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AlphaTheta XDJ-AN – Netzwerker

    AlphaTheta XDJ-AN – Netzwerker


    Von Vinyl über CDs und Software bis hin zu USB-Sticks – und mittlerweile hat auch der letzte Datenträger Konkurrenz. Streaming, Cloud und Smartphones sind dabei, den klassischen USB-Stick als zentrale Musikquelle abzulösen. Der AlphaTheta XDJ-AN ist ein All-in-One-System für diese neue DJ-Welt. Der XDJ-AN gilt als inoffizieller Nachfolger des Pioneer XDJ-RR, allerdings mit einem Konzept, das sich in vielen Details vom RR unterscheidet.

    Kompakt gebaut, aber nicht klein konzipiert

    Mit 638 × 359,2 × 89,9 Millimetern und 5,2 Kilogramm ist der XDJ-AN erfreulich kompakt. Zwei 132 Millimeter große Jogwheels passen zur RR und vermitteln ein gewohnt sportliches Feeling. Außen zwei Decks, in der Mitte ein Zweikanal-Mixer – der Grundaufbau bleibt klassisch. Im Zentrum steht ein sieben Zoll großer Touchscreen mit 1024 × 600 Pixeln. Hier sind Browser, Titelinformationen, Wellenformen und zahlreiche Einstellungen integriert. Der Bildschirm ist deutlich stärker in den Workflow integriert als der XDJ-RR. Funktionen wie das Beat-Jump-Panel, Quantisierungseinstellungen und verschiedene Deck-Parameter werden über das Display gesteuert. Das schafft Übersicht, bedeutet aber mehr Abhängigkeit vom Touchscreen. Wer möglichst schnell mit einem eigenen Bedienelement auf jede Funktion zugreifen möchte, muss sich daran gewöhnen.

    Nein und trotzdem beides

    Immer für Sie da

    Das System funktioniert mit rekordbox, Serato DJ Lite/Pro und Algoriddim djay und kann Live-Streaming-Angebote abspielen. Seit dem letzten Update ist Spotify direkt in XDJ-AN integriert. StreamingDirectPlay unterstützt derzeit Apple Music, Bitport Streaming, TIDL und Spotify. Für jeden Dienst ist ein entsprechendes Abonnement erforderlich. rekordbox für iOS kann auch über USB-C angeschlossen werden.

    Dadurch ändert sich die Bedeutung des USB-Sticks. Der XDJ-RR hatte oben noch zwei USB-A-Anschlüsse. Andererseits verfügt der XDJ-AN nur über einen USB-C-Medienanschluss auf der Rückseite. Wenn Sie mit klassischen USB-A-Sticks arbeiten, benötigen Sie einen Adapter oder verschieben Ihre Titel auf einen USB-C-Datenträger. Für eine Generation, die Musik bereits über mehrere Geräte und Dienste verteilt, ist das weniger dramatisch. Das bedeutet eine Veränderung für den klassischen USB-DJ.

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    Klar bis bewölkt

    Streaming-Angebote können über WLAN genutzt werden, gleichzeitig kann der DJ auf Cloud-Funktionen von rekordbox zugreifen. Mit CloudDirectPlay kann direkt aus der Cloud auf kompatible Bibliotheken zugegriffen werden. Damit entfällt zunehmend der klassische Umweg über Computer und USB-Stick. Ohne Vorbereitung geht es allerdings nicht: Für Funktionen wie Beat-Sync, Quantisierung und Full-Beat-Grid-Anzeige müssen Tracks zunächst in RecordBox analysiert werden. Neben der Flexibilität bringt Streaming eine neue Abhängigkeit mit sich. Internetkonnektivität, Dienstverfügbarkeit, Registrierung und Verfügbarkeit einzelner Titel liegen völlig außerhalb der Kontrolle des DJs. Bei spontanen Sessions stellt dies selten ein Problem dar; Für eine kritische Leistung sind lokal gespeicherte Sammlungen eine sichere Ergänzung. Dies ist bei XDJ-AN weniger ein Problem als vielmehr eine logische Konsequenz des neuen, netzwerkbasierten Arbeitsmodells.

    Zwei Decks bleiben zwei Decks

    Beim XDJ-AN handelt es sich nach wie vor um ein reines 2-Kanal-System mit zwei Decks. Es findet kein Wechsel zwischen den vier virtuellen Software-Playern statt. Wer regelmäßig vier Spuren gleichzeitig jongliert oder mehrere externe Quellen integrieren möchte, benötigt eine andere Geräteklasse. Das Tool eignet sich perfekt für klassisches Two-Deck-Mixing: EQ, Fader, Hot Cues, Loops und Effekte. AN verfügt über acht physische Tasten pro Deck, die im Standalone-Modus für Hot Cue und Hot Loop verwendet werden. Die Softwarebedienung wird um zusätzliche Funktionen erweitert. Bitsprung, Quantisierung und andere Einstellungen hingegen wandern weiter auf den Touchscreen. Alpha Theta verteilt Leistungsfunktionen direkt zwischen Hardwareoperationen und Displays.

