Zum zehnten Mal fand in Wien der „Austrian World Summit“ statt, eine internationale Klimaschutzkonferenz. Ihre Mission: Politik, Zivilgesellschaft und sogar Wirtschaft zusammenzubringen, um eine breite Koalition für den Klimaschutz zu bilden und konkrete Lösungen für diese Krise aufzuzeigen. Auch Prominente von Arnold Schwarzenegger bis Kamala Harris waren anwesend, und Papst Leo XIV. wandte sich in einer Videobotschaft an die Teilnehmer.
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Gute Absichten, meist schlechte Ergebnisse
Man sollte nicht an guten Absichten zweifeln – ein fiebernder Planet aber auch nicht: Laut einem UNICEF-Bericht sind fast die Hälfte der Kinder auf der Welt – also 1,1 Milliarden – mindestens drei Klimabedrohungen gleichzeitig ausgesetzt. Nach Angaben des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus war dieser Mai von einem raschen Übergang von unterdurchschnittlichen Temperaturen zu einer der heftigsten Hitzewellen geprägt, die Westeuropa bisher in diesem Jahr erlebt hat. (Oder vielleicht gerade deswegen?) Auch wenn die Stimmung der Müdigkeit längst Einzug gehalten zu haben scheint, häufen sich solche sachlich fundierten Berichte weiterhin.
Der Eindruck ist, dass sich nicht nur das Klima verändert, sondern auch die Stimmung in der Politik, die sich damit befasst, zumindest auf dem Papier. In einer Welt voller Krisen – wir erleben riesige Kriegsschauplätze und eine neue Politik völkerrechtsferner Machtsphären – scheint dieses Thema ins Hintertreffen zu geraten. Das ist nicht nur auf die ausgeprägte Unterdrückungsmuskulatur der Menschen zurückzuführen: Die Geschichte des Klimaschutzes ist oft voller gebrochener Erklärungen, ergebnisloser Debatten und wertloser Treffen: Seit Beginn der jährlichen UN-Klimakonferenz (COP) im Jahr 1995 finden im kommenden November 30 offizielle Weltklimagipfel statt – einen Zeitplan gibt es.
Klimaschutz scheint ein Sparkurs zu sein, an dem sich nur wenige beteiligen wollen – und der bittere Beigeschmack bleibt, dass die echten Entscheidungsträger ohnehin schon vor echten Fortschritten in die richtige Richtung zurückschrecken. Eine Gruppe von Totalleugnern lässt sich in keiner Weise mehr sensibilisieren – in dieser Blase geht es früher oder später um Prinzipien.
Das Klima kann es kaum erwarten
Das Problem ist: An den Klimaveränderungen, die jetzt den Nord- und Südpol und alles dazwischen mehr oder weniger stark beeinflussen, ändert sich dadurch nichts. Klimaschutz wird keine breite Akzeptanz erreichen, solange es bestenfalls (gut gemeinte) Symbole und keine echten Veränderungen gibt. Dass die Menschheit wie nie zuvor um die Welt fliegt, ist sicherlich nicht gut für den Planeten – es gab bereits Tage, an denen 24.000 Flugzeuge gleichzeitig um die Welt in der Luft waren. Doch es geht nicht nur um den Verzicht. Die Welt muss jetzt endlich handeln.
Fakt ist: Basierend auf dem Fortschritt stehen in vielen Bereichen längst praktische Werkzeuge, Tools und Ansätze zur Verfügung, um tatsächlich große Fortschritte zu machen. Jetzt gibt es keinen Spielraum mehr, dies links liegen zu lassen. Mitmachen kann auch eine unterhaltsame Aktivität sein.
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