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Immer Favorit, nie geliefert: Brasilien will endlich die 24-jährige Durststrecke beenden

    Immer Favorit, nie geliefert: Brasilien will endlich die 24-jährige Durststrecke beenden

    Als Ronaldo, der mit vollem Namen Luis Nazario da Lima heißt, im WM-Finale 2002 zwei Tore gegen Deutschland schoss und seinen Brasilianern zum fünften Titelgewinn verhalf, hatte die Selecao endlich fußballerische Höhen erreicht. Eine damals relativ junge Startgruppe, die von Experten einhellig als die goldenste Generation seit Paley bezeichnet wurde, sollte auf dem Papier in den kommenden Jahren unschlagbar sein. Doch es folgte große Ernüchterung. Probleme im Verband, das Ausscheiden einzelner Stars, schlechte Teamplanung und mangelnde Teamstruktur führten zu zwei aufeinanderfolgenden Ausscheiden im Viertelfinale. Als sie 2014 im Halbfinale standen, erlitten sie zu Hause eine der bittersten Niederlagen in der WM-Geschichte Brasiliens. Die 1:7-Niederlage gegen den späteren Weltmeister Deutschland markierte einen Wendepunkt. Nach dem „Schock von Mineirão“ musste eine Änderung vorgenommen werden. Doch das begann nur langsam. Auch 2018 und 2022 endete es jeweils im Viertelfinale. In diesen Jahren kritisierte die Presse regelmäßig die Südamerikaner. Das Vorgehen der Brasilianer wurde als „offizieller Fußball“ bezeichnet. Ihr Auftritt habe „kein Herz und keine Seele“ und widerspreche der „bunten, verspielten Fußballphilosophie“, für die die Selecao seit Jahrzehnten bekannt sei.

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    Licht und Schatten mit Ancelotti

    Dies wird sich unter dem erfahrenen Trainer Carlo Ancelotti, der letztes Jahr die Leitung einer schwächelnden Mannschaft übernommen hat, erneut ändern. Auch wenn die Brasilianer in der Qualifikation nicht ganz überzeugen konnten und am Ende nur den fünften Platz belegten, konnten die Fans zusammen mit den Italienern zumindest wieder seltenen Zauberfußball sehen. Allerdings bestehen weiterhin anhaltende Probleme in der Verteidigung, die die Brasilianer auf den sechsten Platz der Wetten hinter nur Spanien, Argentinien, Frankreich, England und Portugal drängen. Auch Kritik an seiner Teamzusammensetzung musste der 67-jährige Italiener einstecken. Mit einem Durchschnittsalter von 29,2 Jahren wird die Mannschaft bereits etwas älter. Elf Spieler sind 30 Jahre oder älter.

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    Besonders die Abwehr und das Mittelfeld sind von der Alterung betroffen. Routinier Alex Sandro (35), Douglas (32) und Marquinhos (32) führen die Abwehr an. Kein Verteidiger ist jünger als 27 Jahre. Neben seinem erfahrenen Motor Casemiro (34) ist auch das Mittelfeld relativ dünn besetzt. Nur sechs der 23 Spieler fühlen sich im Mittelfeld wirklich wohl, darunter Unbekannte wie Danilo und Lucas Paqueta, die beide noch zu Hause spielen.

    Sturm als großer Trumpf

    Der Angriff der Carnival Kicker ist so hochklassig wie schon lange nicht mehr. Neben Real Madrids Topstars Vinicius Junior, Gabriel Martinelli (Arsenal), Mathias Cunha (Manchester United) und Rafinha (FC Barcelona) hat sich auch Dauersorgenkind Neymar, mittlerweile wieder bei seinem Jugendverein FC Santos unter Vertrag, fit gemeldet und steht im Kader. Ob der mittlerweile 34-Jährige den teuersten Transfer aller Zeiten (er wechselte 2017 für 222 Millionen Euro von Barcelona zu PSG) tatsächlich nutzen wird, bleibt abzuwarten. Zu diesen Top-Stürmern gesellen sich auch zwei 20-jährige Supertalente: Lyons Andric und Bournemouths Ryan.

    Grundsätzlich gehört die Kaderplanung zu den schwierigsten Aufgaben eines brasilianischen Teamchefs, da die Möglichkeiten nahezu unerschöpflich sind. Kein anderes Land der Welt exportiert jedes Jahr so ​​viele Legionäre wie Brasilien. Etwa 3.000 Kicker aus Südamerikas größtem Land sind gleichzeitig als Profifußballer im Ausland aktiv. Ancelotti selbst übte sich im Vorfeld der WM in Zurückhaltung: „Ich weiß, dass die Mannschaft nicht perfekt ist, aber ich habe keine Angst zu sagen, dass wir auf jeden Fall Weltmeister werden können.“ Eine erste Einschätzung der Lage lässt sich am Sonntagabend (0.00 Uhr MESZ) abschätzen, wenn Brasilien auf Marokko trifft, das vor vier Jahren sensationell ins Halbfinale einzog und trotz der Qualitätsverluste der eigentliche Maßstab sein wird.

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