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Igor Matanovich: Ex-St. Paulis Juwel, bevor er zum europäischen Helden gekrönt wurde

    Igor Matanovich: Ex-St. Paulis Juwel, bevor er zum europäischen Helden gekrönt wurde

    Das ehemalige St. Pauli-Juwel Igor Matanovic ist derzeit ein echter Shootingstar in Freiburg. Bild: BILD / Bildmodus

    Igor Matanovich: Ex-St. Paulis Juwel, bevor er zum europäischen Helden gekrönt wurde

    Besonders stolz sind Heimfeld und St. Pauli auf Igor Matanovich. Der gebürtige Hamburger war einst ein Musterschüler in Harburg, machte sich als Jugendlicher beim FC St. Pauli einen Namen – und ist heute mit gerade einmal 23 Jahren einer der unumstrittenen Stars der Bundesliga. Denn auch nach seinem Abschied vom Kiezklub ging es für den kroatischen Stürmer weiter bergauf. Mit dem Einzug der Freiburger ins Europa-League-Finale erreichte Matanovic einen neuen Karrierehöhepunkt. Und es verspricht weiterhin Großes. MOPO erzählt seine Geschichte im Rahmen einer Porträtreihe über Hamburger Profifußballer.

    Wenn man im Europa-Park-Stadion des SC Freiburg zu Gast ist, fällt einem schnell auf, welcher Name von den Fans am lautesten gerufen wird: Igor Matanovic. Der Kroate ist nicht nur ein Publikumsliebling im Breisgau, sondern auch einer der wichtigsten Profis der Mannschaft – die nicht zuletzt dank ihm die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte hinlegt. Mit seinen Toren hatte das beim FC St. Pauli ausgebildete Offensivtalent entscheidenden Anteil daran, dass Freiburg das Europa-League-Finale erreichte.

    Matanovics Talent wurde bereits als kleines Kind erkannt

    Musterkind, Musterschüler, Musterprofi. Diese Worte fallen im Zusammenhang mit Matanovic immer wieder, egal in welcher Phase seines Lebens. Seine Eltern waren Einwanderer aus Kroatien, die sich im Süden Hamburgs niederließen. Dort entdeckte Matanović als kleiner Junge das Fußballspielen und schloss sich schon in jungen Jahren dem Harburger TB an. Bereits im Vorschulalter erkennt man sein Talent.

    „Igor war schnell, hatte einen guten Schuss und hatte immer die Unterstützung seiner Eltern, die viel Zeit investiert haben. Er hatte schon immer eine Leidenschaft für Fußball.“

    Ehemaliger Trainer Mustafa Zulfic bei MOPO für den jungen Matanovic

    Der Anfang: Matanovic (l.) 2009 – mit sechs Jahren – im Harburger TB-Trikot

    Kein Wunder, dass der großgewachsene Stürmer nicht lange in Harburg blieb. Er war sieben Jahre alt, als ihn der FC St. Pauli 2010 in die Jugendakademie verpflichtete. Tam Matanovic durchlief alle Jugendmannschaften, bevor er Anfang 2019 – im Alter von gerade einmal 15 Jahren – seinen ersten Vertrag unterschrieb. Die entscheidende Klausel: Sobald er die Volljährigkeit erreicht, wird der Vertrag automatisch zu einem Berufsvertrag. „Der Junge ist außergewöhnlich. Das weiß jeder im Verein“, schwärmte der damalige Trainer Timo Schulz.

    Mit gerade einmal 17 Jahren feierte er sein Debüt auf St. Pauli

    Deshalb muss Matanovic nicht so lange warten. Sein Debüt für die Profis in der 2. Liga gab das Sturmjuwel schließlich am 27. November 2020, als er kurz vor Schluss im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück (0:1) eingewechselt wurde. Schultz macht Matanovic vom FC St. Pauli mit 17 Jahren, 7 Monaten und 27 Tagen zum jüngsten Bundesliga-Profi aller Zeiten. Und bei diesem kurzen Wildcard-Auftritt bleibt es nicht: Der junge Stürmer kommt nun in 18 von 20 möglichen Spielen zum Einsatz – darunter auch im Derby gegen den HSV (1:0). Lediglich den Schlussspurt der Saison verpasste er aufgrund einer Verletzung.

    Schreie vor Glück! Matanovic (Mitte) kann sein Glück kaum fassen, nachdem er sein erstes Profitor für St. Pauli erzielt hat.

