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Kennen Sie alle? Diese 27 Profis spielten für HSV und Werder

    Kennen Sie alle? Diese 27 Profis spielten für HSV und Werder

    Eljero Elia (vorne/gegen Marcell Jansen) stand für den HSV und für Werder im Derby auf dem Platz. Foto: WITTERS

    Kennen Sie alle? Diese 27 Profis spielten für HSV und Werder

    Der HSV und Werder Bremen sind Rivalen im Norden und sorgen regelmäßig für entsprechend heiße Derbys. Für manche Spieler kommt es nicht infrage, zum Erzfeind zu wechseln – und doch gibt es gleich 27 Profis, die seit Gründung der Bundesliga für beide Vereine gespielt haben. Einige von ihnen absolvierten sogar Bundesliga-Spiele in Hamburg und in Bremen. Und es gibt selbst welche, die im Nordderby für beide Seiten aufgelaufen und sogar ein Tor erzielt haben. Die MOPO stellt die 27 Seitenwechsler vor. Können Sie sich an alle Spieler erinnern?

    Ailton – Derby-Torjäger für Werder gegen den HSV

    Die Bremer Party kennt keine Grenzen: Ailton, Torschütze zum zwischenzeitlichen 4:0, feiert sein Tor gegen den HSV ohne Trikot.

    Der „Kugelblitz“ Ailton spielte in seiner Karriere für zahlreiche Vereine, darunter auch für Werder (1998 bis 2004) und den HSV (2006). Mit Bremen holte er das Double aus Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger und wurde Torschützenkönig der Bundesliga – seine zweifellos erfolgreichste Zeit als Fußballprofi. Und als einer der wenigen traf Ailton im Derby mehrfach, nämlich viermal für Werder. Für die lief er in zehn Nordderbys auf, im HSV-Trikot immerhin einmal.

    Dietmar Beiersdorfer – Doppelter DFB-Pokal-Sieger

    Jahrelang war Dietmar Beiersdorfer in der Abwehr des HSV gesetzt (1986 bis 1992) – und wechselte dann ausgerechnet zu Werder (1992 bis 1996). Er ist einer von nur sechs Spielern, die direkt aus Hamburg nach Bremen gingen. Und der Innenverteidiger schaffte das seltene Kunststück, mit beiden Klubs jeweils den DFB-Pokal zu gewinnen (1987 mit dem HSV und 1994 mit Bremen). An der Weser wurde er außerdem Deutscher Meister. Er spielte insgesamt 14 Derbys und stand dabei auf beiden Seiten auf dem Platz. Später wurde er Sportchef und Vorstandsvorsitzender beim HSV.

    Marinus Bester – Der mehrfache Seitenwechsler

    Marinus Bester spielte gleich mehrfach auf beiden Seiten. Hier bejubelt er ein HSV-Tor.

    Marinus Bester wechselte die Seiten gleich mehrfach. Von 1990 bis 1995 stand er bei Werder unter Vertrag, war häufig aber nur Reservist und spielte daher in der Saison 1992/93 auf Leihbasis für den HSV. Danach kehrte er nach Bremen zurück. Gegen Ende seiner Karriere verschlug es Bester dann noch einmal nach Hamburg, wo er 2000/01 noch mal für die Profis und danach für die Amateure auflief. Er gehörte zum Bremer DFB-Pokalsieger-Team 1991 und 1994 und zu den Europapokal-Champions 1992, wo er im Viertelfinale sogar sein einziges Profi-Tor erzielte. In Derbys reichte es nur für einen bzw. zwei Kurzeinsätze auf jeder Seite.

    Ole Bjørnmose – Derby-Fluch gegen den HSV

    Ole Bjørnmose (l./gegen Hamburgs Helmut Sandmann) durfte nie einen Sieg im Derby feiern.

