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Koordination statt Revierkampf: drei Torhüter, ein Team

    Koordination statt Revierkampf: drei Torhüter, ein Team

    Österreichs Torwarttrio besteht bei dieser WM aus Alexander Schlager, Patrik Pentz und Florian Wiegel, wobei Schlager als designierte Nummer eins gilt.

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    Im von Michael Gasperning geleiteten Torwarttraining kommt es häufig zu Beleidigungen. Wie die drei Torhüter ihre Rolle in diesem Turnier wahrnehmen.

    Alexander Schlager:

    Florian Wiegel beneidet Alexander Schlager um die Ruhe und Souveränität, mit der der Neuzugang seiner Arbeit nachgeht: „Wenn ich es mit meiner ersten Zeit in der Nationalmannschaft vergleiche, kann man daraus eine Lektion lernen.“ Der 30-jährige Patrick Pentz beneidet ihn um seine fußballerischen Fähigkeiten am Ball: „Für mich ist er einer der besten Spieler der Welt.“ Wenn Sie zuversichtlich sind, Österreich als Nummer eins im Weltcup vertreten zu können, fällt es Ihnen vielleicht etwas leichter, über die Vorteile Ihrer direkten Konkurrenten zu sprechen. Doch der Salzburger hat stets versucht, seinen Beitrag zum Mannschaftsgefüge zu leisten, von dessen Unterstützung er nun profitiert. In den sieben Jahren seiner Zugehörigkeit zur Nationalmannschaft gab es ständig Debatten über den Platz im Tor. „Allerdings hat jeder Torwart immer eine gute Leistung gezeigt“, erklärt Schlager, der dieses Kunststück nun auf der WM-Bühne vollbringen will. Eigentlich sollte er bei der Europameisterschaft 2024 spielen, verletzte sich aber kurz zuvor. Man könnte es verspätete, aber wiederherstellende Gerechtigkeit nennen. „Wenn es eine Sache gibt, die ich von der Europameisterschaft gelernt habe, dann ist es, im Moment wertvoller zu sein, weil man einfach nicht weiß, was der nächste Tag bringen wird“, sagt Schlager, der am Tag X gegen Jordan seine „volle Leistung“ zeigen will.

    Patrick Pentz:

    Nutznießer des Schlager-Verletzungspechs bei der Europameisterschaft war Patrik Pentz, der beim Turnier in Deutschland zur Nummer eins avancierte und dieses Mal nahtlos in seine Rolle auf der Ersatzbank passt. Würde er Schlager einsetzen, weil er bereits EM-Erfahrung hatte? „Diese Erfahrung habe ich jetzt gemacht“, sagt der Brøndby-Legionär, „ich kann sie genauso genießen wie bei der Europameisterschaft. Ich bin dankbar, dass ich für so ein großes Event nominiert wurde.“ Natürlich will jeder spielen, stellt Pantz klar. Dass Österreichs Torhüter als Einheit auftreten, hat immer noch viel mit dem 29-Jährigen zu tun, der noch nie in einem Spiel zum Einsatz kam und auch nicht vorhat, dies auch in Zukunft zu tun. „Wir stehen zu 100 Prozent hinter ‚Gassi‘ und unterstützen ihn“, betont Pantz. „Gassie“ ist der Spitzname von Slager, mit dem ihn außerhalb der Arbeit eine Freundschaft verbindet. „Unsere Freizeit verbringen wir jeden Tag gemeinsam“, sagt der golfbegeisterte gebürtige Salzburger. Pentz spielt gerne die verbindende Rolle des Jokers. Offensiv gibt es im Torwarttrio ohnehin viel, das ganz kleine Ballhobby lässt Wiegel jedoch zu kurz kommen. Pentz lacht: „Wir haben ihn noch nicht überzeugen können, aber dann brauchen wir einen extra langen Schläger.“

    Florian Wiegel:

    Vor einem Jahr mit dem GAK im Bundesliga-Abstiegskampf, vor zwei Jahren mit dem DSV Leoben in der 2. Liga, vor drei Jahren mit Glisdorf in der Landesliga und vor vier Jahren mit Lebring in der Landesliga Steiermark. Jetzt der größte Spieler in der Geschichte der Weltmeisterschaft. Der Meteoritenschauer von Florian Wiegel ist wie ein Märchen. „Es ging so schnell“, sagt der Grazer, „ich hatte gehofft, dass es so kommt, aber dass es so schnell geht, kann man nicht erwarten.“ Zu Beginn der letzten Saison musste er Martin Jedlicka an seine Arbeitgeberin Viktoria Pilsen abgeben. Er schaffte es Mitte November 2025 in die tschechische Nationalmannschaft, wurde jedoch Ende des Monats durch den Steirer ersetzt. In 31 Pflichtspielen blieb Wiegel 14 Mal ohne Gegentor und kassierte insgesamt 27 Gegentore. „Es war hart, zu Beginn der Saison nicht zu spielen. Aber ich habe vom Trainer eine Chance bekommen und sie sehr gut genutzt. Ich war seit dem Winter die Nummer 1“, sagt Wiegele. Auch die erste ÖFB-Einberufung in die A-Mannschaft im März half und stärkte das Selbstvertrauen. Auch wenn nach derzeitigem Stand keine Einsatzchance besteht, hat der 2,05-Meter-Riese bereits Weltcup-Geschichte geschrieben. Über die Geschichte wurde in allen Medien berichtet, doch für Wiegel hatte sie einen bitteren Beigeschmack. „Für mich ist das kein Rekord, sondern eher eine Tatsache“, wäre er für andere große Erfolge bekannt. „Ich bin nicht stolz darauf, groß zu sein, ich kann nichts dagegen tun.“

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