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Gregor Mühlberger führt durch die Tour – „Everybody’s Behind Us“

    Gregor Mühlberger führt durch die Tour – „Everybody’s Behind Us“

    Gregor Mühlberger lag lange Zeit in den Armen seiner Frau, während die Menschen um ihn herum jubelten und Fähnchen schwenkten und ein kalter Wind über die Kaiser-Franz-Josephs-Höhe wehte. „Es ist ein sehr emotionaler Sieg“, sagte er wenig später. Er schluckte. „Und es ist großartig, wieder der Glocknerkönig zu sein. Ich wusste, dass ich gute Laune hatte und der Aufstieg zu mir passte. Aber nach der ersten Etappe war alles gegen uns.“

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    Am 2. September 1856, 62.036 Tage nachdem Kaiser Franz Joseph in Begleitung seiner Sissy und einer großen Delegation den Weg nach Pasteurze bestiegen hatte, feierte Mühlberger dort einen Sieg. Später im Jahr 2014, als er der jüngste Glöcknerkönig war, gelang ihm dieses Kunststück erneut. Stunden vor den Profis kämpften sich unzählige „Hobbiter“ mehr oder weniger schnell auf ihren Fahrrädern über die 1935 eröffnete Hochalpenstraße. Einige machten sich sogar auf den beschwerlichen Weg von Salzburg, um Mühlbergers Triumph auf 2.369 Metern Seehöhe mitzuerleben. Und auch der „Kaiser“ erwies dem Glocknerkönig im Ziel die Ehre, während ÖSV AC Marco Schwarz am Start war. „Ich bin selbst schon hierher gefahren. Natürlich sehr langsam, und es war die pure Qual. Es ist unglaublich, wie Gregor hier gefahren ist“, sagt Franz Klemm, der mit Paco Roelich im Auto aus Bad Kleinkirchheim dabei war und auch die Fans am Straßenrand gesehen hat, die den Münberg erlebt haben: „Der Münenberg fühlte sich sehr langsam an. Der wahre Boom, wenn man am Moltal vorbeikommt. Wenn man aufsteht und die österreichische Mühlbarger-Flagge darauf stehen sieht, geht einem das Herz auf und es drückt noch mehr.“

    Starkes Denken

    Doch der Sieg war alles andere als ein Zufall. Denn der 32-Jährige wusste genau, was auf ihn zukam. Wie die erste Etappe in der Steiermark befuhr er auch den Glockner im Vorfeld und kannte jede Rampe und vor allem den Wind genau. „Vor ein paar Tagen war ich mit meiner Frau hier und die Situation war ähnlich. Deshalb wollte ich so lange wie möglich warten, bevor ich angreife.“ Doch es kam anders. „Als Enos beim Aufstieg schoss, wusste ich nicht, was als nächstes passieren würde.“ Denn das britische Team hatte das Tempo auf dem Heligenblut massiv erhöht. Einer nach dem anderen platzten sie. „Ich bin bewusst nicht in die Spitzkehre abgebogen, weil ich nicht wissen wollte, wie viele Leute noch da sind. Es ist nicht so, dass ich keine Moral hätte, wenn noch 50 Leute übrig wären.“ Es waren definitiv weniger, denn in der Kasserak-Bergwertung waren es insgesamt nur vier Profis, und dann kam der Wind richtig ins Spiel.

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    Nachdem Pole Double (Jaco) in einer geteilten Gruppe angegriffen wurde, konterte der Gesamtführende und übernahm 4,5 Kilometer vor dem Ziel die entscheidende Führung. Er kletterte allein bis zur letzten Serpentine, wo er ursprünglich angreifen wollte. „Ich habe im Radio gehört, dass ich 40 Sekunden Vorsprung hatte. Dann wurde es in der Lawinengalerie richtig steil und die Höhe ging nach oben. Im letzten flachen Abschnitt kam er wieder in Schwung, während sich auch seine Konkurrenten absetzten und bis zum Ziel Plätze verloren.

    „Alle stehen hinter uns“

    In der Gesamtwertung liegt Mühlberger nun mit 1:31 Minuten Vorsprung vorn. Von der ersten Entscheidung will er aber noch nichts wissen. „Wir müssen zuerst in Wien die Ziellinie überschreiten, aber es war auf jeden Fall ein großer Schritt in die richtige Richtung.“ Auch in der Klassifizierung von Punkten und Bergen wird vor der dritten Etappe weitergearbeitet. Es startet am Freitag in Lienz und endet nach 189 Kilometern in St. Johann/Alpendorf. Die Nationalmannschaft könnte auf einige Angriffe vorbereitet sein. „Es war kein einfacher Tag für uns. Jeder steht hinter uns. Aber wir haben wieder einmal gezeigt, wie stark wir sind, und Tage wie dieser fordern uns noch mehr und motivieren hoffentlich die Jungs“, sagt Mühlberger. „Ich glaube nicht, dass wir etwas zu befürchten haben. Wir haben bewiesen, dass wir zu den Besten gehören, und jetzt wollen wir es noch drei weitere Tage schaffen.“

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