Andreas Kolb betritt derzeit echtes Mountainbike-Neuland. In Yongpyeong, MO, das im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2018 als Austragungsort technischer Wettkämpfe kontinentalen Ruhm erlangte, wird am Samstag zum allerersten Mal in Südkorea ein Abfahrtsrennen ausgetragen. Nach einer Pause von 25 Jahren wird der Skiabfahrts-Weltcup wieder in Asien ausgetragen. Im Mittelpunkt steht ein Steirer: Andreas Kolb, voller Zuversicht mit neuem Team und neuem „Flugzeug“. „Ich bin so inspiriert und es fühlt sich ein wenig surreal an, dass es endlich wieder losgeht. Aber wenn ich den Track sehe, schaltet sich mein Gehirn richtig ein. Aber es fühlt sich an, als wäre dieser Track mein Ding. Sehr technisch und doch natürlich.“ Mittlerweile ist er Fahrer des „Santa Cruz Syndicate“, eines der legendärsten Rennteams. „Das Team ist großartig. Ich habe ein bisschen geschwitzt, dass da etwas war, von dem wir vorher nichts wussten. Aber nichts.“
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Da sich sein bisheriges Team „YT Mob“ im September aus finanziellen Gründen auflöste, kann er seit Oktober auf der achten Generation der neuen Maschine, der „V10“, trainieren. Es war ein Luxus, den man selten erlebt. „Das Fahrrad ist extrem leise, wenn es auf der Strecke hart zugeht. Es ist einfach stabiler“, sagt der 30-Jährige aus Sledming. Auch sein Teamkollege ist recht „beständig“: Weltmeister Jackson Goldstone. „Er ist wirklich locker damit. Er ist überhaupt nicht egoistisch.“ Mit gerade einmal 22 Jahren verteidigt der Kanadier die gesamte Weltmeisterschaft. „Trotz seines Alters hört er anderen zu. Wie ich gehört habe, hatte er vor zwei, drei Jahren ein kleines Problem. Damals dachte er, er sei der Beste. Aber jetzt nimmt er alle Informationen auf. Es ist wichtig, sich nicht nur für den Besten zu halten, sondern auch etwas von anderen zu nehmen.“
Goldstone kennt Ayers und Grace nicht und so sind sie in ihrem ständigen Gedankenaustausch auf Augenhöhe. „Er kann auf jeden Fall etwas von meiner Routine lernen. Er ist immer noch ein verspielter Junge. Das ist oft sein Vorteil, weil er sanfter mit den Dingen umgeht. Aber es fehlt die Erfahrung und ich kann ihm dabei helfen“, sagt der steirische Sportler des Jahres 2022. Was seinen Fahrstil angeht, hat Goldstone neue Maßstäbe gesetzt, insbesondere in Bereichen, in denen er sich selbst für konkurrenzfähig oder konkurrenzfähig entscheiden würde.
Was die Materialien betrifft, sind die Teamkollegen nahezu identisch, nur dass Goldstone sich für Carbonräder und Kolb für Aluminiumräder entscheidet. „Er treibt den Lenker so weit nach vorne und das ist etwas ganz Besonderes. So fährt niemand im Weltcup.“ Auf den Loipen rund um Sledming fand Kolb schnell sein Setup auf „Santa Cruz“. „Natürlich möchte ich immer ein Rennen gewinnen, wenn ich starte, aber ich habe mir kein Ziel gesetzt, was eine konkrete Platzierung angeht. Jetzt möchte ich meine Leistung aus meiner Vorbereitung zeigen.“
Im vergangenen Jahr bremste ihn eine Beinverletzung in der Vorbereitung lange aus. „Körperlich bin ich besser gerüstet als letztes Jahr. Alle meine körperlichen Probleme sind dieses Jahr verschwunden und es gibt nichts auf dem Fahrrad, wo ich im Nachteil bin.“ Im Winter-Qualifying lag er immer vorne. „Es gibt kein Thema, bei dem ich sagen kann, dass mir etwas entgangen ist.“ Warum war Goldstone oft schneller? „Vielleicht war es immer nur das Fahrrad. Das werden wir am Samstag sehen“, sagt Kolb und lacht.
Saal auch in der Premiere
Valentina Hall, die ebenfalls bei „YT“ fuhr, hat bei „Commencal“ angedockt. „Ich möchte vor allem – wie in den letzten Jahren – konstant bleiben und schauen, wohin das neue Motorrad geht. Der Höhepunkt sind auf jeden Fall wieder die Weltmeisterschaften, und ich freue mich auf jeden einzelnen Weltcup-Stopp“, sagt der sechsfache Weltmeister. Insgesamt stehen in diesem Jahr neun Abfahrts-Weltcups auf dem Programm. Die dritte Station ist Leogang (11. bis 14. Juni).
Parallel dazu werden beim „Race of South Korea“ auch Cross-Country- und Short-Tracks ausgetragen. Beide Disziplinen werden zum ersten Mal auf dem Kontinent ausgetragen. Das „KTM Factory Racing Team“ aus Graz konzentriert sich derzeit auf Rennen in Europa und wird mit einem weiteren Stopp in Nové Město (CZE) in den großen Zirkus einsteigen.
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