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Frauen-Pleite-Schock: HSV-Spielerin fällt nach Abpfiff in Ohnmacht

    Frauen-Pleite-Schock: HSV-Spielerin fällt nach Abpfiff in Ohnmacht

    Nach der Niederlage gegen Union Berlin herrschte bei den HSV-Frauen Enttäuschung. Foto: WITTERS

    Frauen-Pleite-Schock: HSV-Spielerin fällt nach Abpfiff in Ohnmacht

    Die HSV-Frauen verloren am Freitag mit 0:1 (0:0) gegen den 1. FC Union Berlin. Eine bittere Niederlage für die Mannschaft von Trainer Rodolfo Cardozo, die nach dem Schlusspfiff sofort in den Hintergrund geriet. Kurz nach Spielende brach Magu Doukoure vor der Nordtribüne zusammen und musste wenige Minuten lang medizinisch versorgt werden. Es gab Momente, in denen alle zusammengehalten haben und wieder einmal wurde klar: Fußball ist zwar der beste Nebenerwerb der Welt, aber er ist und bleibt Nebenerwerb.

    „Sie war jetzt ansprechbar und, wie es die Situation erfordert, jetzt stabil und steht unter ärztlicher Beobachtung“, verkündete HSV-Boss Eric Huer den Höhepunkt nach dem Spiel. Nach dem wirklich wichtigen Spiel herrschte Stille im überfüllten Volksparkstadion. Doukoure brach nach dem Schlusspfiff vor der Nordtribüne zusammen und wurde hinter der Plane medizinisch versorgt. „Sie war bewusstlos. Wir stehen alle immer noch unter Schock. Das waren Bilder, die wir alle nicht sehen wollen. In solchen Momenten merkt man einfach, was am wichtigsten ist“, sagte Heuer traurig.

    Nach der Pleite des HSV: Magu Dookure zusammengebrochen

    Laut Huer handelt es sich um eine Kombination verschiedener Faktoren. „Die Temperatur, die Erschöpfung, die Emotionalität“, sagte der 42-Jährige, der die Ersthelfer lobte: „Die Kollegen um uns herum haben sofort reagiert, alles Menschenmögliche getan. Jetzt drücken wir alle die Daumen und senden unsere Gedanken an Magu, damit sie schnell wieder auf die Beine kommt. Hoffentlich klingelt bald mein Handy und es gibt einen Daumen hoch und wir können Magu morgen wieder vollkommen stabil in den Armen halten.“

    Kurz nach 18 Uhr schrieb der Verein auf Instagram: „Als sie das Stadion im Krankenwagen verließ, war sie bereits wieder ansprechbar und stabil. Magu wurde jetzt vorsorglich im UKE untersucht.“

    Nach dem Schlusspfiff wurde vor der Nordtribüne ein Sichtschutz errichtet.

    Der Schockmoment prägte sich zunächst tief in alle Körper und vor allem in die Köpfe ein. Einzelne Spieler betraten sichtlich deprimiert und geschockt die Kabine. Plötzlich war alles andere egal. Der Abstiegskampf – vergessen. Es ging nur um das Wohlergehen aller Anwesenden. Die Spielerinnen von Union Berlin unterstützten und trösteten die Hamburgerinnen, die mit Tränen in den Augen das Spielfeld verließen.

    Vor dem Spiel: Die HSV-Frauen kamen in besonderen T-Shirts an

    Vor dem Schock war die Stimmung mehr als 90 Minuten lang gut. Bei strahlendem Sonnenschein und vor 8.666 Zuschauern traf der HSV im Volksparkstadion auf die Berliner. Die Voraussetzungen für die Rückkehr von Interimstrainer Cardoso in den Volkspark hätten kaum besser sein können. Sportlich sah es völlig anders aus. Mit Lotta und Jonna Wrede sowie Victoria Schulz musste Cardoso auf mehrere Leistungsträger der vergangenen Wochen verzichten. Und für das große Ziel, den Klassenerhalt, waren Punkte nötig. Der Druck im Spiel war nicht zu leugnen.

    Die HSV-Frauen trugen Aufwärmshirts mit dem Slogan „Hamburg kann große Spiele spielen“.

    Das Motto „Hamburg kann große Spiele machen“ sollte nicht nur für die Hamburger Olympiade am Freitag gelten. Auch für die HSV-Frauen unter Cardoso stand ein großes Spiel auf dem Programm. Gegen den Mitaufsteiger aus der Hauptstadt ging es um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt und damit den Verbleib im Volksparkstadion für die HSV-Frauen, die im Abstiegsfall umziehen müssen.

    Tolle Stimmung auf der Tribüne – Boesl rettet Union Berlin

    Die Höhepunkte lagen in der Anfangsphase vor allem abseits des Spielfeldes. Beide Fan-Lager zeigten, warum sie (neben den Bayern) als Figuren in der Frauen-Bundesliga gelten. Sie haben ihre Teams lautstark unterstützt und vorangetrieben.