    Der dänische Legionär Ole Bjørnmose verbrachte seine Zeit in Deutschland ausschließlich in Bremen (1966 bis 1971) und Hamburg (1971 bis 1977). Seine erfolgreichsten Jahre hatte der offensive Mittelfeldspieler unzweifelhaft beim HSV – hier gewann er 1976 den DFB-Pokal und 1977 den Europapokal der Pokalsieger. Mit 22 Derbys ist Bjørnmose der erfahrenste Akteur im direkten Duell aus dieser Liste. Kurios dabei jedoch: Kein einziges seiner acht Spiele mit Werder gegen den HSV konnte er gewinnen. Umgekehrt lief’s dann besser, im Hamburger Trikot gewann er sieben der 14 Begegnungen mit dem Rivalen und traf sogar einmal.

    Rodolfo Cardoso – Spezialist für Tore im Derby

    Sowohl für den HSV als auch für Werder traf Rodolfo Cardoso im Derby.

    Die Karriere von Rodolfo Cardoso begann zwar beim SC Freiburg und in Bremen (1995 bis 1996), doch nach seiner Leihe zum HSV verpflichteten ihn die Hamburger schließlich fest und behielten ihn bis 2004. Um die Jahrtausendwende erspielte sich der Argentinier zunehmend einen Stammplatz in Hamburg – vielleicht auch, weil er in Derbys gerne Tore schoss. 1996 hatte Cardoso noch für Werder das 2:1-Siegtor gegen den HSV erzielt, ein Jahr später traf er wiederum für die Rothosen gegen den Ex-Klub. Insgesamt bringt er es auf acht Derby-Einsätze und übernahm gerade erst das Traineramt bei den HSV-Frauen.

    Dennis Diekmeier – Bremer Jung und HSV-Urgestein

    HSV-Urgestein Dennis Diekmeier (r.) kann von Bremens Fin Bartels im Derby nur per Foul gestoppt werden.

    Dennis Diekmeier ist für viele Fans der Inbegriff von Vereinstreue beim HSV. Von 2010 bis 2018 lief der Verteidiger in Hamburg auf und sammelte 184 Einsätze (kurioserweise ohne ein einziges Tor). Ausgebildet wurde Diekmeier jedoch in der Werder-Jugend, durchlief dort die Nachwuchsmannschaften bis zur U19. 2008 gehörte er zum Bundesliga-Kader, absolvierte aber kein Pflichtspiel für die Profis, sondern kam nur in der 2. Mannschaft zum Zug. Dafür spielte er später achtmal für den HSV gegen das Bremer Bundesliga-Team.

    Werner Dreßel – Keine Chance auf ein Spiel gegen Werder

    Sein einziges Derby gegen Werder absolvierte Werner Dressel (r.) 1981 in einem Freundschaftsspiel beim Pentax Cup.

    Als Mittelstürmer ging Werner Dreßel von 1977 bis 1980 in Bremen seine ersten Schritte in der Bundesliga. Im Jahr darauf wechselte er zum HSV und wurde direkt Deutscher Meister. Einzig ein Derby gegen seinen Ex-Klub blieb ihm verwehrt – denn Werder war gerade in die 2. Liga abgestiegen. Das Jahr, in dem Dreßel in Hamburg spielte, war ausgerechnet das einzige Bremer Zweitliga-Jahr. So blieb dem Angreifer die Chance auf eine Revanche verwehrt, nachdem er zuvor sechs Nordderbys auf der anderen Seite bestritten hatte.

    Jaroslav Drobny – Ersatzkeeper in Hamburg und Bremen

    Fünfmal stand Jaroslav Drobny in einem Derby auf dem Platz, hält hier für den HSV einen Schuss von Bremens Florian Grillitsch.

    Jaroslav Drobny war mit der Rolle als Ersatztorhüter augenscheinlich zufrieden. Immerhin saß er in seiner Zeit beim HSV (2010 bis 2016) häufig als zweiter Keeper auf der Bank und übte diese Rolle später auch in Bremen (2016-2019) aus. Für fünf Derbys reichte es aber trotzdem – vier auf Hamburger Seite und eins auf Bremer. Und viel ausgeglichener hätte Drobny seine Bilanz dort nicht gestalten können. Beide Teams holten mit ihm auf dem Feld jeweils zwei Siege und einmal gab’s ein Unentschieden.

