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Umbruch in Ungarn: Warum Anita Orbán jetzt im Außenministerium ist

    Umbruch in Ungarn: Warum Anita Orbán jetzt im Außenministerium ist

    Wer Anita Orbán kennt, lobt weiterhin Ungarns neue Außenministerin. Sie soll „aufmerksam, ruhig und offen“ sein. Trotz ihrer beeindruckenden Karriere wurde ihr stets ihre Bodenständigkeit zugeschrieben, weshalb sie viel im Ausland unterwegs war. Heute wird Orbán den neuen ungarischen Ministerpräsidenten Peter Magyar bei seinem ersten Besuch im Wien von Bundeskanzler Stoker begleiten.

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    Orbán stammt aus Berettiójfalu, einer ostungarischen Stadt mit 14.000 Einwohnern. Nachdem sie in den 1990er Jahren in Budapest Wirtschaftswissenschaften studiert hatte, wechselte sie im Alter von 24 Jahren an die Tufts University in Massachusetts, wo sie Geschichte und Diplomatie studierte.

    Experte für Energie und Russland

    Ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Macht, Energie und der neue russische Imperialismus“ fand in akademischen Kreisen so großen Anklang, dass sie in Buchform bei einem bekannten US-Verlag veröffentlicht wurde. Der 51-Jährige gilt als Experte für den energiepolitischen Ausbau und Einfluss Russlands in Europa. Und seitdem wird er nicht müde zu betonen, dass Ungarn seine Energieversorgung diversifizieren und daher jede Abhängigkeit von Russland vermeiden müsse.

    In diesem Punkt steht er natürlich im grundsätzlichen Gegensatz zur früheren Regierung von Viktor Orbán, die bis zu seiner vernichtenden Niederlage bei der ungarischen Parlamentswahl am 12. April 16 Jahre lang an der Macht war. Aufgrund der russlandfreundlichen Politik von Viktor Orbán kommen inzwischen rund 90 Prozent der ungarischen Öl- und Erdgasimporte aus Russland. Anita Orbán will das nun ändern, indem sie unter anderem mehr Flüssigerdgas (LNG) aus anderen Förderländern kauft.

    Einmal im Team Orban

    Anita Orbán, die auch stellvertretende Ministerpräsidentin ist, war nicht immer gegen seinen Namen – mit dem sie nichts zu tun hat – und seine Regierung. Zwischen 2010 und 2015 arbeitete sie als reisende Botschafterin für das damals westlich orientierte Außenministerium mit der Aufgabe, die Gasversorgung Ungarns sicherzustellen. Doch als sich Viktor Orbán zunehmend Russland zuwandte, verließ er das Außenministerium und arbeitete seitdem im privaten Sektor, unter anderem als Manager des britischen Telekommunikationsgiganten Vodafone.

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    Dem neuen ungarischen Ministerpräsidenten Peter Magyar gelang es jedoch, ihn wieder in die Politik zu holen. Wahrscheinlich, weil eines seiner wichtigsten Anliegen die Verbindung Ungarns mit Europa und dem Westen ist. Mit Blick auf Viktor Orbáns berüchtigte Obstruktionspolitik in der EU sagte sie: „Sehr oft stehen wir zwischen den Wortführern und sehr selten sind wir die Speichen des Rades.“ Und sie versprach, künftig ein „verlässlicher Partner“ der EU zu sein.

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