Steffen Weinhold (links) und Dominik Klein (rechts, hier am Vorabend des DHB-Länderspiels gegen Island in München) wollen die Landeshauptstadt im Handball groß machen. Foto: IMAGO/wolf-sportfoto
Handball ist zurück in München! Ehemalige Stars wollen in die Bundesliga
Die ehemaligen Nationalspieler Dominik Klein und Steffen Weinhold starten mit den „Munich Panthers“ ein ehrgeiziges Projekt. Nach vielen Jahren wollen sie den Handball aus der Bundesliga zurück in die Südmetropole holen.
Achtmaliger Deutscher Meister, drei Champions-League-Triumphe, Weltmeister 2007: Dominik Klein kennt sich mit Erfolg aus. Nun übernimmt der Handball-Star von einst das Traineramt – und er macht keine halben Sachen. Sein ehrgeiziges Ziel? Bringen Sie München wieder auf die Landkarte der Bundesliga.
„Ich freue mich auf die Gipfeltour mit allen, die Lust dazu haben“, schrieb Klein auf Instagram über das szenebewegende Projekt. Zusammen mit seinem Freund, dem ehemaligen Nationalspieler Steffen Weinhold, gründete der ehemalige Kieler Linksaußen die Munich Panthers, eine Spielgemeinschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, den professionellen Handball schnellstmöglich aufzumischen. Das Motto ist angelehnt an die Fußballer des großen FC Bayern: #HandballDahoam.
Start in der 4. Liga
Allerdings beginnt die vom Verein angekündigte „Operation Bundesliga“ schon in weiter Ferne. Die schwierige Mission, für die sich die prominenten Macher HG München und TuS Fürstenfeldbruck zusammengetan haben, soll voraussichtlich im Sommer in der 4. Liga beginnen. Der Verein träumt auf seiner Homepage bereits von einer „goldenen Zukunft“.
Die Reaktionen in der Bundesliga sind nicht ganz so euphorisch, aber äußerst positiv. „Wir begrüßen es sehr, dass Dominik und Steffen so strategisch vorgehen und hohe Ziele verfolgen“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann: „Außerdem ist der Weg von der 4. Liga in die HBL lang und steinig, aber jeder Bergaufstieg beginnt mit den ersten Schritten.“ München, betont Bohmann, sei „ein toller Handballplatz und ich werde mir eine Karte für das erste Spiel der 2. Bundesliga in München besorgen.“
Der Handball muss in München ein neues Level erreichen
Die Idee, den Handball im Raum München zu fördern, ist nicht neu. Klein und Weinhold sind beim Thema „Für immer“. „Es ist toll, die positive Resonanz auf unser Projekt zu sehen“, sagt Weinhold. In den Gesprächen sei zu spüren, „dass München Handball auf höchstem Niveau will. Umso schöner ist es, dass wir nun durch die Partnerschaft mit den Panthers den ersten sportlichen Weg gehen konnten.“
Es gibt erste Anzeichen dafür, dass sich die Stadt München neben Fußball, Basketball und Eishockey auch für Handball begeistert. Die Nationalmannschaft feierte im vergangenen November ihre Premiere im SAP Garden in München – rund 10.000 Tickets waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Wenige Monate zuvor wurde dort erstmals der DHB-Supercup ausgetragen. Und in der neuen Hightech-Arena bestreitet die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) auch das erste Spiel ihrer Heim-WM 2027 sowie den Rest der Vorrunde.
Sie könnten auch interessiert sein an: Nach „Sperre“ durch den Bundestrainer: Der Eishockey-Star verkündet frustriert seinen Rücktritt
Die Diskussion um Handball in München ist nicht neu – denn der Sport hat in der bayerischen Landeshauptstadt Tradition. Der MTSV Schwabing wurde 1986 Pokalsieger, der TSV Milbertshofen gewann 1991 sogar den Europapokal der Pokalsieger und hatte mit dem Handballer des Jahrhunderts Erhard Wunderlich eine besondere Figur. Doch Schwabing (1989) und Milbertshofen (1993) gingen pleite und seitdem wartet München vergeblich auf einen Bundesligisten. Klein und seine Munich Panthers wecken neue Hoffnungen. (sid/ch)