    Eljero Elia – Mit 39 Jahren immer noch aktiv

    Eljero Elia (vorne/gegen Marcell Jansen) stand für den HSV und für Werder im Derby auf dem Platz.

    Gerade erst ist Eljero Elia 39 Jahre alt geworden – und trotzdem spielt der frühere Bundesliga-Profi noch immer aktiv Fußball. Mittlerweile läuft er aber nur noch für den niederländischen Amateurverein SV Madestein Den Haag auf. Das war früher anders, als Elia in der Bundesliga zum Star wurde. Erst beim HSV (2009 bis 2011), später bei Werder (2012 bis 2015) und zwischendrin sogar bei Juventus Turin in Italien. Und auch das Nordderby kennt der Niederländer bestens: Drei bzw. vier Einsätze verbuchte Elija auf beiden Seiten.

    Fabian Ernst – Über HSV und Bremen nach Schalke

    Fabian Ernst (l./gegen Naohiro Takahara) erzielte zwei Treffer im Derby gegen den HSV.

    Eigentlich ist Fabian Ernst ein Gesicht des FC Schalke 04. Mit den Königsblauen spielte er in der Champions League und im UEFA-Cup und zeitweise sogar in der deutschen Nationalmannschaft. Zuvor jedoch stand Ernst sehr erfolgreich auch bei Werder unter Vertrag (2000 bis 2005), mit dem er 2004 das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg holte. Und noch früher verbrachte der Mittelfeldspieler von 1998 bis 2000 zwei Jahre beim HSV, wo er seine ersten Bundesliga-Spiele absolvierte. Gegen seinen Hamburger Ex-Klub knipste er später auch gerne mal im Derby, erzielte zwei Tore in sieben Duellen.

    Christian Groß – Werder-Kapitän sieht Rot im Derby

    Werder-Kapitän Christian Groß sah 2021 im Derby gegen den HSV die Gelb-Rote Karte.

    Christian Groß ist wohl das, was man einen Spätzünder nennen würde. Der Mittelfeldspieler stammt aus der Jugend des HSV und schaffte auch den Sprung in den Profi-Kader, kam dort aber zu keinem einzigen Einsatz. Über die 3. Liga (Babelsberg, Lotte, Osnabrück) fand Groß schließlich den Weg zu Werder Bremen, zunächst ebenfalls in die Zweite Mannschaft. Von 2020 bis 2024 aber gehörte er fest zum Bundesliga-Kader und war zeitweise sogar Kapitän. So auch 2021 in einem von nur zwei Derbys gegen den HSV – als er bei der 0:2-Niederlage prompt mit Gelb-Rot vom Platz flog.

    Martin Harnik – Ur-Bremer bleibt beim HSV glücklos

    Sein einziges Profi-Derby spielte Martin Harnik (l.) als Rechtsverteidiger. In der Regionalliga bestritt er immerhin Amateur-Duelle als Stürmer.

    Die Heimat von Martin Harnik ist Hamburg, hier ist er geboren und aufgewachsen und hier lebt er heute. Doch die sportliche Heimat war Bremen – denn dort schaffte der Stürmer in seiner Zeit von 2006 bis 2009 den Sprung zum Profi und wird DFB-Pokalsieger. Später kehrte Harnik dann noch einmal zu Werder zurück (2018/19) und spielte ein Jahr auf Leihbasis für den HSV (2019/20). Bei den Rothosen allerdings fand Harnik nicht sein Glück, war oft nur Ersatz und absolvierte nur 23 Partien (drei Tore). Kurios: Sein einziges Nordderby muss Harnik 2009 als Rechtsverteidiger spielen, weil Werder-Trainer Thomas Schaaf ihn umschult.

