Schlittschuh schärfen, Schlägerlänge, Kufenbiegung, Rechtstipp: Für manche Spieler werden all diese kleinen Dinge zu einer eigenen Wissenschaft. Die „Opfer“ der Tüftler im Team sind immer die gleichen: die Gerätemanager, früher auch salopp „Geräteaufseher“ genannt. Und in Österreich ist ein Villacher für die Ausrüstung zuständig: Uwe Moser. Er stammt aus einer eishockeyaffinen Familie, die den VSV schon immer unterstützt hat. Uwe auch. Als jedoch im Winter 2019 die Anrufe aus dem Ausland kamen, musste er die Chance nutzen. Er polierte die Schlittschuhe der Stars für Augsburg und zuletzt zwei Jahre lang für den SC Bern. Deshalb ist das Turnier in der Schweiz für ihn etwas Besonderes. „Mein eigentliches Zuhause ist nicht die Halle, aber trotzdem ein bisschen wie ein Heimspiel“, sagt er schmunzelnd und fügt hinzu: „Man kennt hier viele Leute, die in und um die Halle arbeiten, es ist – wie die Weltmeisterschaft im Allgemeinen – ein schönes Beisammensein.“
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Unter internationalen Kollegen, aber auch im Team, wie Moser erklärt: „Der Reiz der WM sind die Menschen. In der Nationalmannschaft freut man sich immer, wenn man einmal im Jahr für etwas so Großes zusammenkommt. Wir sind sehr nah dran. Aber der Austausch mit Kollegen aus anderen Nationen ist auf menschlicher Ebene, aber auch auf beruflicher Ebene immer etwas Besonderes.“ Und anspruchsvoll: körperlich und geistig. Zehn-Stunden-Tage sind bei Weltmeisterschaften üblich, hier in der Schweiz ist es etwas länger. „Wir wohnen in Kloten, nicht weit von der Halle entfernt. Wenn wir um 16:20 Uhr spielen, kurz nach 7 Uhr abreisen und nach dem morgendlichen Skaten nicht mit der Mannschaft zurückgehen, wird es sehr knapp“, sagt Moser, der über die nervenaufreibenden und erfolgreichen Eröffnungsspiele des Team Austria lacht und sagt: „Fünf Jahre meines Lebens.“
Kommunikation ist bei Team Austria alles
Aber wenn es hart auf hart kommt, vor allem wenn es um den Kopf geht, sind wir füreinander da: „Natürlich spielt man ein bisschen den Mentaltrainer, wenn die Spieler sich über etwas Sorgen machen, oder auf der Bank, wenn sie sich über sich selbst oder den Schiedsrichter aufregen. Aber wenn mich eine Entscheidung aufregt, lassen sie mich im Stich.“ Generell sei die Kommunikation entscheidend, „denn am Ende weiß jeder Spieler, wenn er etwas braucht, muss er zu mir kommen. Und oft ist es sehr lustig zu sehen, wie lange es bei manchen Spielern dauert, bis sie das erste Mal kommen. Nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil manche einfach nur introvertiert sind. Wie zum Beispiel Ette Tolvainen“, sagt Moser, die „jemand mit jemandem“ ist. Spricht, aber versuchen Sie, sich um „jemand“ der Gruppe zu kümmern. Er hat spezielle Wünsche oder besonders außergewöhnliche Fähigkeiten, die er sich aneignen möchte, gerade im Vereins-Eishockey, wo man den Kopf hält und fragt: „Wo bin ich hierher gekommen?“
Nach der WM landet Moser übrigens bei einem neuen Schweizer Klub: Er wechselt von Bern zum EV Zug.
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