Ansi Suhonen, ehemaliger HSV-Profi, duelliert sich am Sonntag mit DFB-Stars um Florian Wirz (2. rechts). Foto: imago/Uwe Kraft
Nach seinem Abschied vom HSV im Winter: Der „finnische Messi“ glänzt wieder
Ansi Suhonen spielte bereits mit der finnischen A-Nationalmannschaft gegen Erling Haalands Norwegen. Zu seinem Lebenslauf gehörte auch ein Spiel gegen Portugal, doch bereits im Juni 2024 fehlte Cristiano Ronaldo beim Gegner. Der ehemalige HSV-Profi hat wohl noch nie so viele Stars auf einmal getroffen wie am Sonntagabend. Mit Finnland verlor Suhonen mit 0:4 gegen das DFB-Team. Danach strahlte er immer noch. Sein 90-minütiger Auftritt in Mainz passte zu seiner aktuellen Gefühlslage.
Der so verletzungsanfällige Suhonen überstand die Duelle mit Florian Wirtz, Jamal Musiala und Co. unbeschadet. Er war über die gesamte Distanz einer von nur vier finnischen Feldspielern auf dem Feld. Der Kicker bewertete den 25-Jährigen für seine Leistung gegen Deutschland mit 5,0, wirklich glänzen konnte jedoch kein Profi im Nationalteam von Trainer Jakob Friis. Die deutliche Niederlage gegen die WM-Mannschaft von Julian Nagelsmann, die in der FIFA-Weltrangliste 63 Plätze höher liegt (von Platz zehn auf 73), war keine Überraschung.
Ansi Suhonen verließ den HSV im Januar in Richtung Odense BK
Suhonen wird auch mit ihm klarkommen. Für ihn ist die aktuelle Länderspielreise eine Belohnung für die erfolgreiche Rückrunde. Am Freitag (19.45 Uhr) bestreitet Finnland einen Test gegen Ungarn, danach ist Sommerpause – auch für Suhonen, der vor einer Woche einen Saisonabschluss-Post auf Instagram geteilt hat. Dort schrieb er: „Ich habe meine ersten Monate in Odense genossen und freue mich auf die nächste Saison!“ Der Mittelfeldspieler ließ keinen Zweifel: Er fühlt sich beim Verein von der dänischen Insel Fünen wohl.
Schauen Sie sich diesen Instagram-Beitrag anEin von Anssi Suhonen (@anssi.suhonen) geteilter Beitrag
Suhonen verbrachte die Hinrunde der vergangenen Saison auf Leihbasis in Schweden bei Östers IF, im Januar verkaufte ihn der HSV dann endgültig nach neun Jahren und einer weiteren Leihe an Jan Regensburg (Rückrunde der Saison 2024/25). Der aktive Profi hat bei Odense BK bis 2029 unterschrieben. Der Deal scheint sich ausgezahlt zu haben. Als er Anfang Februar sein Debüt für den Erstligisten gab, durfte Suhonen sofort starten und sicherte sich seinen Stammplatz in der Abstiegsrunde der Superliga.
Zwei ehemalige Hamburger: Fiete Arp spielt ebenfalls für den dänischen Verein
Sein Verein feierte seine Einführung sogar über Instagram. Unter einem Highlight-Video von Suhonens vielen erfolgreichen Szenen während eines Spiels schrieb Odense: „Finnlands Messi“. So nennen auch seine Teamkollegen den agilen, 1,75 Meter großen ehemaligen HSV-Profi gerne. Zuletzt tat BC-Linksverteidiger Adam Sørensen dies in den sozialen Medien.
Suhonen musste im April wegen einer Muskelverletzung pausieren und nach seiner Rückkehr konnte Odense im Mai nicht gewinnen. Es gelang ihnen jedoch, in der Liga zu bleiben. Im letzten Saisonspiel gegen Vejle BK durfte der Finne erstmals mehr als 90 Minuten spielen, zusammen mit einem weiteren ehemaligen Hamburger Spieler: Fiete Arp (26), der bereits im Sommer des Vorjahres zum Boldklub gewechselt war. Den endgültigen, langfristigen beruflichen Durchbruch beim HSV hatte keiner geschafft.
Letzter Einsatz für den HSV vor Polzins Aufstieg
Im Fall von Suhonen liegt das nicht zuletzt an den vielen Verletzungen. Als junger Profi erlitt Suhonen unter anderem einen Kreuzbandriss (Saison 2020/21) und zwei Wadenbeinbrüche (von Mai bis September 2022 und von Juli 2023 bis Januar 2024). Er hatte mehrere Muskelverletzungen. Und so konnte Tim Walter, der HSV-Trainer, unter dem Suhonen die meisten Spiele bestritt (39), selten dauerhaft auf ihn zählen.
Lediglich zweimal spielte er unter Merlin Polzin – einmal im Zwischenspiel in Rostock (2:2) im Februar 2024, das andere Mal kurz vor Weihnachten in der Aufstiegssaison 2024/25. Beim 5:0-Sieg gegen Greuther Fürth, der für Polcins dauerhaften Aufstieg zum Cheftrainer entscheidend war, verzeichnete Suhonen sogar einen Assist als Wildcard. Es war aber auch sein letzter Auftritt im HSV-Trikot. In der anschließenden Transferphase ging er auf Leihbasis nach Regensburg. Zwölf Monate später wechselte er endgültig nach Odense – und es sieht so aus, als wäre es die richtige Entscheidung für seine Karriere gewesen.
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Suhonen hat noch nie in der Bundesliga gespielt, durfte sich nun aber auch auf Nationalmannschaftsebene mit Joshua Kimmich, Denise Undav und Co. duellieren. Und am Ende: Der Mann mit der Nummer 16 auf dem Rücken verzeichnete 63 Ballkontakte, gewann sechs seiner zehn Duelle, wurde viermal gefoult, schoss zweimal auf das deutsche Tor von Oliver Baumann und passte 90 Prozent seiner Pässe zu seinem finnischen Mitspieler.