    Aaron Hunt – 19 Jahre beim HSV und bei Werder

    Wechselbad der Gefühle: Aaron Hunt (r.) bejubelt sein Elfmeter-Tor gegen den HSV, nachdem er kurz zuvor verschossen hatte.

    Kaum ein Spieler bringt es auf mehr Dienstjahre beim HSV und bei Werder als Aaron Hunt. 13 Jahre (2001 bis 2014) spielte er in Bremen, immerhin sechs Jahre (2015 bis 2021) zum Ende seiner Karriere dann beim HSV. Über 400 Profi-Einsätze sammelte er für die beiden Klubs. Entsprechend häufig stand Hunt auch in Derbys auf dem Feld – zwölfmal in Grün-Weiß und dreimal in Schwarz-Weiß-Blau. Im September 2012 erlebte der Stürmer dabei eine Achterbahn der Gefühle, als er erst einen Elfmeter verschoss und dann wenig später einen zweiten verwandelte. Bei Werder, wo er ausgebildet wurde, trug er sich im Alter von 18 Jahren und fünf Monaten zudem als damals jüngster Bundesliga-Torschütze in die Vereinsgeschichte ein. 2009 gab’s dann noch den DFB-Pokal.

    Bruno Labbadia – Derby-Experte als Spieler und Trainer

    Für Bremen blieb Bruno Labbadia in Derbys ohne Treffer – im HSV-Trikot dagegen knipste er gerne gegen den Ex-Klub.

    Die Zeit von Bruno Labbadia bei den beiden Nord-Rivalen war vergleichsweise kurz. Jeweils zwei Jahre spielte er für den HSV (1987 bis 1989) und Bremen (1996 bis 1998), schrieb aber dennoch Derby-Geschichte. Im Mai 1988 wurde der Mittelstürmer mit zwei Toren zum Matchwinner beim 4:1-Erfolg des HSV. Nach seiner Karriere heuerte Labbadia, der von seinen fünf Derbys nur eines verlor, dann noch zweimal als Trainer der Hamburger an – und gewann auch als HSV-Coach drei seiner vier Duelle gegen Werder.

    Sebastian Langkamp – Der einzige Profi ohne Derby

    Als einzigem Seitenwechsler blieb Sebastian Langkamp ein Auftritt im Derby verwehrt.

    Als einziger Seitenwechsler zwischen HSV und Werder spielte Sebastian Langkamp kein einziges Nordderby. Das lag in Hamburg (2007) in erster Linie daran, dass er zwar mehrfach im Spieltags-Kader der Profis stand, aber zu keinem einzigen Einsatz kam. Und während seiner Zeit in Bremen (2018 bis 2020) spielte der Rivale schlichtweg weitgehend nicht mehr in der Bundesliga. Immerhin: Beim einzigen Derby, das Langkamp hätte spielen können, saß der Innenverteidiger im Februar 2018 auf der Bank und durfte den 1:0-Sieg passiv mit bejubeln.

    Benno Möhlmann – Mann für die entscheidenden Tore

    Benno Möhlmann (r.) wusste, wo das Tor steht: Gleich mehrfach erzielte er wichtige Treffer im Derby.

    Stolze 16 Nordderbys spielte Benno Möhlmann in seiner Karriere, in der er neben Preußen Münster ausschließlich für Werder Bremen (1978 bis 1987) und den HSV (1987 bis 1989) auflief. Und er wusste sehr genau, wie man diese besonderen Spiele entscheidet. So traf der Mittelfeldspieler unter anderem kurz vor Schluss beim umkämpften 2:2 im März 1979 oder zum vorentscheidenden 3:1 beim Heimsieg im Januar 1983 (Endstand 3:2). An der Weser schaffte Möhlmann den direkten Wiederaufstieg aus der 2. Liga und wurde dreimal Deutscher Vizemeister, ehe er den Klub ausgerechnet während der Meistersaison in Richtung Hamburg verließ. Und auch dort schoss er ein wichtiges Derby-Tor zum Ausgleich der Partie im Mai 1988, die der HSV am Ende noch mit 4:1 gewann.

