Der Heim-Weltcup in Leogang – das bedeutet immer eines: Im Mittelpunkt stehen die heimischen Mountainbike-Stars. Und das zu Recht: Laura Stiger und Mona Mitterwallner sind immer für einen Sieg gut, Max Foidl erreichte kürzlich bei einem Cross-Country-Rennen des Grazer KTM-Teams in Nové Mesto (CZE) den achten Platz und erreichte damit sein bestes Karriereergebnis. Österreich dürfte mit Valentina Hall und Andreas Kolb im Wettkampf vom 11. bis 14. Juni einen Heimsieg in der Abfahrt erringen.
Hinterlassen Sie eine Anzeige
Dass Siege im Radsport auch an weniger messbaren Faktoren wie der nackten Zeit gemessen werden können, beweist eine andere Athletin: Giada Specia. Die KTM-Teamkollegin von Max Foidle absolviert derzeit ihre Comeback-Saison – 2025 erlitt sie beim ersten Rennen der Saison in Brasilien einen Beckenbruch. Drei Monate bettlägerig waren eine sehr komplizierte Rückreise. „Es war mit Abstand der schwerste Moment meines Sportlerlebens. Nicht, weil ich unbedingt wieder aufs Rad wollte. Sondern weil ich unbedingt zum normalen Leben zurückkehren wollte. Ich konnte nicht mehr alleine auf die Toilette gehen.“
Experten müssen den Glauben neu entdecken
Die aktuelle Saison steht also vor der Rückkehr. Die Italienerin macht keinen Hehl aus dem Beckenbruch, der ihr etwas angetan hat. Der 26-Jährige sagt: „Ich will wieder Spaß haben. Die Angst hat ein bisschen überhand genommen.“ Sie konnte es zumindest ein wenig abschütteln: Die technisch anspruchsvolle Strecke in Nove Mesto war ihr erster Weltcup-Stopp vor Leogang, und auf der kurzen Strecke, die immer dem olympischen Cross-Country-Rennen vorausgeht, belegte sie den 19. Platz – dann war sie über den Berg.
KTM-Manager Florian Moser schätzt den Belluno-Mountainbiker sehr. „Sie ist in Italien sehr bekannt und hat großes Potenzial. Das bestätigt sie weiterhin. Ich bin sicher, dass sie im nächsten Jahr zur Elite der erweiterten Welt gehören wird.“ Im Gegenteil, Spezia weiß zu schätzen, was sie im Grazer Team hat: Für sie war ihr erstes Team außerhalb Italiens ein Schritt aus ihrer Komfortzone mit dem Ziel, neue Spannung zu setzen – und besser. „Andere Länder bedeuten andere Ideen, andere Kollegen, vielleicht eine neue Art, sich auf ein Rennen vorzubereiten. In Italien war immer alles beim Alten. Wir essen Pasta zum Mittagessen und Pasta am Abend“, sagte sie lächelnd. Das KTM-Team unterstützte sie insbesondere in der schwierigen letzten Saison: „Mir ist es wichtig, dass ich nicht nur als Athletin, sondern auch als Mensch gesehen werde. Das ist auch hier so.“
Und so ist der unbeschwerte Rennsport mit seiner Vorgeschichte für Giada Spacia bereits erfolgreich. Und wenn ihr Kopf frei ist, geht sie ihrer zweiten Leidenschaft nach: Social Media. Mit mehr als 24.000 Followern hat sie mehr Follower als viele einheimische Skifahrer – was die Bedeutung des Radfahrens in Italien unterstreicht. „Ich erzähle gerne auf Instagram über mein Leben – dort sieht man oft meinen Hund.“ Aber auch auf zwei Rädern genießt sie es, besondere Momente ihres Lebens dort zu teilen. Zum Beispiel der Sieg beim UCI-Rennen vor ein paar Wochen, der Eröffnungsetappe des Weltcups. Und in Caneva, nicht weit von seinem Zuhause in Belluno entfernt. „Nicht viele Leute wissen, wie viel mir das bedeutet“, heißt es auf einem aufgeregten Foto. Seine Comeback-Saison startete erfolgreich.
Hinterlassen Sie eine Anzeige