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J-League: Österreich als „Geheimnis“ auf dem Weg in den japanischen Fußballhimmel

    J-League: Österreich als „Geheimnis“ auf dem Weg in den japanischen Fußballhimmel

    Im Vorfeld der Weltmeisterschaft in diesem Sommer herrschte in Japan großes Selbstvertrauen. Zu Beginn des Turniers titelte das Magazin Newsweek Japan mit den Worten: „Der Tag, an dem Japan Meister wird.“ Er kommt näher. Einige Spieler und Experten erklärten sogar ihr Ziel, Weltmeister zu werden. Der japanische Nationaltrainer Hajime Moriasu hat etwas bescheidenere Träume vom Erreichen des WM-Viertelfinales. Aber auch im Jahr 2026 hat es nicht geklappt; Es endete in der zweiten Runde gegen Brasilien.

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    Und jetzt Krisenstimmung? Nicht wirklich. Der japanische Fußball sieht sich auf einem langen Weg und will sich nicht von ein paar verpassten Toren abschrecken lassen. Die J-League, die seit 1993 bestehende Profiliga Japans, verkündete vor einigen Jahren ihre „100-Jahres-Vision“, mit der sie Fußball zur beliebtesten Sportart des Landes und Japan zur Weltmacht machen will. Doch wie soll das gelingen? Es mag überraschend klingen, aber: inklusive Trainingslager in Österreich.

    Mehrere J-League-Vereine verbringen derzeit Zeit in verschiedenen Regionen Österreichs, um sich auf die neue Saison vorzubereiten: Gamba Osaka (5. – 17. Juli, in Sledming), Fagiano Okayama (11. – 26. Juli, Bad Herring) und Shimizu S-Pulse (10. – 19. Juli). Weil Österreich, sagt Kazuo Yamazaki, für die Internationalisierungsstrategie der J-League verantwortlich ist, zieht sie globale Konkurrenz an: „Viele europäische Top-Clubs veranstalten ihre Sommercamps in Österreich. Hier testen zu können, bietet wertvolle Chancen.“

    Sportanlagen in Österreich gelten seit langem als idealer Ort für Sommertrainingslager: Die angenehme natürliche Umgebung und die geografische Lage in der Mitte Europas machen das Land zu einem Anziehungspunkt für verschiedene Vereine, wodurch auch viele Testspiele stattfinden, die für die Saisonvorbereitung von großer Bedeutung sind. Bisher sind jedoch vor allem europäische Vereine gekommen. Es ist eine Premiere für japanische Vereine.

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    Kein Wunder, denn das war vorher nicht möglich. Bis letztes Jahr dauerte die japanische Saison von März bis November und hatte keine Sommerpause mehr. Wenn die neue Serie nach einer nur fünf Monate langen Übergangssaison, die im Juni endete, im August startet, spielt Japan fortan im auch in Europa üblichen Rhythmus. Auch hier der Hintergrund: Stärkung des japanischen Fußballs. Aber warum auf diese Weise?

    Kazuo Yamazaki erklärt: „Das europäische Interesse an japanischen Spielern ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen.“ Der japanische Markt ist attraktiv, weil die Qualität der in Japan ausgebildeten Spieler deutlich gestiegen ist. „Aber aufgrund des Kalenders der Vorsaison waren Spieler oft sehr günstig zu bekommen.“ Vor allem in der europäischen Winterpause, als die Verträge in Japan ausliefen, verpflichteten europäische Vereine oft ablösefrei Talente aus Japan. Die J-League-Klubs gingen daraufhin leer aus.

    Yamazaki nennt ein Beispiel: „Der teuerste Transfer aller Zeiten aus der J-League war Kota Takai, der 2025 für fünf Millionen Pfund von Kawasaki Frontale zu Tottenham Hotspur wechselte!“ Der Berater schätzt, dass Spieler dieser Qualität in Europa für 20 Millionen verkauft würden. „Deshalb betragen die Einnahmen der J-League-Klubs bisher etwa ein Drittel dessen, was die deutschen Bundesligisten verdienen. Und das reicht uns nicht.“

    „In der Region fehlen starke Testspielgegner“

    Mit der Kalenderumstellung werden nun zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Es wird erwartet, dass der Verkauf von Talenten den japanischen Vereinen in Zukunft mehr Einnahmen bringen wird, um Investitionen in die lokale Ausbildung zu fördern. Darüber hinaus sollte eine bessere Testumgebung geschaffen werden. Michael Schiebe, ehemaliger deutscher Nationaltrainer und aktueller Trainer des japanischen Meisters Vissel Kobe, sagte einmal: „Eine der Herausforderungen für den japanischen Fußball besteht darin, dass es in der Region an einer starken Liga fehlt, gegen die man Testspiele bestreiten kann.“

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    Der japanische Fußball vernetzt sich bereits immer stärker mit Europa. Die J-League unterhält ein europäisches Büro, das unter anderem Partnerschaften zwischen europäischen und japanischen Vereinen unterstützt, wie beispielsweise die Partnerschaft zwischen Japans Rekordmeister Kashima Antlers und Borussia Mönchengladbach. So wird auch die wachsende Zahl der in Europa beschäftigten Spieler gesehen. Am 15. Juli veranstaltete die Liga in Salzburg ein „J-League-Forum“, um die weitere Zusammenarbeit mit europäischen Vereinen zu besprechen.

    Künftig wollen die J-League-Manager nicht nur die japanische Liga durch den Verkauf nach Europa stärken, sagt Kazuo Yamazaki: „Wir wollen in Zukunft eine Liga sein, die junge Talente aus Europa anzieht.“ Und neben den Trainingslagern in Österreich wurden bereits der ein oder andere Top-Transfer vereinbart.

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