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VAR, Spielzeit, Getränkepausen: Diese neuen Regeln gelten bei der WM 2026

    VAR, Spielzeit, Getränkepausen: Diese neuen Regeln gelten bei der WM 2026

    Fans werden bei der WM 2026 noch häufiger einen Videobeweis zu sehen bekommen, wie hier bei einem HSV-Spiel in der Bundesliga. Foto: WITTERS

    VAR, Spielzeit, Getränkepausen: Diese neuen Regeln gelten bei der WM 2026

    Bei der WM 2026 gelten insgesamt acht neue Fußballregeln. Wie jedes Jahr haben der Weltverband FIFA und das International Football Association Board (IFAB) einige Regeländerungen beschlossen, die ab der neuen Saison 2026/27 gelten – und damit erstmals bei der WM. MOPO führt völlig neue Regeln für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ein. Das Fazit lautet: WM-Schiedsrichter müssen strenger werden, wenn es um zeitgesteuerte Spiele geht, und VAR muss einen noch größeren Einfluss auf das Spiel haben.

    Fußballfans wissen das – jeden Sommer. Der Weltverband FIFA trifft sich einmal im Jahr mit dem International Football Association Board (IFAB) und beschließt einige Korrekturen oder Änderungen der Fußballregeln. Die ältesten Fußballregeln sind mehr als 150 Jahre alt und die meisten davon gelten auch heute noch – allerdings mit Anpassungen. Die WM-Spiele 2026 sind nun die ersten Pflichtspiele, bei denen die neuen Regeln für die Saison 2026/27 umgesetzt oder zumindest getestet werden.


    Alle neuen Fußballregeln auf einen Blick:

    • UNSER prüft nun auch Eckbälle und Gelb-Rote Karten
    • Gelbe Karten werden nach der Vorrunde der Weltmeisterschaft gelöscht
    • Zwei Getränkepausen (unabhängig von der Temperatur) in der 22. und 67. Minute
    • 5-Sekunden-Countdown-Regeln für Würfe und Tritte vom Tor
    • 10-Sekunden-Countdown-Regeln für Schichten
    • Verletzte Spieler muss das Spielfeld für eine Minute verlassen
    • Roter Karton für die Hand über den Mund in einem Streit
    • Roter Karton aus Protest den Platz verlassen
    • Keine Änderung für Handspiel oder Hinterhalt bei der Weltmeisterschaft

    VAR prüft nun auch Eckbälle und Gelb-Rote Karten

    Die wichtigste Änderung: Ab der WM wird es noch häufiger Videobeweise geben. Der Video-Schiedsrichterassistent (VAR) hat das Recht, in drei weiteren Situationen einzugreifen:

    1. wenn der Schiedsrichter fälschlicherweise einen Eckball statt eines Abstoßes gibt (hier hat der VAR nur dann das Recht zur Meldung, wenn dadurch das Spiel nicht verzögert wird, d. h. die Überprüfung erfolgt sofort im Hintergrund)
    2. für eine Gelb-Rote Karte zur Überprüfung (nicht mehr nur für eine reine Rote Karte)
    3. für alle Karten, wenn eine Spielerverwechslung vorliegt oder die falsche Mannschaft bestraft wird

    Die bisherigen Befugnisse des VAR bleiben bestehen: Tor, Elfmeter, Rote Karte. Darüber hinaus gibt es nur die Spielereignisse Eckstoß und Gelb-Rote Karte.

    Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar kam es bereits zum Videobeweis. Hier zeichnet Schiedsrichter Daniele Orsato das typische VAR-Zeichen in die Luft.

    Gelbe Karten werden nach der Vorrunde der Weltmeisterschaft gelöscht

    Anders als bei früheren Weltmeisterschaften tragen die Spieler ihre gelben Karten aus der Vorrunde nicht mehr mit in die K.-o.-Runde. Bisher blieb die Warnung immer bis einschließlich des Viertelfinales bestehen, doch mit der zusätzlichen Zwischenrunde hat die FIFA diese Regelung gelockert. Stattdessen werden nun alle Gelben Karten nach dem dritten Spiel der Gruppe gelöscht und alle Profis stehen ab dem Achtelfinale wieder bei null. Unverändert bleibt, dass auf zwei Gelbe Karten eine Sperre folgt.

    Zwei Trinkpausen unabhängig von der Temperatur

    Bei der WM wird es in allen Spielen zwei feste Trinkpausen pro Spiel geben, immer genau in der Mitte der Halbzeitpause – also. in der 22. und 67. Minute. Die Verordnung sieht vor, dass es wie eine Auszeit in anderen Sportarten behandelt werden soll, bei der Trainer auch taktische Anweisungen geben dürfen. Die Trinkpause muss genau drei Minuten dauern. Wetter und Temperatur spielen keine Rolle, daher passieren sie auch bei Nachtspielen oder wenn es regnet. Kritiker vermuten, dass die FIFA lediglich zwei Spielpausen einbauen will, um in dieser Pause zusätzliche Werbung zu platzieren.

    Aufgrund der extremen Hitze der WM 2014 in Brasilien gab es nun gelegentlich „Abkühlpausen“ zur Abkühlung. Zwei Trinkpausen pro Spiel sind mittlerweile fest im Reglement verankert.