    Frank Ordenewitz – Bremer Torjäger ohne Derby-Tor

    Für Werder Bremen traf Frank Ordenewitz (r./gegen HSV-Profi Manfred Kaltz) 44-mal – nur nicht im Derby.

    Frank Ordenewitz war ein Vollblut-Mittelstürmer. In Bremen (1981 bis 1989) wurde er aus dem Nachwuchs zu den Profis hochgezogen und erzielte dort 44 Tore in 164 Spielen. Einzig ein Tor im Derby gegen den HSV, für den er 1995 ebenfalls ein Jahr spielte, blieb ihm verwehrt. In neun Anläufen klappte es kein einziges Mal. Ordenewitz wird es verkraften können, stattdessen wurde er schließlich Deutscher Meister 1988. Kurioserweise traf der heutige Bremer Scout später für den 1. FC Köln ständig gegen seine Ex-Klubs – zweimal gegen Werder und dreimal gegen den HSV. Nur eben nie im direkten Duell der beiden Nordrivalen.

    Levin Öztunali – Glücklos beim und gegen den HSV

    Levin Öztunali (l.) war in den Derbys gegen den HSV nur Joker.

    Die HSV-Zeit ist für Levin Öztunali bekanntlich eher ein Missverständnis. Mittlerweile läuft der Enkel von Uwe Seeler nur noch für die 2. Mannschaft in der Regionalliga Nord auf, seit er vor Beginn der Saison endgültig bei den Profis aussortiert wurde. Aus der Jugend des HSV fand er über den Umweg Leverkusen nach Bremen, wo er eineinhalb Jahre lang in der Bundesliga auflief. Im Derby gegen die Hamburger reichte es allerdings zweimal nur für einen kurzen Joker-Einsatz, einmal blieb Öztunali komplett auf der Bank sitzen. Für den Gewinner der Fritz-Walter-Medaille in Silber 2014 lief es weder gegen noch in Hamburg.

    Andreas Reinke – Der unbesiegbare Derby-Torhüter

    Torhüter Andreas Reinke (hier pariert er einen Schuss von HSV-Stürmer Naohiro Takahara) verlor kein einziges Derby.

    Eigentlich war Andreas Reinke beim HSV (1990 bis 1993) nur als Amateur vorgesehen. Der Torhüter aber durfte regelmäßig auf der Bundesliga-Ersatzbank Platz nehmen und kam immerhin auf einen Einsatz für die Hamburger. Eine ganz andere Rolle übte er hingegen in Bremen aus, wo er von 2003 bis 2007 seine Karriere ausklingen ließ und 133 Partien zwischen den Pfosten absolvierte. Darunter sind auch sechs Derbys gegen den HSV – von denen Reinke kein einziges verlor. Aus Sicht der Werder-Fans ist das neben dem Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und Pokalsieg 2004 ebenfalls ein großer Erfolg.

    Frank Rost – Exakt gleich viele Spiele für HSV und Werder

    Frank Rost (hier gegen Werder-Star Claudio Pizarro) war ein wichtiger Rückhalt für den HSV – auch im Derby.

    Viel kurioser könnte eine Statistik nicht sein als die von Frank Rost. Der Torhüter absolvierte exakt (!) gleich viele Spiele für den HSV und für Werder, nämlich jeweils 203. Kein Wunder also, dass er nach Ole Bjørnmose die meisten Derbys (21) aller Seitenwechsler bestritt. Nachdem er in Bremen (1992 bis 2002) anfangs noch Amateur war, entwickelte sich Rost später zu einem der erfolgreichsten Bundesliga-Keeper seiner Zeit. Auch auf Schalke und in Hamburg (2007 bis 2011) hinterließ der Deutsche Meister und zweifache DFB-Pokal-Sieger seine Fußspuren, doch seinen wohl berühmtesten Moment hatte er am 31. März 2002. Beim turbulenten 4:3-Sieg gegen Hansa Rostock traf er in der Nachspielzeit – als erst zweiter Bundesliga-Torhüter überhaupt aus dem Spiel heraus.

