...
Skip to content

Wohnungsbau: Gemeinnützige Organisationen wollen mehr bauen, aber „die Politik ignoriert uns“

    Wohnungsbau: Gemeinnützige Organisationen wollen mehr bauen, aber „die Politik ignoriert uns“

    „Der Wohnungsbau spielt in der Haushaltsrede von Finanzminister Markus Marterbauer keine Rolle.“ Michael Gehbauer, Präsident des Verbandes Gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV), hatte seine Zweifel – und er hatte Recht. Darüber hinaus fühlen sich gemeinnützige Organisationen seit Mittwoch von der Politik „abgehängt“. Bei ihrem Verbandstag in Graz machten Branchenvertreter deutlich, dass die Branche trotz der schwierigen Wirtschaftslage einen wesentlichen Beitrag zur Wohnungsversorgung leistet. Sie fordern von Bund und Ländern stärkere politische Unterstützung, mehr Investitionen und die Fortsetzung der Wohnbauförderung. „Das ist unser wichtigstes Anliegen“, sagt Gehbauer.

    Hinterlassen Sie eine Anzeige

    Der Verband vertritt 173 Unternehmen und 1,011 Millionen Wohnungen in Deutschland. „Wir versorgen damit etwa ein Viertel der Bevölkerung“, versichert Gehbauer. Österreichweit wurden im Jahr 2025 11.900 Wohnungen von gemeinnützigen Bauträgern fertiggestellt. Damit liegt die Bauleistung deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von über 15.000 Einheiten. Grund dafür sind steigende Baukosten, hohe Kreditkosten und eine schwache Konjunktur. Allerdings wuchs der Non-Profit-Sektor stärker als die private Immobilienwirtschaft, wo der Rückgang stärker ausfiel.

    In der Steiermark wurden im Jahr 2024 rund 1.360 Wohnungen in Betrieb genommen, weitere 2.400 befanden sich im Bau und 870 Wohnungen wurden thermisch saniert. „Die Politik hat mit Lippenbekenntnissen erklärt, dass wir in diesem Jahr eine Förderung für 1.400 neue Wohnungen erhalten. Das jährliche Neubauvolumen liegt derzeit bei rund 285 Millionen Euro, der Marktanteil fertiggestellter Einheiten liegt bei 14 Prozent“, erklärt GBV-Landesvorsitzender Christian Kreiner.

    Um wie viel wurden die öffentlichen Ausgaben gekürzt?

    Statistik für Kärnten: Zuletzt (2024) wurden 210 Wohnungen fertiggestellt und 860 befanden sich im Bau. Das jährliche Neubauvolumen wird auf 67 Millionen Euro geschätzt.

    SEE ALSO  An Universitäten: Studie deckt Lücke im Umgang mit Gewalt auf

    Gemeinnützige Organisationen wollen mehr bauen – im Raum Graz, in Leibnitz, Deutschlandsburg: „Die Koralmbahn schafft Bedarf.“

    Doch der Anteil der öffentlichen Ausgaben für den Wohnungsbau sei von 1,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf nur noch 0,45 Prozent gesunken, stellen Gehbauer und Krainer fest. Zwar erhalten die Bundesländer von Arbeitnehmern und Arbeitgebern milliardenschwere Wohnbauzuschüsse, sie verwenden diese jedoch nicht immer für Wohnzwecke.

    Darüber hinaus wollen gemeinnützige Organisationen den Wohnungsbau vom Bund aggressiv sehen. Investitionen in den Wohnungsbau werden nicht nur soziale, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben. „Jeder in der Steiermark investierte Euro löst Folgeinvestitionen von mehr als drei Euro aus“, zitiert Kreiner die Wifo-Studie.

    Erschwinglichkeit ist ein zentrales Argument für Non-Profit-Organisationen. Nach eigenen Angaben liegen die Kosten für die Unterbringung in ihren Anlagen durchschnittlich 20 bis 30 Prozent unter denen privater Anbieter.

    Der Wiederaufbau heizt die Inflation an

    Dies ist dank eines besonderen Systems möglich: Gewinne können nicht ausgeschüttet werden, sondern müssen im Unternehmen verbleiben. Diese Mittel generieren Zuflüsse für Immobilienkäufe, Neubauprojekte, Sanierungen oder Vorfinanzierungen. Dadurch entsteht ein Kreislauf, der langfristig stabile Mieten ermöglicht und gleichzeitig die finanzielle Stabilität der Unternehmen sichert. Während eine Reihe privater Immobilienunternehmen in den letzten Jahren unter Druck geraten seien, sei „die Existenz eines gemeinnützigen Bauträgers nicht gefährdet“, sagt Gehbauer.

    Hinterlassen Sie eine Anzeige

    Die Branche ist besorgt über die Entwicklung der Baukosten. Angesichts des möglichen Wiederaufbaus der Ukraine erwarten Experten einen Anstieg der Nachfrage nach Baumaterialien in ganz Europa. Dies kann die Baukosten deutlich erhöhen und Neubauwohnungen verteuern. Davon betroffen sind nicht nur gemeinnützige Bauträger, sondern auch jeder private Hausbauer.

    SEE ALSO  Top -Prüfung der Gruppe: Herbst als Elchentest für deutsche Verbindung

    Source link