Timo Werner erzielte sein erstes Tor für San Jose. Foto: picture Union / Sipa USA
Endlich wieder glücklich: Timo Werner: Traumstart in Kalifornien
Timo Werner hat wieder Spaß am Fußball – und hat mit seinem neuen Team einen perfekten Start in die MLS hingelegt. Nach frustrierenden Monaten zwischen der Bank und der Tribüne bei RB Leipzig übernahm der ehemalige Nationalspieler sofort eine Schlüsselrolle bei den in Kalifornien beheimateten San Jose Earthquakes. Sein erstes Saisontor erzielte er nun beim 4:1-Sieg gegen den FC Los Angeles.
Nach fünf Einsätzen hat der Stuttgarter eine starke Bilanz von vier Toren vorzuweisen – in nur einem Spiel über die gesamten 90 Minuten und einer kurzen Verletzungspause in den letzten zwei Wochen.
„Jetzt haben wir alle gegen die besten Mannschaften gewonnen. Und ja, generell ist das Leben bisher sehr, sehr gut und es macht viel Spaß“, sagte Timo Werner (30) nach dem Sieg in Los Angeles. „Es macht doppelt so viel Spaß, wenn man ein gutes Tor schießt.“
MLS: Werner glänzt in San Jose
Werner sorgte in der 56. Minute nach einem schönen Soloangriff für das 2:0. Drei Minuten zuvor befand er sich bereits in einer guten Position im Strafraum, verzichtete aber im Interesse der Mannschaft auf einen Alleinschuss – Useni Buda nutzte den zentrierten Pass und ging in Führung. „Er ist ein herausragender Spieler und wir werden viel Spaß mit ihm haben“, sagte Trainer Bruce Arena nach dem Sieg gegen eine Mannschaft, die zuvor wettbewerbsübergreifend zu Hause ungeschlagen war und eine Tordifferenz von 17:1 aufwies.
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— Erdbeben in San Jose (@SJEarthquakes) 20. April 2026
Der ehemalige US-Nationaltrainer ist in seinem zweiten Jahr als Trainer in San Jose und spielte eine Schlüsselrolle dabei, Timo Werner davon zu überzeugen, im Januar zu verpflichten und auf einen anderen Kontinent zu wechseln. Arena habe den Wechsel für ihn „sehr, sehr angenehm“ gemacht, berichtete Werner. Ein weiterer wichtiger Grund: „Das gute Wetter. Ich denke, das war am Anfang das Wichtigste.“
Werner war sich nicht ganz sicher, worauf er sich einließ, als er sich für den Beitritt zu den Earthquakes entschied – die Geburt seines ersten Kindes stand unmittelbar bevor und so verzichtete der Champions-League-Sieger mit Chelsea FC bereits im Vorfeld auf die Teilnahme. „Es war ein wenig angespannt“, beschrieb Werner die Situation.
Timo Werner: Glück auf dem Umweg
Sein Debüt gab er schließlich am 28. Februar: Gegen Atlanta United sammelte er die ersten 29 Minuten MLS-Erfahrung und tauchte mit einem Assist sofort in den Statistiken auf. Gegen die Philadelphia Union waren es 45 Minuten – und ein zweiter Assist im zweiten Spiel.
Werner freute sich über sein erstes Eigentor bei seinem fünften Einsatz. „Insgesamt war es für mich wichtig, ein Tor zu schießen und endlich in die Torliste zu kommen“, sagte er.
Nach seinem kometenhaften Aufstieg als Jugendspieler vom VfB Stuttgart über RB Leipzig bis hin zur Nationalmannschaft und dem FC Chelsea in der Premier League geriet Werners Karriere in den letzten Jahren ins Stocken. Die Rückkehr nach Leipzig verlief nicht wie erwartet. Auch bei Tottenham Hotspur war der Stürmer nicht gerade glücklich und unter Trainer Ole Werner spielte er in der Hinrunde bei Leipzig keine Rolle mehr.
Werner zieht ein positives Fazit für die MLS
Vor einem Jahr war noch von einem Wechsel nach New York die Rede, doch Timo Werner gelang erst spät der Weg in die USA. Seine Frau und sein Kind leben immer noch in Deutschland und er hat sich vorerst alleine auf das Abenteuer Westküste eingelassen. „Ich muss sagen, es ist ein bisschen wild. Wenn man kein Amerikaner ist, muss man viele Hürden überwinden, um alles zu bekommen: ein Auto, ein Haus und alles“, sagte er.
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Timo Werner scheint immer noch zufrieden zu sein: Die Gegend, in der er lebt, „ist wunderschön. Ich denke, dass man dort wirklich eine gute Zeit haben kann“, sagte er. „Der Verein ist großartig, das Wetter ist gut, man kann also eine sehr, sehr gute Halbzeit haben.“ (dpa/ch)
