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Editorial: Diesem Haushalt mangelt es an Mut

    Editorial: Diesem Haushalt mangelt es an Mut

    Die Vorlage des Haushaltsplans ist für die Regierung eine Pflichtaufgabe, sogar eine verfassungsmäßige. Das heißt aber nicht, dass diese Übung immer erfolgreich ist. Bekanntlich haben die Regierungen dabei bereits versagt. Vor ein paar Monaten war diese Allianz noch keineswegs ausgeschlossen.

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    Obwohl die drei Parteien als Haushaltssanierer starteten, schrieben sie auch allerhand Wünsche für die Zeit nach 2027 in die gemeinsame Vereinbarung. Viele von ihnen waren mit dem politischen Horrorkonzept der Haushaltsreserven einverstanden. Es bestand aber große Hoffnung, dass bis dahin genügend Spielraum vorhanden sein würde, um die Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen.

    Ein doppeltes Budget wurde nicht angegeben

    Unterwegs sah es gar nicht so schlecht aus, doch dann brach der Iran-Krieg aus, die Energiepreise schossen in die Höhe und die wirtschaftlichen Aussichten entwickelten sich in die entgegengesetzte Richtung. Es war mit budgetärem Spielraum. Der Finanzrat forderte eine stärkere Konsolidierung. Hinzu kamen anhaltend schlechte Umfragewerte für ÖVP und SPÖ sowie wachsende Konflikte innerhalb des rosafarbenen Juniorpartners. Das ist der Stoff, der die politische Dynamik nährt, die „Genug!“ ruft. beginnt von Mai bis Ende. Das lehrt die Geschichte anderer Republiken.

    In diesem Zusammenhang wurde auch der Doppelhaushalt, der auch den fiskalischen Weg des Bundes bis 2028 aufzeigt, nicht genannt. Es gab nur eine leichte Irritation, die fast vergessen ist. Und mit den kürzlich beschlossenen Kürzungen der Lohnnebenausgaben sorgte die Koalition für eine gewisse Überraschung. Es unterlag ebenfalls Budgetrestriktionen, galt aber als nahezu unfinanzierbar.

    Allerdings bleiben einige heikle Fragen unbeantwortet. Im Haushaltsplan wird die Rekrutierungsreform überhaupt nicht erwähnt, der Eurofighter-Nachfolger wurde auf den Herbst verschoben und die Höhe mehrerer Kürzungen wurde vereinbart, aber nicht wie. Dies ist ein weiterer Treibstoff für die Koalition.

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    Ein Rasenmäher statt eines Fokus

    Doch die Einigung auf ein Budget hat auch seinen Preis. Es ist ein respektabler Kompromiss, aber kein mutiger. Es mangelt an Fokus und es wird zu viel Wert auf die Konsolidierung auf der Einnahmenseite gelegt. Mit Rasenmäher lässt sich sparen. Die Tatsache, dass der Klimahaushalt von allen Teilbereichen die höchsten Verluste verzeichnete, zeigt auch, dass diese Regierungsparteien auch ihre eigenen Kunden über das Notwendige stellen.

    Die geplanten Landesreformen sind nicht Bestandteil des Haushalts, sondern Gegenstand der Beratung mit den Ländern. Sie sollten ein großes Vermächtnis für diese Regierung sein – und ihren Nachfolgern die Haushaltsplanung erheblich erleichtern. Bemerkenswert ist, dass Finanzminister Markus Marterbauer in seiner Rede die „Finanzierung sozialer Systeme“ thematisierte und weitere Maßnahmen ankündigte. Nach Jahren der Beschönigung war dies eine wichtige und klare Ankündigung – und vielleicht der erste Schritt zu mutigen Entscheidungen?

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