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Mehr Ausländer als einheimische Neuankömmlinge an österreichischen Universitäten

    Mehr Ausländer als einheimische Neuankömmlinge an österreichischen Universitäten

    Nur weniger als 15 Prozent können ab Herbst tatsächlich Medizin studieren: In Wien, Graz, Linz und Innsbruck konkurrierten am Freitag mehr als 13.000 Teilnehmer des MedAT-Tests um 1.950 Studienplätze. Wer diese bekommt, hängt nicht allein von den Testergebnissen ab. Mindestens 75 Prozent der Plätze werden an österreichische Abiturientinnen und Abiturienten vergeben, weitere 20 Prozent stehen EU-Bürgern offen und nur fünf Prozent an Drittstaatsangehörige. Es handelt sich um eine EU-rechtlich sensible Sonderregelung, die Österreich gegenüber der EU-Kommission mit der Gefahr eines Ärztemangels begründen könnte.

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    Aber auch in anderen Studienrichtungen gibt es viele Menschen aus dem Ausland. Im Jahr 2024/25 wurden nach Einschätzung der wirtschaftsliberalen Ideologie Agenda Austria deutlich mehr Nicht-Österreicher (31.187) als Österreicher (20.484) erstmals zum Studium an einer öffentlichen Universität zugelassen. Ausgenommen hiervon sind jedoch z. B. Fachhochschulen, an denen der Anteil österreichischer Studierender generell hoch ist. Darüber hinaus werden etwa 8.000 Gaststudierende einbezogen, die über Programme wie Erasmus+ nur einzelne Semester und nicht die gesamte Studiendauer an einer örtlichen Hochschule verbringen. Österreich sollte noch darüber nachdenken, ob das Studium weiterhin kostenlos bleiben soll oder wie es ausländische Absolventen besser im Land halten kann, fordert Carmen Tremmel von Agenda Austria in „Presse“. Österreich finanziert derzeit zahlreiche Studienplätze mit Steuergeldern, ohne später von der Arbeit der Absolventen zu profitieren.

    Es ist nicht möglich, die EU-Bürger schlechter zu stellen

    Bereits jetzt müssen Drittstaatsangehörige 726,72 Euro Studiengebühren pro Semester zahlen. Österreichische und andere EU-Bürger können über die Mindeststudienzeit hinaus zwei Toleranzsemester lang kostenfrei studieren, danach wird ein Restbetrag von 363 Euro pro Semester fällig. EU-Bürger stellen den Großteil der ausländischen Studierenden: Im Wintersemester 2025/26 waren 186.022 (Voll- und Ausnahme-)Studierende der Statistik Austria, 71.535 Studierende aus EU- und EWR-Staaten sowie 38.620 Drittstaatsangehörige an öffentlichen Universitäten immatrikuliert.

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    Der Europarechtsexperte Walter Obwachser meint jedoch, dass das EU-Recht es nicht zulassen würde, dass die Bürger der Europäischen Union schlechter gestellt würden als die Österreicher. Allerdings wäre es möglich, Studiengebühren für alle einzuführen, diese aber durch sozial eingestufte Stipendien abzufedern, die dann überwiegend an Österreicher vergeben werden könnten.

    Holzleitner bleibt nicht für Studiengebühren

    Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass das passiert. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleiter (SPÖ) erneuerte diese Woche ihre Ablehnung von Studiengebühren. Ziel sei vielmehr, so das Ministerium, mehr ausländische Absolventen nach ihrem Studium in Österreich zu halten. Im Rahmen der Industriestrategie ist geplant, Absolventen österreichischer Universitäten den Zugang zur Rot-Weiß-Rot-Karte zu erleichtern, die Drittstaatsangehörigen die Beschäftigung in Österreich ermöglicht.

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