Enttäuscht gingen die HSV-Profis auf die Nordtribüne. Foto: IMAGO/Justus Stegemann
„Scheiße“: Der HSV verliert das Patzer-Fest und schwankt weiter
Der Wettbewerb wurde eingereicht. Keines der anderen Kellerkinder gewann am Samstagnachmittag, der FC St. Pauli verlor sogar. 0:2 auf dem Tabellen-16. Für den HSV, der heute Abend die TSG Hoffenheim zu Gast hatte, gab es in Heidenheim eine tolle Vorlage – den großen Schritt in Richtung Klassenerhalt schaffte er aber nicht. Das Spiel war defensiv mangelhaft und endete 1:2 (1:2). Statt großer Erleichterung beim HSV hält sich die Enttäuschung in Grenzen.
Sie nahmen den aufmunternden Jubel von der Nordtribüne entgegen und dann machten sich die HSV-Profis schnell auf den Weg in die Katakomben. Nikolai Remberg hatte bei seiner Ankunft in der Mixed Zone von den Ergebnissen seiner Gegner erfahren. Er war dadurch nicht am Boden zerstört – aber natürlich war er auch nicht glücklich über seine eigene Niederlage, als er kapitulierte. „Ich denke, hier kann man einen Punkt mitnehmen“, sagte Remberg nach Leistungen, die deutlich besser waren als in Stuttgart (0:4) und Bremen (1:3), aber zu nichts Zählbarem führten. „Wenn wir heute gewonnen hätten, wäre das ein riesiger Schritt gewesen. Deshalb tut es weh.“
Der HSV verlor zu Hause mit 1:2 gegen die TSG Hoffenheim
Es war ein Festival mit einem kleinen Fehler, das im Volkspark stattfand. Und einer der Hauptdarsteller war William Michelbrenzis, der aufgrund der Syndesmose von Miro Muhaim auf der linken Seite startete. Dort stürmte er in der 19. Minute zu lässig nach vorne und schaute nach der Flanke von Vladimir Kufal nur noch zu. Der brandheiße Omari war im Strafraum schlecht positioniert, sodass Fisnik Aslani den Ball direkt treffen konnte.
Bei solchen Szenen habe der HSV „oft Probleme“, erklärte Remberg im Anschluss. „Wir schauen nicht hinter uns. Dann klingelt es und das ist die Hölle. Wir haben ihn diese Woche extra trainiert, also ist es noch bittersüßer.“ Die TSG hat getan, was eine Spitzenmannschaft tut: die erste Chance genutzt. Für den HSV scheiterte Albert Groenbeck nach einem Doppelpass mit Fabio Vieira (23.). Allerdings fiel der Ausgleich elf Minuten später – und auch das Ergebnis eines klaren Einzelfehlers.
Hoffenheims Verteidiger Ozan Kabak schickte einen misslungenen Rückpass, der von Robert Glatzel abgewehrt wurde. Anschließend legte sich der HSV-Stürmer hin, als er versuchte, DFB-Torwart Oliver Baumann zu umgehen. Die Strafentscheidung war logisch. Und eine gelbe Karte für den Täter, weil Bauman während der Szene zum Ball ging. Die Dreifachstrafe gilt nun als aufgehoben. Am liebsten hätte Glatzel eine Rote Karte für den TSG-Keeper gesehen, doch dieser schlug ihn mit einem Schuss vom Strafraum in die Mitte (34.). Im Volkspark brummte es, doch fast wäre es wieder still geworden: Kabak wollte seinen Fehler wiedergutmachen, doch sein Kopfball scheiterte an Daniel Hoyer Fernandez (36.).