    Da er im Januar 2021 auch den Siegtreffer beim 3:2-Sieg in Hannover erzielte, wurde Matanović mit 17 Jahren, 9 Monaten und 16 Tagen auch der jüngste Bundesliga-Torschütze in der Geschichte von St. Pauli. Gleichzeitig spielte er regelmäßig für die deutschen U-Nationalmannschaften, kehrte jedoch später zum kroatischen Verband zurück und gab dort sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. An dieser Stelle wird oft vergessen, dass Matanovic auch Student ist – und die Zeit zwischen Training und Spielen zum Lernen nutzt.

    St. Pauli kann Matanovic nicht behalten, hat aber das Recht, ihn auszuleihen

    Mitten in seiner sensationellen Debütsaison beim FC St. Pauli wird er endlich erwachsen und wird Profi. Und das weckt Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen. Im Sommer 2021 verpflichtete Eintracht Frankfurt den jungen Stürmer für rund 500.000 Euro, verlieh ihn aber gleichzeitig für weitere zwei Jahre zurück nach St. Pauli. Aufgrund zweier Verletzungen, die ihn jeweils mehrere Monate pausierten, kam Matanovic in diesen beiden Jahren nur auf 39 Einsätze (zwei Tore).

    Auch für den Karlsruher SC schießt Matanovic mühsam – wie hier gegen den HSV.

    Als er Hamburg 2023 endgültig verließ, ging er erneut auf Leihbasis nach Frankfurt. Das Offensivtalent spielte ein Jahr lang für den Karlsruher SC in der 2. Liga und schaffte seinen endgültigen Durchbruch auf Profiebene. Beim KSC avancierte Matanović zum Stammspieler und spielte mit 14 Toren (Platz sieben der Torschützenliste) eine wichtige Rolle für die Karlsruher, die in der Rückrunde vom Abstiegskandidaten auf den fünften Platz aufstiegen. Als Belohnung lädt ihn der kroatische Nationaltrainer Zlatko Dalic bereits regelmäßig in die Nationalmannschaft ein.

    Matanovic gelang in Freiburg der Durchbruch

    In Frankfurt wird Matanovic allerdings erneut nicht glücklich. Bei der Eintracht wird er nach seiner Rückkehr im Jahr 2024 nur noch ein Joker sein, aber immerhin kann er seine ersten Spiele in der Europa League absolvieren. Doch der Kroate will mehr. Und die bekommt er in Freiburg endlich – denn dort wird Matanovic in der Saison 2025/26 endlich zum Star. Bei seinem Debüt gegen den VfB Stuttgart (3:1) schoss der kurz vor Schluss eingewechselte Stürmer ein Tor und kam in dieser Saison auf 15 Tore und vier Assists.

    Matanovic traf gegen St. Pauli oft – aus Respekt vor seinem Ex-Klub verzichtete er jedoch auf den Jubel.

    Dass Matanovic dies tut, freut sich übrigens auch beim FC St. Pauli. Immerhin sicherte sich der Kiezklub eine Weiterverkaufsklausel, die ihm bei einem Transfer von Frankfurt nach Freiburg eine satte Zuzahlung von knapp 1,3 Millionen Euro einbrachte. Zum Dank punktet der Stürmer in Hamburg besonders gern: Die meisten seiner Profitore erzielte er gegen den HSV (fünf) und St. Pauli (drei).

    Nun steht er mit Freiburg im Europa-League-Finale

    Im Breisgau wird Matanovic natürlich vor allem gefeiert, denn seine Tore sind meist besonders wichtig. Mit seinem Tor entschied er sieben Spiele, darunter dreimal in der Europa League. Im Halbfinale gegen Braga, das Freiburg nach 1:2 im Hinspiel sensationell mit 3:1 gewann, kam Matanovic ebenfalls zweimal über 90 Minuten zum Einsatz.

    Erledigt! Matanovic genießt die Begeisterung der Freiburger Fans nach dem Einzug ins Europa-League-Finale.

    Der Preis ist die Chance, seinen ersten Titel zu gewinnen. Mit Freiburg steht der kleine Junge aus der Heimat im Europa-League-Finale in Istanbul und kann dort am Mittwochabend (21.00 Uhr) gegen Aston Villa den größten Erfolg seiner Karriere feiern. Dies wird der nächste vorläufige Höhepunkt des steilen Anstiegs sein, der einst an den Plätzen Brummerskamp und Millerntor begann.

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