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MotoGP am Sachsenring: Motorräder erobern die Strecke

    MotoGP am Sachsenring: Motorräder erobern die Strecke

    Während der Red Bull Ring in Spielberg schon recht abgelegen ist, ist das deutsche Sachsen in dieser Hinsicht noch besser. Abgesehen von ein paar verstreuten Siedlungen gibt es hier eigentlich nichts weiter entferntes. Die nächste Großstadt, Zwickau, ist 35 Autominuten entfernt. Doch diese geografische Isolation hat auch ihre Vorteile. Am größten ist vielleicht das Fehlen von Beschwerden seitens der Anwohner, denn der Lärm, den insbesondere die MotoGP-Maschinen verursachen, ist nicht zu unterschätzen. Selbst aus sicherer Entfernung auf einer hohen Plattform ist das Dröhnen der Motoren beim Start ohrenbetäubend. Ein kompletter Lauf ohne Gehörschutz ist fast unerträglich, selbst wenn es nur ein kurzer Lauf ist. Trotz der schieren Weite des Geländes ist alles sehr übersichtlich und perfekt organisiert. Jeder wichtige Ort war im Handumdrehen zu entdecken, aber wenn Sie sich auf die Koppeln und auf die Wanderwege begeben, werden Sie feststellen, dass das Saxenning schon etwas in die Jahre gekommen ist. Die Tribünen sehen aus, als könnten sie jeden Moment einstürzen, die Gänge im Fahrerlager sind mit steilen Stufen ausgestattet und somit für alles außer Behinderten zugänglich. Spielberg verfügt über mindestens einen Aufzug. Die Route selbst ist atemberaubend, aber etwas lieblos angelegt. Autofahrer blicken nur auf grauen Beton.

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    Doch das alles hielt die über 100.000 Fans nicht davon ab, nach Hohenstein-Ernstthal, wie der Nachbarort heißt, zu pilgern. Auch der Andrang ist so groß, dass es derzeit die einzige Motorsport-Großveranstaltung in Deutschland ist, seit die Formel 1 das motorsportverrückte Land auf unbestimmte Zeit pausiert hat. Denn sobald sich mutige Piloten in Position bringen und das Adrenalin steigt, spielt die Umgebung keine Rolle mehr, sondern nur noch die Geschwindigkeit.

    Sport war ein Lebenszeichen

    Marc Marquez hatte am Samstag diese hervorragende Kontrolle. Der „König des Sachsenrings“ machte seinem Namen einmal mehr alle Ehre und gewann auf seiner Ducati sowohl das Qualifying als auch das Sprintrennen. Dem fünftplatzierten Team der Weltmeisterschaft gelang ein fulminantes Comeback. Die KTM-Fahrer waren enttäuschend, was nach der Handverletzung von Pedro Acosta zu erwarten war. Nach seinem achten Platz übte der Spanier scharfe Kritik am Sprintformat: „In seiner jetzigen Form ist der Sprint langweilig. Durch die halbe Renndistanz ist alles so statisch. Es gibt kaum Action. Man sollte immer eine feste Rundenzahl festlegen, anstatt nur die halbe Renndistanz zurückzulegen. Immerhin konnte ich nach der Operation zwei Plätze gut machen.“ Brad Binder konnte zwar nicht den zwölften Platz belegen, war aber bei der Autogrammstunde besser gelaunt als sein spanischer Teamkollege. Marco Bezecchi musste einen herben Rückschlag hinnehmen. Der Italiener stürzte als Siebter schwer und wird aufgrund eines Bruchs des linken Schlüsselbeins das gesamte Rennwochenende verpassen. Er ist bereits in seine Heimatstadt gefahren, um sich der Operation zu unterziehen. Österreichs einziger Vertreter an diesem Wochenende war eine Enttäuschung. Der Oberösterreicher Leo Remmerstorfer belegte in der Moto3 nur den 21. Startplatz.

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