Die Opposition hat den Doppelhaushalt scharf kritisiert. Blue-Budget-Sprecher Arnold Schiffer sprach von „einem Dokument des Haushaltsstillstands und der Verantwortungslosigkeit der Unternehmen“. Jede Diskussion über einzelne Schritte ist sinnlos, solange die übergeordneten Ziele nicht erreicht werden. Das mögliche Erreichen der 3-Prozent-Hürde der EU sei nicht ehrgeizig genug, „wir müssen uns endlich auf einen ausgeglichenen Haushalt zubewegen, alles andere ist eine Belastung für die Zukunft unserer Kinder.“
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Auch die Grünen äußerten sich kritisch: „Dieser Haushalt verschärft die Ungerechtigkeit und beschneidet die Zukunft“, sagte Parteichefin Leonor Gievesler, die insbesondere die Priorität der Dreierkoalition kritisierte: Während Milliarden für milliardenschwere Autobahnprojekte durch Naturschutzgebiete zur Verfügung stünden, fehle das Geld für lokale Energie aus Wind und Sonne. Auch die Grünen sehen einen Mangel an sozialer Ausgewogenheit. Steuerersparnisse werden bei großen Erbschaften erzielt, während Frauen, Familien und Geringverdiener gespart werden. Auch energiepolitisch geht der Haushalt in die falsche Richtung, indem kritische Mittel gekürzt werden, statt weiter in die Energieunabhängigkeit zu investieren. Die noch nicht näher definierte Abschaffung der klimaschädlichen Subventionen sei derzeit „nichts weiter als eine Illusion“.
WKÖ zufrieden, AK sieht ungleiche Schwierigkeiten
Die Wirtschaftskammer (WKÖ) begrüßte insbesondere die seit Jahren geforderte Senkung der Lohnnebenkosten. Dadurch wird die Belastung der Unternehmen deutlich reduziert. Positiv sei auch, dass Erbschafts- und Vermögensteuern nicht im Haushalt enthalten seien, weil sie handelsfeindlich und kontraproduktiv seien, so WKÖ-Präsidentin Martha Schultz. Genau das kritisiert die Arbeiterkammer (AK). AK-Haushaltsexperte Georg Feigl sagt, die offensiven Maßnahmen für Betreuung und Kindergärten seien willkommen, „aber die Härten sind ungleich verteilt.“ „Einige müssen sehr hohe Beiträge leisten, weil Teile des Bundes nicht bei denen ansetzen wollen, die Millionen bekommen.
Auch die KPÖ bezeichnete den Haushalt als „asozial und ungerecht“. Die Hauptlast der Kürzungen liege bei Geringverdienern und Rentnern, sagte KPÖ-Bundessprecher Tobias Schwager. Auch die gesellschaftliche Verbreitung von Mobilisierungsmaßnahmen wurde von der Volkshilfe kritisch beurteilt. „Während Arbeitnehmer, Familien und Rentner durch die Haushaltsmaßnahmen belastet werden, sind Millionen Erben und Superreiche erneut verschont geblieben“, sagte Volkshilft-Direktor Eric Fenninger laut Aussendung. Fenninger äußerte sich positiv darüber, dass es mehr Mittel für mobile Dienste in der Pflege gibt, dass das Einkommen des Partners bei der Nothilfe nicht berücksichtigt wird und dass zusätzliche Mittel für Frauenabteilungen und Grundschulbildung vorgesehen sind. Das Bündnis „Solidarischer Widerstand gegen Sozialabbau“ rief für den Nachmittag zu Demonstrationen gegen Sozialabbau und Aufrüstung auf.
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