    Boubacar Sanogo – Wandervogel mit Derby-Toren

    Neben zahlreichen anderen Ländern spielte Boubacar Sanogo (l./gegen Bastian Reinhardt) auch in Bremen und Hamburg.

    Die Vita von Boubacar Sanogo liest sich wie ein Reisetagebuch. Elfenbeinküste, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate, Deutschland, Frankreich, Deutschland, VAE, Indien, VAE, Indonesien und wieder Deutschland. Der Stürmer hat viel gesehen von der Welt, auch in Hamburg (2006/07) und Bremen (2007 bis 2009), wo er sogar den DFB-Pokal gewinnen konnte. So richtig viele Derbys sprangen dabei zwar nicht heraus, doch in den vier Duellen traf Sanogo immerhin für beide Klubs jeweils einmal. Zuletzt war er Trainer der U23-Nationalmannschaft in seiner Heimat Elfenbeinküste.

    Hans Schulz – Der allererste HSV-Werder-Seitenwechsler

    Weißes Trikot, weiße Weste: Hans Schulz verlor kein Derby, erzielt hier sogar ein Tor für den HSV gegen Werder.

    Hans Schulz war der allererste Bundesliga-Profi, der 1966 direkt von Bremen nach Hamburg wechselte. Der Mittelfeldspieler stammte aus dem Nachwuchs von Werder und schaffte den Sprung zu den Herren, mit denen er prompt Deutscher Meister wurde. So richtig Fuß im Profifußball fasste Schulz dann aber erst beim HSV (1966 bis 1971), wo er sich zum Stammspieler entwickelte und 1967 das Pokalfinale erreichte. In seinen sechs bzw. vier Derbys, die er auf beiden Seiten bestritt, traf er übrigens für beide Klubs und verlor nicht ein einziges Spiel. Eine makellose Bilanz des späteren Bremer Aufsichtsrats.

    Dirk Weetendorf – Ersatzspieler mit weißer Derby-Weste

    Dirk Weetendorf (l./gegen Bremens Marco Bode) verlor kein einziges Derby mit dem HSV.

    Auch Dirk Weetendorf machte keinen Hehl aus einem direkten Wechsel zwischen den beiden Klubs. Nachdem er in Hamburg (1996 bis 1999) von den Amateuren zu den Profis hochgezogen worden war, spielte er in der darauffolgenden Saison ein Jahr lang in Bremen. Bei beiden Vereinen war der Mittelstürmer eher Reservist als Stammspieler und lief insgesamt nur 30-mal in der Bundesliga auf. Für drei Derbys auf HSV-Seite, in denen Weetendorf allesamt unbesiegt blieb, reichte es aber dennoch.

    Raphael Wicky – Der Pechvogel der Derbys

    Die Derby-Bilanz von Raphael Wicky ist ausbaufähig: nur zwei Siege in 14 Einsätzen.

    In der Bundesliga kannte Raphael Wicky keine andere Station als Hamburg und Bremen. Werder holte den Schweizer aus der Heimat nach Deutschland (1997 bis 2000), wo er den DFB-Pokal gewann und 1998 sogar zum Fußballer des Jahres gekürt wurde. Nach einer Zwischenstation bei Atlético Madrid in Spanien stand der defensive Mittelfeldspieler von 2002 bis 2007 schließlich beim HSV unter Vertrag. Und dort avancierte Wicky nicht nur zum Nationalspieler, sondern auch zum Derby-Pechvogel. 14 direkte Duelle bestritt er – und durfte nur zwei Derby-Siege bejubeln. Im Bremer Trikot blieb er gegen den HSV gar komplett sieglos.

    Pawel Wojtala – Kurze Abstecher in Hamburg und Bremen

    In seinem einzigen Derby für den HSV verbuchte Pawel Wojtala (r./gegen Christian Brand) einen Assist.

