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Militärstratege: „Ukrainer nutzen Ressourcen besser und effizienter als Russen“

    Militärstratege: „Ukrainer nutzen Ressourcen besser und effizienter als Russen“

    Es ist mehr als vier Jahre her, seit Russland die Ukraine angegriffen hat. Drohnen bestimmen nun den Verlauf des Krieges – und die Ukraine hat dabei derzeit die Oberhand, wie Militärstratege Gustav Gressel am Freitagabend in ZiB 2 im „ORF“ erklärte.

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    „Russland nutzt immer noch die Abnutzungstaktik. Sie versuchen, so viel Munition in die Ukraine zu pumpen, bis entweder die Luftabwehr zusammenbricht oder das Unternehmen der ganzen Sache überdrüssig wird“, erklärte Gressel schon früh. Das beliebteste und einfachste Mittel hierfür sind Drohnen.

    „Schätzungen zufolge wird Russland in diesem Jahr mehr als 100.000 Langstrecken-Angriffsdrohnen produzieren. Zum Vergleich: Von konventionellen Marschflugkörpern werden rund 3.000 Stück produziert. Es ist ihnen egal, ob sie abgeschossen werden, sie sind Verbrauchsmaterialien“, sagte Gressel.

    Keine Panik in Moskau

    Dass sich die Abstände zwischen den Wellen russischer Drohnenangriffe durch die verbesserte Aufklärung verkürzen, erklärt er so: „Zu Beginn des Krieges dauerte es mehrere Wochen, den Schaden der vorangegangenen Angriffswelle zu ermitteln und neue Ziele zu planen.“ Das geht jetzt schneller.

    Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der Krieg derzeit ziemlich statisch ist. Der Hauptgrund liegt in der großen Anzahl an Drohnen, die einerseits über eine enorme Feuerkraft verfügen und stets relativ schnell feindliche Konzentrationen zerstören können. „Und die Drohnen-Infrastruktur ist relativ groß und stabil. Deshalb erfolgt die Invasion nur in der Geschwindigkeit, mit der ich die Drohnen-Infrastruktur, den Störsender und die Kommandozentrale hinzufügen kann. Das sind nur wenige Kilometer pro Tag.“

    Auch Russlands Armee ermüdete langsam und die Verluste waren entsprechend hoch. „Die Angriffe haben weitgehend nachgelassen“, berichtete Gressel.

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    Allerdings ist Grisel davon überzeugt, dass es in Moskau noch keine Panik gibt: „Der Kreml ist nach wie vor davon überzeugt, dass er einen langfristigen Vorteil hat. Wenn das Militär nicht die Erfolge liefert, die man sich vorstellt, wird Donald Trump die Ukraine zu einem aus Moskauer Sicht günstigen Abschluss zwingen.“

    Großer qualitativer Vorsprung für die Ukraine

    Dass es dem russischen Militär derzeit schwerfällt, liegt nicht nur an Ermüdungserscheinungen, sondern auch am hohen technischen Stand der Ukraine. Gressel betonte jedoch, dass „der Mensch dahinter sehr wichtig“ sei. Die Ukrainer haben viel über den richtigen und gezielten Einsatz ihrer Waffen und Ausrüstung gelernt. „Dementsprechend befinden sie sich nun in einer Situation, in der sie nur noch ihre Ressourcen nutzen, auch wenn diese teilweise weniger, besser und effizienter sind als die russische Seite. Dadurch werden die Verluste der Russen stark erhöht.“

    Die Tatsache, dass die Ukraine derzeit die Oberhand hat, bedeutet nicht viel. Dem Militärstrategen zufolge geschah dies während des Krieges mehrmals. Aber die Russen haben oft gesehen, was für die Ukrainer funktioniert, und haben sich entsprechend angepasst. „Der qualitative Gewinn ist derzeit riesig.“

    Könnte dieses Innovationsfenster auch kriegsentscheidend sein? Möglich, aber Russland habe noch wenige Optionen, sagt Gressel. Beispielsweise eine Zwangszusammenlegung, die lokal gefährlich wäre.

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