    Wo die Renovierungsarbeiten weitergehen

    Ein Vergleich mit dem XDJ-RR zeigt, wie sehr sich das DJing gerade wieder verändert. Das Pioneer-Modell verfügte neben zwei USB-A-Anschlüssen auch über einen AUX-Eingang und stärker auf die direkte Hardware-Bedienung ausgerichtete Leistungsfunktionen. Der XDJ-AN hingegen verzichtet auf analoge Line-, Phono- und AUX-Eingänge und setzt auf digitale und netzwerkbasierte Quellen. Es gibt noch keine echten Standausgänge. Der AN verfügt über einen symmetrischen XLR-Master und einen zusätzlichen RCA-Master. Letzterer kann auch für Lautsprecher verwendet werden, ist jedoch nicht separat steuerbar. Das war bereits bei RR der Fall, aber jetzt verdient es ein Upgrade. In puncto Konnektivität setzt das AlphaTheta konsequent auf USB-C. Insgesamt gibt es drei USB-C-Anschlüsse: einen rückseitigen Anschluss für Medien, einen für PC/Mac oder Mobilgeräte und einen für die Stromversorgung. Außerdem gibt es XLR- und RCA-Master, einen 3,5-mm-Kopfhörerausgang und einen Mikrofoneingang

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    Frisch poliertes Besteck

    Es stehen sechs Sound Color FX zur Verfügung: Space, Dub Echo, Sweep, Noise, Crush und Filter. Es gibt auch drei FX-Bits: Reverb, Echo und Flanger. Der XDJ-RR hatte auch drei FX-Bits – Echo, Reverb und Flanger – aber Sound Color FX hatte Filter, Noise, Dub Echo und Pitch. Bit FX bleibt gleich, während Alpha Theta Color FX die Auswahl rekonstruiert und erweitert. Der Effektbereich ist auf die wichtigsten Werkzeuge für einen klassischen Mix ausgelegt und nicht als umfassendes Effektzentrum gedacht.

    SonicLink: Kopfhörer ohne Kabelsalat

    Eine der aufregendsten Innovationen ist SonicLink. Die proprietäre Funktechnologie ermöglicht kabelloses Hören über kompatible Kopfhörer. Laut AlphaTheta liegt die Latenz bei etwa neun Millisekunden – das System ist also für DJ-Cueing ausgelegt und nicht mit normalem Bluetooth zu vergleichen. Es ist bequem für Sessions zu Hause und kann auch für kleinere Auftritte praktisch sein. Es gibt auch einen klassischen 3,5-mm-Kopfhörerausgang.

    Der Soundcontroller sagte: Klar!

    Auch in Sachen Audio ist der XDJ-AN zeitgemäß. Die integrierte USB-Audioschnittstelle arbeitet mit 24 Bit und 44,1 kHz. Der Frequenzgang reicht von 20 Hz bis 20 kHz, das Signal-Rausch-Verhältnis über USB beträgt 112 dB und die harmonische Verzerrung beträgt 0,003 Prozent. Das passt zum praktischen Eindruck: Der AN liefert ein klares, direktes Signal, ohne die Bässe künstlich zu drängen oder die Höhen unangenehm nach vorne zu drängen.

    Für wen ist AN gemacht – und für wen nicht!

    Der XDJ-AN richtet sich an DJs, die eine flexible All-in-One-Workstation suchen: standalone mit USB, Cloud und Streaming, bei Bedarf aber auch als Hardware-Controller für DJ-Software. Besonders attraktiv ist das Gerät für eine Generation, die Musik nicht mehr ausschließlich lokal hostet. Smartphones, Laptops, Streaming-Dienste, Cloud-Bibliotheken und DJ-Hardware werden Teil desselben Workflows. Wer hingegen vier Decks benötigt, mehrere externe Player anschließen möchte oder separat regelbare Booth-Ausgänge benötigt, landet zwangsläufig in einer anderen Geräteklasse, die der AlphaTheta ebenfalls gut bedient.

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    USB-Sticks gehen, DJing bleibt

    Der XDJ-AN ist kein technischer Nachfolger des XDJ-RR, bei dem einfach jede Funktion des Vorgängers verbessert wurde. Dies ist eine Neuinterpretation des kompakten All-in-One-DJ-Systems. Der Pioneer DJ XDJ-RR ist stark auf USB-Sticks, externe Player und direkte physische Leistungssteuerung angewiesen. Das neue AlphaTheta verlagert den Fokus auf Streaming, Cloud, Wi-Fi, USB-C, mobile Geräte und SonicLink.

    Die Grundkomponenten bleiben bestehen: zwei Decks, Jog Wheels, Mixer, EQs, Hot Signals, Loops und Effekte. Geändert hat sich vor allem die Aufteilung zwischen der Hardware, dem Touchscreen und dem Netzwerk. Damit ist der XDJ-AN perfekt für eine Generation von DJs, die ganz selbstverständlich zwischen Smartphones, der Cloud, Streaming und klassischer DJ-Hardware wechseln. Der XDJ-AN zeigt ziemlich gut, wie eine kompakte DJ-Workstation im Jahr 2026 aussehen könnte. Die alte DJ-Garde mag darüber vielleicht die Nase rümpfen, aber für viele junge Wilde wird das 1.149 Euro teure Tool eine kleine Offenbarung sein.

    aus FAZEmag 176/10.26
    www.alphatheta.com



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