    In seiner belebten Karriere mit zahlreichen Vereinen machte Pawel Wojtala jeweils nur kurz Halt in den Hansestädten. Jeweils eineinhalb Jahre spielte er für den HSV (1997 bis 1998) und Werder (1998 bis 1999), holte in dieser Zeit aber den DFB-Pokal. Der Innenverteidiger war häufig nur Ersatz und kam so nur auf 20 bzw. 21 Bundesliga-Spiele. Dafür durfte Wojtala bei den Derbys mitmischen: Für Werder stand er zweimal auf dem Feld, in seinem einzigen Duell auf HSV-Seite (2:1 im März 1998) bereitete er sogar einen Treffer vor. Heute ist er in seiner Heimat Polen im Verband tätig.

    Raphael Wolf – Werder-Keeper unterläuft Derby-Eigentor

    Bitter: Bremens Torhüter Raphael Wolf fälscht den Ball ins eigene Tor ab, HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga (r.) freut’s.

    Obwohl Raphael Wolf fünf Jahre (2004 bis 2009) für den HSV spielte, absolvierte er nicht ein einziges Spiel für die Profis. Der Torhüter gehörte gegen Ende seiner Zeit in Hamburg zwar zum Kader der Bundesliga-Mannschaft, kam aber nicht an Stammkeeper Frank Rost und Ersatz Wolfgang Hesl vorbei. Auf Derbys musste Wolf daher warten, bis er zwischen 2012 und 2017 für Werder spielte. Dort durfte er immerhin zweimal gegen den HSV im Tor stehen – und in einer dieser beiden Derbys unterlief ihm auch noch ein Eigentor. Drei weitere Partien saß er gegen die Hamburger auf der Bank. Ein Platz, den er später auch bei Fortuna Düsseldorf die meiste Zeit innehatte.

    Mohamed Zidan – Start einer erfolgreichen Karriere

    Im Derby traf Mohamed Zidan (r.) schon für Bremen gegen den HSV – seine Karriere nahm aber erst danach richtig Fahrt auf.

    Als Mohamed Zidan für den HSV und für Werder spielte, hatte seine Karriere eigentlich noch gar nicht richtig angefangen. In Bremen (2005 bis 2006) war der Stürmer oft Reservist, beim HSV (2007/08) reichte es ebenfalls häufig nur für Kurzeinsätze. In den drei Derbys durfte er immerhin jeweils fast komplett ran und erzielte dort sogar ein Tor für Werder. Erfolgreich wurde Zidan allerdings erst nach seinem Abgang vom HSV zu Borussia Dortmund. Mit dem BVB holte er zweimal die Deutsche Meisterschaft, gewann den DFB-Pokal und wurde zweimal Afrikameister mit der Nationalmannschaft von Ägypten. Hamburg und Bremen legten dafür nur den Grundstein.

