Sichtlich unter den Umständen leidend: St. Pauli-Trainer Alexander Blessin Foto: IMAGO/Justus Stegemann
Frage an den St. Pauli-Trainer: „Bei Bornemann wäre ich schon längst dabei gewesen“
Die Automatismen in der aktuellen Situation sind immer die gleichen. Wer so abstiegsbedroht ist wie der FC St. Pauli, muss über alle möglichen Themen reden, auch wenn diese nur öffentlich diskutiert werden. Dazu gehört auch – oh Überraschung – ein möglicher kurzfristiger Trainerwechsel. Auch wenn die Aussagen der Charaktere seit Jahren identisch sind.
„Wir haben noch zwei Spiele vor uns. Wir werden jetzt nicht anfangen, über den Trainer zu reden“, sagte Hauke Wahl unmittelbar nach der 1:2-Niederlage gegen Mainz. Kapitän Jackson Irvine sagte dasselbe. „Absolut nicht. Der einzige Ausweg ist gemeinsam“, betonte der Australier in den Katakomben des Millerntor-Stadions. „Alle in diesem Gebäude müssen zusammenhalten, sich gegenseitig unterstützen und sich gegenseitig den Rücken stärken. Nur so werden wir in den nächsten zwei Wochen erfolgreich sein.“
Viel Unterstützung für den St. Pauli-Trainer
St. Pauli-Präsident Oke Götlich und Sportdirektor Andreas Bornemann hatten sich in den Wochen und Monaten zuvor klar und deutlich zu Alexander Blessin bekannt. Der Trainer selbst steht nicht im Verdacht, an seinem Stuhl festzuhalten, hinterfragt seine Rolle stets kritisch und würde etwa im Winter Platz für einen möglichen Nachfolger schaffen. Jetzt sieht es anders aus.
Kiezklub-Trainer Alex Blesin will nicht aufgeben
„Ich werde nicht aufgeben“, betonte Blessin. „Ich unterstütze das und bin davon überzeugt, dass wir es gemeinsam schaffen. Ich glaube nicht, dass ein Positionswechsel jetzt etwas bringen wird. Dann wäre ich schon längst bei Andreas Bornemann.“ Dies ist sein Gefühl, das aus seinen Eindrücken aus den Trainingseinheiten und Spielen des FC St. Pauli resultiert.
Was in Heidenheim funktioniert, funktioniert nicht unbedingt auch auf St. Pauli
Blessin macht auch klar, dass man als Trainer auch die Fähigkeit hat, mit relativ einfachen Mitteln etwas zu erreichen. „Natürlich denken wir darüber nach, die Jungs zu entlasten“, sagte er – auf die Frage nach dem Aufwärtstrend des 1. FC Heidenheim, da Trainer Frank Schmidt sagte, dass sie ohnehin nicht mehr durchhalten könnten. „Aber wenn Sie sich in die Lage des Absteigers versetzen und sagen würden, was Frank Schmidt gesagt hat, was würden Sie mir sagen?“ fragte Blessin rhetorisch.
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Es ist schwer. Andererseits hat man jetzt nichts mehr zu verlieren und muss sich nicht so sehr unter Druck setzen. „Es klingt kitschig, aber wir sind in Spiel 32. Wir haben nichts. In Spiel 34 können wir sagen, dass wir etwas zu verlieren haben.“
Die Möglichkeiten von St. Pauli sind und bleiben begrenzt
Eine weitere Änderungsmöglichkeit wäre beispielsweise eine Abkehr vom Spielstil. Weltmeister Christoph Kramer stellte jüngst fest, dass St. Paulis gepflegte Struktur möglicherweise nicht für den Abstiegskampf geeignet sei. Man braucht auch viel Selbstvertrauen, das man nach so vielen Spielen ohne Sieg nicht haben kann. Soweit die Theorie, die Blessing relativ schnell und verständlich widerlegen konnte, weil das Personal einfach nicht da ist, um Alternativen anzubieten.
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„Wir haben keinen Zielspieler, mit dem wir spielen können. Wir haben keine Fänger, von denen man sagen kann: ‚Wir gehen mit ihnen zum zweiten Ball.‘ Sie müssen etwas über die bestehenden Möglichkeiten herausfinden. „Wenn wir noch etwas machen, das weit von der Norm entfernt ist, werden wir Schiffbruch erleiden“, sagte der St. Pauli-Trainer. „Wir müssen den Stil, den wir haben, besser umsetzen. Am Ende des Tages geht es darum, wie man die Ziele erreicht. Und das ist zu billig.“