    Nach einer kurzen Überprüfung fingen die Dinge auf dem Feld wirklich an zu funktionieren. Der HSV setzte mit der Riesenchance zum 1:0 das erste Ausrufezeichen, doch Union-Torhüterin Cara Bösl parierte den Kopfball von Christine Meier glänzend (16.). Vier Minuten später genau das gleiche Spiel: ein langer Ball auf Meyer, der einen kompletten Freistoß aus rund sieben Metern per Kopf köpfte, aber erneut vom starken Bösl geblockt wurde.

    Magou Doucouré (r.) im Duell mit Hannah Eurlings. Nach dem Spiel gab es Bedenken um den HSV-Spieler.

    Dann der erste Schreckmoment auf der anderen Seite. Nach einem direkten Freistoß der Berliner landete der Ball im Tor der Hamburger. Doch Schiedsrichterin Anna-Lena Heidenreich pfiff, kurz bevor der Ball über die Linie rollte, da Top-Torjägerin Leah Kamber sich einen unfairen Vorteil verschafft hatte, indem sie Annalyn Böhler kurz zuvor zu Fall brachte.

    Viele Chancen: Dem HSV gelang es nicht, den Ball über die Linie zu bringen

    Kurz darauf eine dreifache, nein, vierfache Chance für den HSV: Erst traf Mia Bühles sehenswerter Freistoß den Pfosten, dann scheiterten Paulina Bartz, Svea Stold und schließlich Meyer mit ihren Nachschüssen im Chaos des Strafraums. Boesl war wieder am Ball und schaffte es nach 30 Minuten, sieben Bälle abzuwehren.

    Den HSV-Frauen gelang es in der ersten Halbzeit nicht, an Berlins Torhüterin Kara Bösl vorbeizukommen.

    Zwischen dem Ende des Herrentrainings und der Abreise nach Frankfurt zum Spiel gegen die Eintracht am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) war Merlin Polcin bei dieser Gelegenheit auch noch einmal im Volkspark zu sehen und gratulierte seinen Kollegen in der ersten Halbzeit, die kurz darauf 0:0 endete. Allerdings hatte der HSV klar die besseren Chancen.

    Auch in der zweiten Halbzeit startete Rotosen besser. In der 51. Minute konnten sie erstmals die leichte Verunsicherung von Bösl ausnutzen, als dieser bei einem Freistoß den Ball nicht unter Kontrolle bekam. Aber auch Sophie Hillebrand brachte den Ball nicht über die Linie: Sie versuchte, den ausgefallenen Bösl mit einem Lupfer zu besiegen. Ihr Versuch verfehlte jedoch das Ziel.

    Union Berlin schockt HSV – Alu-Pech in Hamburg

    Mit einem parierten Schuss aus der Distanz (54.) gelang es HSV-Torwartin Lea Paulik erstmals, sich zu profilieren. Kurz darauf parierte sie erneut einen Schuss aus kurzer Distanz, konnte aber nicht klären. Der Ball prallte an den Pfosten und von dort an die Füße von Amber Tysiak, die den Ball über die Linie drückte und zum 0:1 traf (60.). Schiedsrichter Heidenreich wartete kurz ab, ob der Ball tatsächlich die Linie überquert hatte, deutete dann aber auf den Mittelkreis. Von unverdienter Führung war keine Rede. Angesichts der Qualität der Chancen war es auf jeden Fall eine bittere Niederlage für ein hart arbeitendes Hamburger Team.

    Die Fans im Volkspark ließen sich davon nicht unterkriegen. „Hamburg ist viel schöner als Berlin“, schallte es von der Tribüne. Es gab großen Lärm, als der eingewechselte Wildan Kardesler aus eigener Kraft ins Berliner Tor lief. Naika Reissner konnte aufholen, konnte sie aber nicht davon abhalten, ins Ziel zu kommen. Allerdings traf Kardesler die Latte (86.). Es sollte einfach nicht sein. Auch in der sechsten Minute der Nachspielzeit hatte der HSV zwei Schüsse, beide wurden vom Aluminium abgefälscht. Der HSV schaffte es nicht, seine 18 Schüsse zu verwandeln (Union Berlin: 13). Das Spiel endete 0:1.

    Der Rivale SGS Essen trifft am Sonntag auf Leverkusen

    Sportlich müssen die Hamburgerinnen nun darauf hoffen, dass Bayer Leverkusen, das am Sonntag gegen die SGS Essen spielt, verhindern kann, dass es für den HSV noch enger wird. Der Rückstand auf Platz 13 beträgt aktuell drei Punkte – die Tordifferenz fällt lediglich zu Gunsten der Rothosen aus (Herbst: minus 34; HSV: minus 29).

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    Nächste Woche geht es für Cardosos Mannschaft im vorletzten Saisonspiel gegen den 1. FC Köln weiter. Nach dem Spiel in Köln gab Cardoso zu Beginn seiner Amtszeit bekannt, dass er wünschte, er hätte den Klassenerhalt bereits gesichert. Viel wichtiger als das ist die Gesundheit von Magou Doucouré.

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