    Die Seitenwechsler von HSV und Werder in der Übersicht

    Name beim HSV Spiele/Tore Derbys bei Werder Spiele/Tore Derbys
    Ailton 2006 13/3 1 1998-2004 214/106 10
    Dietmar Beiersdorfer 1986-1992 211/16 11 1992-1996 90/8 3
    Marinus Bester 1992-1993
    2000-2001
    40/8 2 1990-1992
    1994-1995
    19/1 1
    Ole Bjørnmose 1971-1977 246/46 14 1966-1971 164/27 8
    Rodolfo Cardoso 1996-1997
    1999-2004
    137/19 6 1995-1996 41/4 2
    Dennis Diekmeier 2010-2018 184/0 8 2003-2008 0/0
    Werner Dreßel 1980-1981 20/3 1977-1980 115/26 6
    Jaroslav Drobny 2010-2016 84/0 4 2016-2019 10/0 1
    Eljero Elia 2009-2011 65/8 3 2012-2015 68/5 4
    Fabian Ernst 1998-2000 54/0 2 2000-2005 195/12 7
    Christian Groß 2008-2011 0/0 2018-2024 118/1 2
    Martin Harnik 2019-2020 23/3 2006-2009
    2018-2019
    47/8 1
    Aaron Hunt 2015-2021 153/26 3 2001-2014 286/51 12
    Bruno Labbadia 1987-1989 50/16 2 1996-1998 74/24 3
    Sebastian Langkamp 2007-2008 0/0 2018-2020 40/0
    Benno Möhlmann 1987-1989 29/3 2 1978-1987 340/61 14
    Frank Ordenewitz 1995 22/1 1 1981-1989 164/44 8
    Levin Öztunali 2006-2013
    seit 2023
    24/0 2015-2016 46/2 2
    Andreas Reinke 1990-1993 1/0 2003-2007 133/0 6
    Frank Rost 2007-2011 203/0 12 1992-2002 203/1 9
    Boubacar Sanogo 2006-2007 42/8 3 2007-2009 47/19 1
    Hans Schulz 1966-1971 142/27 6 1957-1966 36/7 4
    Dirk Weetendorf 1996-1999 31/6 3 1999-2000 7/0
    Raphael Wicky 2002-2007 164/6 9 1997-2000 132/4 5
    Pawel Wojtala 1997-1998 26/1 1 1998-1999 24/2 2
    Raphael Wolf 2004-2009 0/0 2012-2017 50/0 2
    Mohamed Zidan 2007-2008 34/4 1 2005
    2006
    18/4 2

    Auch sie standen beim HSV und bei Werder unter Vertrag

    • Egon Coordes: Früherer Werder-Profi (1969 bis 1971), war später als Trainer beim HSV aktiv und coachte 1992 kurzzeitig die Hamburger Bundesliga-Mannschaft.
    • Thore Jacobsen: Von 2009 bis 2015 in der Jugend des HSV, wechselte dann zu Werder Bremen. Dort in der 2. Mannschaft und mehrfach verliehen. Für beide Teams ohne Profi-Einsatz.
    • Rafael Kazior: Beim HSV Jugendspieler (1995 bis 2001) und Amateur (2008 bis 2011). Zwischen 2015 und 2018 zudem für Werder II aktiv und heute Videoanalyst der Bremer, ohne je für die Profis gespielt zu haben.
    • Felix Magath: Beim HSV eine Legende als Spieler (1976 bis 1986), Manager (1986 bis 1988), Co-Trainer (1993 bis 1995) und Trainer (1995 bis 1997). In der Saison 1998/99 ebenfalls kurzzeitig als Chefcoach von Werder tätig.
    • Blaise Mamoum: Sowohl in Bremen (2001 bis 2003) als auch in Hamburg (2003 bis 2005) bei den Amateuren aktiv. Stand zumindest für Werder auch im Profi-Kader, kam aber nie zum Einsatz.
    • Patrick Owomoyela: Wurde in 75 Einsätzen bei Werder (2005 bis 2008) deutscher Nationalspieler. Beendete seine Karriere 2014 dann mit einem halben Jahr bei den HSV-Amateuren.
    • Wolfgang Rolff: HSV-Profi von 1982 bis 1986 in 156 Partien. Kurzzeitig Co-Trainer der Hamburger (1997) und später dann viele Jahre bei Werder (2004 bis 2013 sowie 2021). Für ein Spiel sogar Interimstrainer.
    • Frank Ronstadt: Stammt aus der Jugend des HSV und schaffte den Sprung zu den Profis, allerdings ohne Bundesliga-Einsatz. Nach Hamburg (2011 bis 2018) für eine Saison in Bremen – doch ebenfalls für die Reserve.
    • Janek Sternberg: Spielte von 2007 bis 2013 im HSV-Trikot, jedoch nur im Nachwuchs und der 2. Mannschaft. Nach seinem Wechsel zu Werder (2013 bis 2017) anfangs ebenfalls Amateur, danach aber mit 31 Profi-Einsätzen.
    • Dieter Tippelt: In Bremen in der Saison 1972/73 zum Profi gemacht (12 Einsätze), nachdem er in der Jugend zuvor für beide Vereine gespielt hatte.

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