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Gefängnis: Massenentlassungen kommen für ÖVP und Neos „nicht in Frage“.

    Gefängnis: Massenentlassungen kommen für ÖVP und Neos „nicht in Frage“.

    Österreichische Gefängnisse sind überfüllt. Anfang Juni befanden sich 9.124 Personen in Haft, was einer Auslastung von 108 Prozent entspricht. Doch die ÖVP hat den Vorschlag von Justizministerin Anna Spörer (SPÖ), kurzfristige Erleichterungen zu gewähren, nun endgültig abgelehnt.

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    Letzte Woche kündigte das Justizministerium Pläne an, etwa 500 Insassen vorzeitig freizulassen, um der Überbelegung entgegenzuwirken. Das Ministerium sagte damals, dass „wer sich im Gefängnis, zum Beispiel bei der Entlassung, bewährt hat“, anspruchsberechtigt sei. Straftäter, die wegen Sexual-, Terror- oder schwerer Gewaltverbrechen hinter Gittern sitzen, seien „selbstverständlich ausgeschlossen“, ebenso Personen, die nach dem Verbotsgesetz verurteilt wurden.

    Auch Neos gegen vorzeitige Entlassung

    Der Vorschlag stieß bei der ÖVP von Anfang an auf wenig Begeisterung. Vereinsboss Ernst Gödel schrieb in einer Aussendung, Sporer dürfe in dieser Angelegenheit „keine voreiligen Entscheidungen treffen“. Obwohl sich die Bedingungen in den Gefängnissen verbessern sollten, „kann es nicht sein, dass verurteilte Straftäter von einer Überlastung des Systems profitieren.“ Auch die oppositionelle FPÖ ortete eine „Kapitulation vor dem Rechtsstaat“.

    Nun scheint Sporers Initiative innerhalb der Koalition endgültig vom Tisch zu sein. Es werde keine Massenentlassungen geben, sagte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) am Montag. Am Dienstag dankte Innenminister Gerhard Kerner seinem Parteikollegen für ein „Machtwort“ und sagte, eine Amnestie für die ÖVP käme „aus Sicherheitsgründen nicht in Frage“. Neos-Justizsprecherin Sophie Wotschke scheint dem zuzustimmen und verweist stattdessen auf die Verlängerung des „Hausarrests“, über den die Regierung am Mittwoch im Kabinett entscheiden will. Viele Gefangene, die Einreise- oder Aufenthaltsbeschränkungen unterliegen, können daher in Zukunft ohne Zustimmung in ihr Herkunftsland überstellt werden. Auch auf ÖVP-Seite sehen sie den Ausbau elektronischer Fußfesseln als Alternative zu Entlassungen.

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    Sporrer will an dem Vorschlag festhalten

    Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) unterstützte Spörer und sprach von einem „überlegten, ausgewogenen“ Vorschlag. „Etwas aus populären Gründen abzulehnen, bringt uns nicht weiter.“ Der Minister selbst will an den Plänen festhalten und hat die Justizsprecher der Bundestagsfraktionen zum Austausch eingeladen.

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