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Kürzung klimaschädlicher Subventionen: Regierungen stehen vor härterem Kurs

    Kürzung klimaschädlicher Subventionen: Regierungen stehen vor härterem Kurs

    Die Wifo-Studie „Analyse der Klimaresilienzförderungen in Österreich“ beziffert die Höhe der entsprechenden Förderungen auf 4,1 bis 5,7 Milliarden Euro pro Jahr ab 2022. Das Thema ist nicht nur komplex, sondern auch politisch heikel. Vielleicht hat sich die Dreiparteienkoalition deshalb dazu entschlossen, hier sehr vorsichtig vorzugehen. Für 2028 haben sich ÖVP, SPÖ und Neos auf eine Konsolidierung von lediglich 190 Millionen Euro geeinigt. Insgesamt sollen die gesamten Fördermittel bis 2029 um 1,9 Milliarden Euro sinken.

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    Die Koalition muss in den nächsten Wochen entscheiden, welche klimaschädlichen Subventionen jetzt angegangen werden sollen. Die Haushaltsrede von Finanzminister Markus Marterbauer am 10. Juni rückt immer näher. Das Problem: „Jetzt ist der schlimmste Zeitpunkt, weil die Regierung angesichts der aktuellen Situation alles vermeiden will, was die Inflation weiter beschleunigt“, sagt Daniela Kletzan-Slamanig, Ökonomin am WIFO und Mitautorin der Studie, gegenüber der Klein Zeitung.

    Im Fokus stehen Verkehr und Energie

    Der Begriff klimaschädliche Subventionen umfasst Maßnahmen, die die Nutzung fossiler Energien und emissionsintensive Aktivitäten fördern. Mehr als die Hälfte fällt in die Zuständigkeit des Bundes, der Rest muss international oder auf EU-Ebene koordiniert werden. Diese Maßnahmen kommen Unternehmen zu 63 Prozent und privaten Haushalten zu 37 Prozent zugute.

    Laut Wifo-Studie entfällt mit 61 Prozent der größte Anteil auf den Verkehr, davon entfallen fast drei Viertel auf den Straßenverkehr und ein Viertel auf den Flugverkehr und die Schifffahrt. Dazu gehören beispielsweise zahlreiche Zuschüsse für Fahrer – insbesondere Passagiere und Dienstwagenbesitzer – sowie Rabatte auf Treibstoff für Flugzeuge und Schiffe. Der zweitgrößte Anteil, 38 Prozent des Fördervolumens, entfällt auf den Energiesektor, etwa über Produzentenkonzessionen, Energiesteuererleichterungen oder die kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten. Andererseits ist der Anteil der Landwirtschaft mit 28 Millionen Euro äußerst gering, wobei Maßnahmen zur Unterstützung der Tierhaltung nicht berücksichtigt sind.

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    Die Drei-Parteien-Koalition wird eine kleinere Rolle spielen müssen

    In normalen Zeiten würde es wohl um eine geringere Dieselbesteuerung oder eine Steuergutschrift namens Pendler-Euro gehen. Etwa eine Million Arbeitnehmer profitieren von der Pendlerpauschale, davon etwa 700.000 die große Pendlerpauschale. Doch der Iran-Krieg hat die Energiekosten erneut in die Höhe getrieben und Ängste vor einem weiteren Anstieg der Inflation geweckt. Daher hat Finanzminister Marterbauer bereits angedeutet, dass dies in der aktuellen Phase nicht umsetzbar sei. Tatsächlich geht die Dreiparteienkoalition sogar den umgekehrten Weg und bremst die Spritpreise, da es sich um eine reine klimaschädliche Subvention handelt. Der Kampf gegen die Inflation bleibt eine Priorität.

    Daher muss ein kleiner Rollback durchgeführt werden. Was genau zwischen den zuständigen Ministerien, insbesondere zwischen den Finanzministerien und dem Klimaschutzministerium, noch geklärt werden muss. Für Wifo-Forscherin Kletzan-Slamanig geht es darum, soziale Genauigkeit mit ökologischer Wirksamkeit zu verbinden. Sie empfiehlt außerdem, sich auf regulatorische Hürden zu konzentrieren, die klimaschädliches Verhalten begünstigen, etwa durch Vorgaben für Pkw-Stellplätze oder Regeln für einen schnellen Heizungsaustausch in großen Wohnanlagen.

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