Im Buddhismus ist Leere ein wünschenswerter Zustand, weil sie schmerzlos ist. Selbst der Ausstieg der Österreicher verlief schmerzlos, nur dann fühlte sich die Leere sehr still an, wie im Kino, als die Melania-Doku gezeigt wurde, wie die Regale mit Toilettenpapier während Corona. Die Augen der Spieler und Fans sahen aus wie die Kika/Leiner-Filiale nach dem letzten Räumungsverkauf – leer.
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Es war weniger die Trauer über das Ausscheiden gegen den Europameister, sondern eher die Gewissheit, dass wir gegen solche Mannschaften nie antreten können. Niemals! Es ist, als würde man mit einem Tee-Ei den Ozean auslöffeln oder den höchsten Berg der Welt besteigen – mit einer rostigen Hüftprothese. Jeder spanische Rodri oder Helodri war seinem Gegenstück so überlegen, dass das Ergebnis noch erfreulicher ist. Wir haben die beste Mannschaft des Jahrtausends, einen tadellosen Trainer, der nichts unversucht gelassen hat. Allerdings reichte es nicht einmal für eine Ecke. Wir können weder dem Schiedsrichter noch dem Spielverlauf die Schuld geben, nein, wir hatten keine Chance, wie ein Ketzer in der Folterzelle der spanischen Inquisition, dessen Unterstützung nicht funktionierte. Nervös, außer Form, unter Misserfolgen leidend? Falsches Setup? Eine Fünferkette und ein Konterspiel wie die Betonmischer von Kongo und Kap Verde? Alles inaktiv.
Nur eines stimmt: Wir hatten die falschen Gegner. Stets! Gegen tiefstehende Abwehrblöcke tun wir uns schwer und gegen technisch versierte Mannschaften sehen wir keine Fortschritte. Die Frage ist, gegen wen außer uns selbst können wir spielen? Müssen wir die schreckliche gähnende Leere ertragen und akzeptieren, dass wir für immer eine Nation von Skispringern und Rodlern sein werden? In Spanien wird auf jedem Kirchplatz und auf jeder Verkehrsinsel Fußball gespielt. Keine Wohnanlage ohne Käfig. Natürlich ist das Ergebnis ein anderes als bei der örtlichen Vereinsmolkerei.
Schließlich sind wir nicht schlechter als Deutschland, Holland und Kroatien. Besser als Italien, Dänemark, Türkei. Das Gefühl der Leere befreit dich von starren Grenzen. Auch für Österreich ist alles möglich. Wann genau? Die Mannschaft hat gut gekämpft, war nicht enthusiastisch, aber auch nicht völlig enttäuscht. Wir sind wieder einmal die Weltmeister der überzogenen Erwartungen, und die Leere, die daraus folgt, ist für uns wieder einmal keine Lektion. Aber egal, die nächste Qualifikation wird sicherlich kommen, und die Geschichte vom zu frühen Heimschicken der heimlichen Geliebten und der daraus resultierenden Leere wird sich wiederholen wie die Seelenwanderung im Buddhismus. Alles andere wäre Nirvana und wir können damit nicht leben. Lass uns weitermachen. Der nächste Gegner kommt bestimmt. Aber lohnt es sich, wenn wir noch mit uns selbst kämpfen? Aber ja! Perfekt!
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