Das blau-weiße Volleyball-Märchen endete dieses Jahr mit einem Meistertitel – Hartberg ist Österreichs Nummer eins. Mit einem dramatischen 3:2-Sieg über Reid gewannen die Oststeirer die Best-of-Seven-Finalserie mit 4:1 und die Spannung nahm danach kein Ende. Mehr als 1.500 Fans waren dabei, als sich die Mannschaft von Markus Hirkzy zum Meister krönte. Am nächsten Tag begaben sich Max Thaler und Co. zur offiziellen Siegerehrung ins Rathaus – mit anschließender großer Meisterschaftsfeier. Solche Szenen wären vor Jahren undenkbar gewesen, da Hartbergs Weg zum Erfolg auf sehr unangenehme Weise begann.
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Nach der bewussten Entscheidung, mit jungen und einheimischen Talenten neu anzufangen, gelang dem TSV nach der Saison 2019/20 der Wiederaufstieg in die höchste rot-weiß-rote Liga. Einen Märchentitel gab es damals noch nicht. „Wir waren froh, dass wir mit einer jungen Mannschaft den Schritt zurück in die Bundesliga machen konnten“, erinnert sich Geschäftsführer Markus Gaugl. Trainer Hirkzy kann durchaus als Katalysator für den oststeirischen Volleyball-Boom bezeichnet werden, denn er weiß nicht nur, wie man eine Spitzenmannschaft aufbaut, sondern auch, wie man junge Talente motiviert. „Dieser Meistertitel ist das Tüpfelchen auf dem i und für mich persönlich ist es noch schöner, dass wir ihn ein Jahr nach dem Erreichen der Champions League erneut geschafft haben“, sagte der Trainer.
Enttäuschung nach dem Titel
Die Rückkehr von Max Thaler als Zuspieler im Jahr 2022 dürfte ein weiterer Baustein im Erfolgsgefüge sein. „In den letzten vier Jahren sind wir sehr schnell gewachsen und jetzt ist das der ultimative Bonus. Bei uns kann man sehen, was mit einem kleinen Budget möglich ist“, erklärt Thaler. Nach Jahren in den Abstiegsrunden inklusive Relegation etablierte sich der TSV als Spitzenteam und feierte 2023 den dritten Platz in der Bundesliga. Es folgten zwei Vizemeistertitel (2024, 2025) und ein äußerst bitterer zweiter Platz im ÖVV-Cup 2024 mit einer Heimniederlage gegen Aich/obDob im Finale. Dieses Jahr bestand die nächste Chance auf den Cuptitel, doch als großer Favorit unterlagen wir überraschend dem UVC Graz.
Es war eine Art Wendepunkt für die Oststeirer. Alle konzentrierten sich neu, alle nutzten die bittere Niederlage als Motivation für ein größeres Ziel, das nun nach sechs Jahren harter Arbeit erreicht wurde. „Es fühlt sich immer noch nicht echt an. Ich war nicht der Einzige, der die ein oder andere Träne vergoss. Das ganze Team war sehr emotional“, erklärte Gougal, der am Dienstagabend über „Short“ sprach. Diese Einschätzung teilte er seinem Kapitän mit. „Wie erwartet war die Party großartig“, erklärte Thaler. Nach dem Jubel über den ersten Sieg bemerkte Trainer Hirkzy: „Ich bin nicht mehr der Jüngste. Sagen wir es so: Ich werde relativ schnell müde.“
Im Anschluss an die Feierlichkeiten soll es in der Oststeiermark zu ersten Vertragsgesprächen kommen. Der Meistertrainer bleibt an Bord und arbeitet bereits an der Teamplanung. Während der Ausnahmetalent Hampus Ekstrand den TSV verlässt, machte Zuspieler Thaler selbst deutlich, dass er trotz einiger Gerüchte „nie über einen Abschied nachgedacht“ habe und deshalb in der kommenden Saison das TSV-Trikot tragen werde. „Ich denke jedes Jahr und es macht mir wirklich Spaß. Hartberg ist jetzt meine Heimat und der Verein ist sehr familiär. Ich kenne jeden Fan persönlich.“ In den kommenden Wochen steht zunächst einmal auf dem Programm, was Hartburger neben Volleyball auch tun können: Feiern!
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