HSV-Stürmer Glatzel erzielte das 1:1 und sicherte sich den Ball
Mithilfe seines Torwarts versuchte der HSV, das hohe Pressing der Gäste mit langen Bällen zu überspielen. Wie schon in Bremen gelang es Glatzel, einige davon gut abzusichern. Sein Schlagpartner Ransford Koenigsdorfer startete in der ersten Halbzeit ein oder zwei Solospiele. Nicolás Capaldo drückte aus seiner Dreierposition immer wieder tief in die Tiefe, um Räume zu schaffen. Clearer Remberg spielte gewohnt souverän mit dem Ball. Zurück in der Startelf verpasste Bakery Jatta mehrfach den richtigen Moment für Flanken. Mittelfeldspieler Grønbæk arbeitete hart und machte sich als Initiator mehrerer Angriffe bemerkbar. Doch wirklich gefährlich waren die Hamburger selten. Stattdessen war die TSG wieder eiskalt – und wieder machte Mikelbrencis keine gute Figur.
In einer Ping-Pong-Situation kurz vor der Halbzeit ließ der Franzose seinen Gegenspieler Tim Lemperle im Strafraum zehn Sekunden lang frei. Als der Stürmer zufällig vor Hoyer Fernandez auftauchte, da auch Omari nicht ausfiel, war es aus HSV-Sicht zu spät – es stand 1:2 (45.). So kann man in der Bundesliga nicht verteidigen, schon gar nicht gegen einen Champions-League-Anwärter. „Zwei Flanken, zwei Tore, der Ball geht zweimal hinter den letzten Mann – er wurde knapp verfehlt“, sagte Remberg. „Es ist viel, viel zu einfach. Er (Lemperle; Herausgeber) stürzt sich einfach darauf.“
Die Königsdorfer scheiterten zweimal, Yata vergab eine Großchance
Was positiv anzumerken ist: Der HSV hielt insgesamt gut mit und war den laufstarken, gelassenen und kontrollierbaren Kraichgauern ebenbürtig. „Ich denke, wir haben gut reagiert“, sagte Remberg und erinnerte sich an die letzten beiden Pleiten. Königsdörffers Schuss nach der Pause flog nach rechts (48.), der andere wurde geblockt (56.). Auf der anderen Seite pariert Hoyer Fernandez gegen Aslani (52.) und Bazoumana Toure (54.). Jordan Torunarigha, der Abwehrchef in Abwesenheit von Luka Vuskovic, rettete einmal mit einem Kopfball aus dem Strafraum (65.). In der Verteidigung war alles gut. Allerdings zeigte Jatta bei seiner Großchance keinen guten Kopfball (74.).
Die eingewechselten Otto Stange (64.), Georgi Gocholeishvili und der zurückgekehrte Albert Sambi Lokonga (beide 75.) sowie schließlich Damien Downes und Ryan Phillippe (beide 88.) sollten für einen Energieschub für die Schlussphase sorgen. Aber das Spiel zog sich einfach in die Länge. In diesem Jahr parierte Fernandez gegen Grisha Prömel (90+3). Die vom Trainer angesprochene „Superkraft“, die Unterstützung der Fans als Mittel zur Inspiration der Mannschaft, zeigte keine Wirkung. Es gab zu wenige Unruhen. Und so verpasste der HSV den ersten Heimsieg seit Mitte Februar, der den Klassenerhalt bedeutet hätte. Aber jetzt müssen wir im Volkspark noch ein bisschen rocken.
Trotz der Niederlage ist der HSV einen Schritt vom Klassenerhalt entfernt
Die gute Nachricht: Der komfortable Fünf-Punkte-Vorsprung auf Platz 16 ist durch Heidenheims Sieg gegen St. Pauli nicht kleiner geworden – und die Spieltage werden immer kürzer. Jetzt sind noch drei übrig. Der VfL Wolfsburg und der Kiezklub müssen Punkte sammeln.
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Beim HSV besteht kein Grund zur Panik. Aber vielleicht hat er sein Ziel endlich erreicht, bleibt in einer Ergebniskrise und riskiert, mit einem negativen Grundgefühl in den Sommer zu gehen. Ob man in der Liga bleibt oder nicht. Rembergs letzte Worte: „So ein Trio, ich glaube, wir hätten heute etwas zu feiern gehabt.“
