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WM-Ergebnisse: Dem ÖFB-Team gelang nicht der erhoffte große Erfolg

    WM-Ergebnisse: Dem ÖFB-Team gelang nicht der erhoffte große Erfolg

    Österreichs Fußballnationalmannschaft hat die Weltmeisterschaft im Rahmen ihrer Erwartungen gespielt – nicht mehr und nicht weniger. Der ÖFB-Auswahl in Nordamerika gelang kein großes Aufsehen. Im Achtelfinale zeigte die Truppe von Ralf Rangnick vom Europameister Spanien auf brutale Weise, wie weit sie noch von der Spitze entfernt ist. Allerdings hatte die Gruppenphase, die erst in der Nachspielzeit gegen Algerien mit Drama endete, bereits die ein oder andere Problemzone offenbart.

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    Die Österreicher erzielten in vier WM-Spielen neun Tore – und das nicht nur gegen die Mitfavoriten Argentinien (0:2) und Spanien (0:3). Defensive Unzulänglichkeiten waren auch gegen die Außenseiter Jordanien (3:1) und Algerien (3:3) zu erkennen, als die ÖFB-Mannschaft nicht richtig Druck machte. Und die Farbauswahl, die sich darüber definiert, schafft das selten auf der größten Bühne.

    Körperliche Defekte schloss der Teamchef als möglichen Grund dafür aus. Tatsächlich spielten die Österreicher in der schwülen Hitze von Kansas City ihr schwächstes Spiel der WM gegen Algerien. Ein später Treffer von Sasa Kalajdzic half ihnen, in einem seltsamen Finale eine Selbstniederlage zu vermeiden. Erstmals seit 1982 wurde das Mindestziel, die Gruppenphase der Weltmeisterschaft zu überstehen, erreicht. Die Hoffnung, Energie für das letztlich unvermeidliche Duell mit Spanien zu sammeln, erfüllte sich jedoch nicht.

    Baumgartner-Loch

    Schließlich war die Reise nach Los Angeles nur kurz. Um zu den Gruppenspielen zu gelangen, mussten die Österreicher lange Flüge und einen Zeitunterschied von zwei Stunden in Kauf nehmen. Aber sie genossen die milde, fast kühle Atmosphäre im Teamhauptquartier in Santa Barbara. Weil die WM-Generalprobe gegen Guatemala ersatzlos ausfiel, passten sich David Alaba und Co. den ersten zwei Wochen ohne Spielstress an der kalifornischen Pazifikküste an. Auch zwischen den Spielen waren die Familien der Spieler dort regelmäßig zu Gast.

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    Rangnik lässt seinen Kickern viele Freiheiten. Sie danken ihm mit Hingabe und die Teamstruktur ist stark. Oft wird die „Familie“ zitiert, die in den vier Jahren seit der deutschen Machtübernahme entstanden ist. Spielmacher Christoph Baumgartner etwa flog eine Woche nach seiner Oberschenkeloperation in die USA, um dort seine Rehabilitation zu absolvieren und die Mannschaft vor Ort zu unterstützen. Seine schwere Verletzung zwei Wochen vor Turnierbeginn versetzte der Mannschaft einen emotionalen Schlag.

    Im Gegensatz zur EM 2024, als Kapitän Alaba, Xaver Schlager und Torwart Alexander Schlager fehlten, war Baumgartner die einzige nennenswerte ÖFB-Niederlage für das Turnier. Offenbar konnte das Loch nicht gefüllt werden. Rangnik versuchte es mit einem anderen Ansatz, doch RB blieb ohne den Leipzig-Profi ein Stück. Gerade gegen Spanien gingen gewonnene Bälle sehr schnell verloren. Youngster Paul Wenner zeigte zuvor in der „Zehn“-Rolle vielversprechende Ansätze.

    Ein immer älter werdendes Kontingent

    Das Risiko, Wenner und Carney Chukwuemeka in das Führungsteam zu integrieren, scheint sich ausgezahlt zu haben, nachdem die Nationen einige Monate vor der Weltmeisterschaft umgezogen waren. Die in Deutschland und England ausgebildeten und stark von Rangnik trainierten Spieler stellten sich als Verstärkung dar, doch auch zwei unter 25-Jährige standen im WM-Kader. Bei der nächsten Europameisterschaft 2028 werden fast alle Leistungsträger über 30 Jahre alt sein, Kapitän Alaba wird bei dem Turnier 36 Jahre alt.

    Obwohl das Team immer älter wird, wird es vorerst keine großen Veränderungen im Team geben. Nicht viele Spieler aus dem aktuellen U21-Kader. Hoffnungsträger könnte eine Generation aktueller U17-Vizeweltmeister sein, von denen sich einige erst einmal im Profifußball beweisen müssen. Während Österreichs Innenverteidigung überversorgt ist, ist die Lage im Angriffszentrum ungewiss. Nach dem Rücktritt von Marko Arnautovic könnte Kalajdzic zu einem Schlüsselspieler werden. Der Zwei-Meter-Mann, der bereits drei Kreuzbandrisse erlitten hat, dürfte in bester Verfassung sein.

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    Im Tor festigte Alexander Schlager seine Rolle als Nummer eins. Der Salzburger Torwart ist einer der Gewinner dieser Weltmeisterschaft. Auch Marcel Sabitzer zeigte eine starke Leistung. Konrad Lamar arbeitete unermüdlich im Spiel gegen den Ball. Fast alle Teams sind dem Druck des Österreichers inzwischen erlegen – vor allem, wenn sie über die technischen Qualitäten Argentiniens und Spaniens verfügen.

    Der Moment, der anhält

    Die Österreicher haben unter Rangnik kein K.-o.-Spiel gewonnen. Bei der Europameisterschaft 2024 schied man im Achtelfinale gegen die Türkei aus (1:2). Mit 1,90 kann der 68-Jährige immer noch auf den besten Punkteschnitt aller ÖFB-Teamchefs mit über zehn Länderspielen verweisen. Kurz vor Turnierbeginn verlängerte Rangnik seinen Vertrag für die kommende EM-Saison. In den Wochen davor herrschte eine gewisse Unsicherheit.

    Finanziell hätte die WM dem ÖFB nach dem Erreichen des Achtelfinales einen kräftigen Schub gegeben, versüßt mit vier Millionen Dollar (3,5 Millionen Euro). Von der 1-Millionen-Dollar-Prämie für das Achtelfinale bleibt dem Verband nur noch wenig oder gar nichts übrig, abgesehen von zusätzlichen Kosten. Das Startgeld, das die FIFA wenige Wochen vor Turnierbeginn von 10,5 Millionen US-Dollar auf 12,5 Millionen US-Dollar erhöhte, garantiert dem heimischen Fußball zumindest etwas Extrageld.

    Ansonsten bleibt die erste WM-Teilnahme Österreichs in diesem Jahrtausend ein höchst emotionaler Moment. Niemand, der am 27. Juni in Kansas City anwesend ist – oder im Morgengrauen mit dem Österreicher vor dem Bildschirm sitzt – wird so schnell die weniger als 140 Sekunden zwischen dem bevorstehenden Ausscheiden gegen Algerien und dem rettenden Kopfball von Kalajadzic in buchstäblich letzter Sekunde vergessen.

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