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Debatte über Sozialhilfe: Konzentration auf Menschen mit Behinderungen

    Debatte über Sozialhilfe: Konzentration auf Menschen mit Behinderungen

    In der Debatte um die Neuregelung der Sozialhilfe fordern Interessengruppen Reformen für Menschen mit Behinderungen. Ein repräsentatives Netzwerk aus Erwachsenenschutzvereinen, Behindertenrechtsanwälten und dem Lichterkat-Verband hat dazu einen Gesetzesentwurf ausgearbeitet. Auch wer dauerhaft arbeitsunfähig sei, solle entsprechende Unterstützung erhalten, hieß es in einer Präsentation am Mittwoch in Wien. Hohe Lebenshaltungskosten werden berücksichtigt.

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    Die Begründung für Sozialhilfe beruhe auf vorübergehenden Krisen, sagte Gerlinde Heim, Geschäftsführerin des Repräsentationsnetzwerks. „Manchen behinderten Menschen wird der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt, weil sie als dauerhaft arbeitsunfähig gelten.“ Diese Personengruppe achtet nicht ausreichend auf die Grundgesetze der Sozialhilfe, was häufig zu lebenslanger Armut führt.

    Deckung der Bedürfnisse für ein selbstbestimmtes Leben

    Menschen mit Behinderungen hätten höhere Lebenshaltungskosten, betonte Heim. Kern des Gesetzesvorhabens seien also „höhere Leistungen und mehr haltefähige Vermögenswerte“. Das Bedürfnis der betroffenen Menschen nach einem selbstbestimmten Leben muss anerkannt werden. Erhöhte Familienbeihilfen und andere Geld- und Sachleistungen kommen in keinem Fall in Betracht und werden nicht auf die Sozialhilfe angerechnet.

    Dabei geht es auch darum, bürokratische Hürden abzubauen. Sozialhilfeempfänger müssten sich „ständig rechtfertigen“, beklagte Heim. Stattdessen forderte sie dauerhafte Bekanntmachungen; Bereits eingereichte Unterlagen sollten nicht erneut eingereicht werden. Sanktionen wie Leistungskürzungen können „existenzgefährdende Situationen“ auslösen. Stattdessen waren zwei jährliche Sonderzahlungen für behinderte Menschen erforderlich.

    Erwachsene „verhalten sich wie Kinder“

    Elke Niederl, stellvertretende Anwältin für Gleichstellungsfragen von Menschen mit Behinderungen, beschrieb das Problem als „Erwachsene werden wie Kinder behandelt“. Wer im Haushalt der eigenen Eltern lebt, muss von diesen entweder Unterhalt verlangen oder auf Sozialhilfe verzichten – für Niederle handelt es sich dabei um „strukturelle Diskriminierung“. Daher soll die Unterhaltspflicht ab dem 25. Lebensjahr entfallen. Niederl erwähnte auch die Verpflichtung Österreichs, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen.

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    Brigitte Heller sagte, die aktuelle Situation werde bei den Betroffenen große Angst auslösen. Sie ist Vorsitzende der Lichterkat Association, einer Interessenvertretung für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Es gibt immer noch viele Stigmatisierungen, die zu Selbstmordgedanken führen können. „Ich glaube nicht, dass Sie dafür verantwortlich sein können“, sagte Heller.

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