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Für drei Viertel der Österreicher ist die Mehrwertsteuersenkung nur „symbolischer Natur“.

    Für drei Viertel der Österreicher ist die Mehrwertsteuersenkung nur „symbolischer Natur“.

    Beabsichtigte, begrenzte Wirksamkeit: Österreich steht Umsatzsteuersenkungen auf Grundnahrungsmittel skeptisch gegenüber. Dies geht aus einer Analyse des Instituts für Handel, Vertrieb und Marketing (IHAM) der Universität Linz hervor. Viele bezweifeln, dass die Steuersenkungen vollständig verabschiedet werden, da die Auswirkungen gering sind und die Maßnahme eher symbolischen Charakter und nur begrenzte persönliche Relevanz hat. Demnach sind nur moderate Auswirkungen auf Einkauf und Konsum im Alltag zu erwarten, Verhaltensänderungen treten kaum auf.

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    „Persönlich relevant“ für weniger als die Hälfte.

    Die Hälfte der österreichischen Verbraucher (zwischen 16 und 74 Jahren) bewertet die Senkung der Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel positiv – allerdings mit Vorbehalt. 46 Prozent der Menschen halten es für sozial gerecht. Nach eigener Aussage ist der Rückgang für 45 Prozent „persönlich relevant“. Auffallend sind Unterschiede nach Alter, Haushaltseinkommen und Haushaltsgröße: Junge Menschen, einkommensschwache Haushalte und insbesondere Mehrpersonenhaushalte bewerten die Reduzierung positiver und halten sie für persönlich relevanter.

    Nur ein „symbolischer Schritt“

    Allerdings glauben 75 Prozent der befragten Verbraucher, dass die Preissenkung nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wird. 74 Prozent bewerteten die Gesamtwirkung der Maßnahme als „eher gering“. Daher sehen viele in der Umsatzsteuersenkung eher einen „symbolischen Schritt“ als eine tatsächlich wirksame Entlastung. Nur 24 Prozent der Verbraucher gehen davon aus, dass diese Maßnahme ihr gesamtes Einkaufsverhalten bei Lebensmitteln beeinflussen wird. Insgesamt zeigen die Ergebnisse einen klaren Zweifel an der vollständigen Weitergabe der Preissteigerungen.

    „Preispolitische Maßnahmen wirken nicht nur über niedrigere Preise, sondern auch über wahrgenommene Preisgerechtigkeit und Vertrauen in deren tatsächliche Umsetzung. Umso wichtiger werden sichtbare Preissignale und eine verlässliche Kommunikation von Handel und Politik – denn Verbraucher müssen Entlastungen nicht nur kalkulieren, sondern ihnen auch vertrauen können“, erklärt Ernst Gittenberger vom IHaM.

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    „Nur begrenzte Auswirkungen auf das Konsumklima“

    „Aus verbraucherpsychologischer Sicht werden finanzielle Einbußen durch Inflation stärker wahrgenommen als vergleichsweise geringe Gewinne durch Umsatzsteuersenkungen. Ob die ökonomische Wirkung einer Entlastungsmaßnahme weniger durch ihre rechnerische Höhe als durch ihre subjektive Wahrnehmung im Alltag bestimmt wird. Sind die Einsparungen kaum spürbar, hat sie nur eine begrenzte Auswirkung auf Konsum und Wirtschaftsverhalten, eine begrenzte ökonomische Wirkung. Ganz im Sinne des Thomas-Theorems: Was Menschen als Realität sehen, hat auch reale Auswirkungen“, fasst Christoph Taylor, Direktor des IHAM-Instituts, zusammen.

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