Beitritt zur ÖVP).

    Die Bundespartei kann Ruck aus der ÖVP ausschließen, nicht jedoch aus dem ÖVP-Wirtschaftsverband. Und nach Angaben der Partei kann der Bundeswirtschaftsverband Ruck nicht aus dem Wiener Wirtschaftsverband ausschließen, der an seinem Vorsitzenden festhält. WB-Direktor Florian Collenz sagte, die Unterstützung für Rook „persönlich, per E-Mail und per Telefon“ sei in den letzten Tagen „überwältigend“ gewesen.

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    Kann Ruck weiterhin in Parteigremien sitzen?

    Alles deutet auf eine lange Phase parteiinterner Machtkämpfe hin – möglicherweise sogar mit Rechtsstreitigkeiten. In den Statuten der Wiener ÖVP ist festgelegt, dass Vertreter von Teilorganisationen Mitglieder des Landesparteivorstandes und des Landesparteipräsidiums sind. Dies gilt auch für Ruck, wenn er Präsident des Wirtschaftsverbandes bleibt. Allerdings heißt es in Absatz 34 auch, dass „Offiziere Parteimitglieder“ sind. Nach dem Ausschluss wird es nicht mehr da sein.

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    Es ist fraglich, ob das bedeutet, dass jeder, der nicht mehr Parteimitglied ist, nicht Offizier werden kann. Zumindest sieht es die ÖVP so oder will es so sehen, aber sie gibt zu, dass es sich hierbei um einen Präzedenzfall handelt. Allerdings war aus Parteikreisen zu hören, dass Kammerchef Ruck, obwohl früher Mitglied in höheren Gremien, noch nicht lange im Vorstand oder Präsidium tätig sei.

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