    5-Sekunden-Countdown-Regel für Schüsse und Abstöße

    Seit der letzten Saison gilt die neue Countdown-Regel für Torhüter. Hat der Torwart den Ball in der Hand, zählt der Schiedsrichter acht Sekunden. Der Torwart muss dann den Ball freigegeben haben, um keinen indirekten Freistoß gegen ihn zu erhalten. Diese Countdown-Regel gilt weiterhin – und jetzt wird sie sogar erweitert. Künftig kann der Schiedsrichter nicht nur bei Ballbesitz eines Torwarts, sondern auch bei Tacklings und Torschüssen fünf Sekunden per Hand zählen. Als Strafe ändert sich der Ballbesitz während des Tors (wie bei einem Foul) oder der Abstoß wird zu einem Eckstoß. Die FIFA will übermäßige Zeitverschwendung bei der Weltmeisterschaft verhindern. Es ist übrigens nicht bei jedem Spielstand und jedem Tor verpflichtend, sondern es liegt im Ermessen des Schiedsrichters, in welchen Situationen er wann den Countdown startet.

    10-Sekunden-Countdown-Regel für Schichten

    Auch Vertretungen sind für die Verantwortlichen offenbar zu zeitaufwändig. Deshalb gibt es nun eine ähnliche Countdown-Regel bei Spielerwechseln. Sobald der vierte Offizielle die Tafel mit der Trikotnummer hochhält, hat der ausgewechselte Profi genau zehn Sekunden Zeit, das Spielfeld zu verlassen. Geschieht dies nicht, muss der ausgewechselte Spieler bis zur nächsten Spielunterbrechung – mindestens jedoch eine Minute – warten, um als Strafe ausgewechselt zu werden. Das Team ist derzeit unterlegen.

    Verletzte Spieler müssen das Spielfeld für eine Minute verlassen

    Spieler, die wegen einer Verletzung auf dem Spielfeld behandelt werden, müssen künftig das Spiel für mindestens eine Minute verlassen, bevor sie auf das Spielfeld zurückkehren dürfen – unabhängig davon, ob sie bereits fit waren. Dies ist eine Maßnahme gegen das Handeln. Schließlich gilt die Regel ausdrücklich nicht, wenn die Behandlung durch ein Foul verursacht wird, das zu einer gelben oder roten Karte führt. Auch Torhüter sind hiervon ausgenommen; Ohne sie wird das Spiel nicht weitergehen. Eine ähnliche Regelung wurde in der US-amerikanischen MLS-Liga bereits erfolgreich umgesetzt.

    Trotz des Risses gelang es Bastian Schweinsteiger, im Finale der Weltmeisterschaft 2014 weiterzuspielen. Nach der neuen Regel ist dies nicht mehr erlaubt – er muss nach seiner Behandlung eine Minute lang das Feld verlassen.

    Rote Karte bei der WM wegen Hand in Hand im Streit

    Diese Regeländerung hat bereits für viele Schlagzeilen gesorgt. Hält ein Spieler die Hand vor den Mund, kann ihm unter bestimmten Voraussetzungen eine rote Karte gezeigt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn er mit einem Gegner im Streit steht, beispielsweise bei der Bildung eines Rudels. Schließlich könnten Berufstätige Beleidigungen sonst durch eine Mundbedeckung verbergen. Der Grund für diese neue Regelung ist ein Vorfall in der Champions-League-Saison, die am Samstag endete, als Gianluca Prestiani (Benfica Lissabon) während einer Auseinandersetzung mit Vinicius Junior von Real Madrid sein Trikot an den Mund hielt. Vinicius warf ihm daraufhin eine rassistische Beleidigung vor, doch Prestiani bestritt dies. Die UEFA erließ schließlich ein Verbot „diskriminierenden (dh homophoben) Verhaltens“, und die FIFA reagierte mit der neuen Regelung.

    Rote Karte bei der WM wegen Verlassen des Spielfeldes aus Protest

    Zukünftig wird es auch eine Rote Karte geben, wenn Spieler aus Protest das Spielfeld verlassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der Protest gegen den Schiedsrichter oder gegen die andere Mannschaft richtet. Wenn alle Spieler einer Mannschaft gemeinsam das Spielfeld verlassen, erhält jeder technisch gesehen die Rote Karte und das Spiel wird automatisch für den Gegner ausgetragen. Die FIFA verhängte die Regel, nachdem das Finale des Afrikanischen Nationen-Pokals zwischen Senegal und Marokko mit einem ähnlichen Protest weltweiten Aufruhr ausgelöst hatte.

    Keine Veränderung im Handspiel oder Standardsituationen bei der Weltmeisterschaft

    Die Hinterhaltsregel, nach der ein Spieler nur dann überfallen werden darf, wenn er sich vollständig vor dem vorletzten Gegner befindet, wurde noch nicht behoben. FIFA und IFAB wollen sich mit mehreren Testverfahren Zeit lassen, bevor sie diese Regel korrigieren. Mehrere Spitzentrainer forderten zuletzt eine entsprechende Reform. Auch beim Handball, der aufgrund seiner kontroversen Auslegung immer wieder für Probleme sorgt, wird es bei der WM 2026 keine Regelklärung geben.

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