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Nach Turnier-Fehlstart: Bundestrainer Kreis gerät ins Wanken – die Heimwelt ohne ihn?

    Nach Turnier-Fehlstart: Bundestrainer Kreis gerät ins Wanken – die Heimwelt ohne ihn?

    Moritz Seider (links) und die deutsche Eishockeynationalmannschaft haben bei der WM einen Fehlstart hingelegt. Foto: imago/Beautiful sports

    Nach Turnier-Fehlstart: Bundestrainer Kreis gerät ins Wanken – die Heimwelt ohne ihn?

    Einen Tag nach dem historischen Misserfolg wollte niemand mehr ins Stadion zurückkehren. Nach der Mittagsbesprechung der Mannschaft im Hotel in Regensdorf schieden die deutschen Nationalspieler aus und das Training wurde abgesagt. „Es wird nicht schaden, mal einen Tag vom Eishockey wegzukommen und durch die Stadt zu laufen“, sagte Verteidiger Kai Wiseman nach der 1:6-Niederlage gegen die Schweiz. „Wir müssen einfach den Kopf freibekommen“, fügte Stürmer Frederik Tiefls hinzu.

    Drei Jahre nach dem Silbercoup in Tampere erreichte das deutsche Team in Zürich einen neuen Tiefpunkt. Höchste WM-Niederlage gegen den Nachbarn seit 89 Jahren, erstmals seit 1994/95 sieben WM-Niederlagen in Folge: Im Jahr vor der Heim-WM ist die Euphorie im deutschen Eishockey verflogen – und mit ihr auch die anfängliche Begeisterung um Bundestrainer Harold Kreis.

    Die DEB-Auswahl kann noch das Viertelfinale erreichen

    Der 67-Jährige hat zumindest noch eine theoretische Chance, mit seiner Mannschaft das Viertelfinale zu erreichen. Dafür muss sie am Mittwoch (20.20 Uhr/ProSieben und MagentaTV) eine Siegesserie gegen Olympiasiegerin und Titelverteidigerin USA starten. „Wir müssen es als ein Spiel auf Leben und Tod betrachten“, sagte Kapitän Moritz Seider. Alles oder nichts, insbesondere für Kreis und sein Werk.

    Über die Zukunft des Deutsch-Kanadiers, der im Dezember eigens für die Heim-WM seinen Vertrag um ein Jahr verlängert hatte, wird sich nach dem Turnier entscheiden. Ausgerechnet die Fußballweltmeisterschaft in Mannheim und Düsseldorf spielt eine wichtige Rolle – und die Frage: Kann der Kreis für ihn noch ein Werbeträger sein?

    Kreis: Die Mannschaft gibt ihr Bestes

    Hat in Zürich bisher keinen Eindruck hinterlassen. Anders als bei seiner ersten WM 2023, als er aktiv trainierte und maßgeblich zum sensationellen Finale beitrug, wirkte Kreis zunehmend passiver und verwirrter. Wie schon vor einem Jahr droht das Aus in der Vorrunde und nach der Olympia-Enttäuschung in Mailand mit den NHL-Allstars um Leon Draisaitl ein drittes unbefriedigendes Turnier in Folge.

    „Ich denke, die Mannschaft tut alles, um erfolgreiches Eishockey zu spielen“, sagte Kreis nach der Ohrfeige der Schweizer, die viele Fragen aufgeworfen hatte. Wie war nach einem guten Start ein völliger Zusammenbruch im zweiten Drittel möglich? „Das Spiel hat uns in 30 Minuten drei gekostet“, sagte Seider mit Blick auf die ersten drei Gegentore, „dann sind wir schnell zusammengebrochen.“

    DEB-Sportdirektor Christian Kunast sagte geschockt auf MagentaTV: „Wenn eine Kleinigkeit nicht passt, dann bricht das Kartenhaus zusammen.“ Er glaubt nicht, dass „jede Art von Training etwas ändern kann“. Es gibt so viele Baustellen, dass man den Überblick verliert. „Wir müssen einfach alles besser machen“, sagte Tiefels nach seinem 100. Länderspiel, „egal, ob es das Powerplay oder das Ballbesitzspiel ist, die Struktur, die Qualität des Passes.“

    Das DEB-Team erzielte nur zwei Tore

    Nach nur zwei Toren in 180 Minuten bei der WM, nicht einem Eigentor, sondern einem Gegentor in 18 Minuten starker Spielweise, fünf Gegentoren bei Überlegenheit, also einem 0:6-Ergebnis in den „Special Teams“, stellt sich auch die Frage nach Qualität und Personal. „Offensichtlich fehlen einige Topspieler mit viel Qualität“, sagte Tifels mit Blick auf die zahlreichen prominenten Absagen. Seider vermisst vor allem eines: „Dieser Killerinstinkt, der muss kommen.“

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    Die defensiven Rollen im Angriff werden verdoppelt, während echte Torschützen und kreative Stürmer selten sind. Den Kölner Dominik Bock vor Beginn der WM aus Zürich nach Hause zu schicken und den Schwinger Alexander Karachun nach der Generalprobe vom Platz zu schicken – und damit zwei der vier besten Torschützen Deutschlands für die DEL-Saison aufzugeben – liegt nun vor den Füßen des Bundestrainers. (sid/sil)

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