Die Geschichte der beiden Meistertitel des ATSE Graz ist eine Geschichte von Freundschaft, Glauben und jungen Menschen, die zu lebenslangen Freunden wurden. Es war das Spiel, das Graz 1975 seinen ersten Eishockey-Meistertitel bescherte. Es entthronte auch den Erzrivalen KAC, der elf Jahre lang den Meistertitel gehalten hatte. „Es war eine wunderbar geschlossene Mannschaft, sowohl individuell als auch spielerisch, sehr zielorientiert“, erinnert sich Franz Vows an den Titelgewinn. „Wir sind zusammen aufgewachsen und jeder kannte den Spielstil des anderen und konnte darin einer Meinung sein.“ Unter der Herrschaft des unvergesslichen Gruppenleiters Hans Dobyda blühte das Agenberg-Team unter der Leitung von Spielertrainer Anatoly „Tole“ Kozlov wirklich auf.
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Er verbrachte den Sommer damit, im sowjetischen Stil zu trainieren, und es zahlte sich aus: Das körperlich beeindruckende Team etablierte ein in diesem Land noch nicht verfügbares Forechecking, zerschmetterte seine Gegner buchstäblich und gewann den Titel mit 13 Punkten Vorsprung. Graz war endlich jemand im Eishockey-Österreich. „Es war einfach unglaublich“, erinnert sich Torwart Michael Rudman, „damals war die Mannschaft mehr oder weniger eine Amateurgruppe. Aber weil die Kameradschaft so gut war, haben wir auch so gute Leistungen erbracht. Wir waren wie eine Familie, auch wenn nicht viel Geld da war.“ Dobyda behielt die Schillinge im Griff, aber eines war ihm immer wichtig: „Wir haben immer zusammen gegessen“, sagt Rudman, und Vows fügt lachend hinzu: „Und es gab auch gute Restaurants.“ In seiner Abschiedsrede für den 2025 verstorbenen Großseigneur Dobyda ehrte ihn der ehemalige steirische Landeshauptmann mit Feingefühl: „Hans, wir hatten immer das Beste, nicht zu sein und das Beste konnten wir sicher nicht bezahlen. Aber wir waren am besten gekleidet und haben immer gut gegessen.“ Das Modehaus Brühl kleidete damals schneidige Männer ein und machte Eindruck.
Das Team wurde aus allen Gesellschaftsschichten zusammengewürfelt und zusammengeschweißt – Studierende, Angestellte, Hacker und Studierende als Einheit zur Freude von bis zu 6.000 Unterstützern, die sich auf den Stehplätzen in Liebenau drängten. „Natürlich gab es auch eine große Konkurrenz mit dem KAC“, sagt Rudman, „schließlich gab es damals schon viele Kärntner Studierende in Graz. Das war außergewöhnlich.“ Am Ende wurde der KAC hinter Graz und Innsbruck Dritter. Als erste Mannschaft nach so langer Zeit den KAC zu schlagen, war neben der Meisterschaftsehre für viele, die so lange zusammen gespielt und so oft gegen die „Rotjackets“ verloren hatten, eine große Genugtuung. „Ich erinnere mich noch gut: Ich habe mein erstes Spiel mit 15 Jahren in der ersten Mannschaft von ATSE gespielt. Damals hatte der Bunker kein Dach und wir verloren gegen den KAC mit 0:21“, erinnert sich Vows, der ein Jahr nach dem ersten Titel mit den ATSE-Freunden Franz Schilcher, Michael Herzog und Maximilian Moser auch bei Olympia spielte. „Es war zu einer Zeit, als die Grazer aufgrund ihres Meistertitels in der Nationalmannschaft viel zu sagen hatten und Graz zu einer bekannten Eishockeystadt wurde“, sagt Vows.
Der Titel wurde in Eggenberg nicht nur mit einer Parade ausgiebig gefeiert. Es war eine sportliche Schuld, die beglichen werden musste: „Wir haben vor der Meisterschaft gesagt, dass wir alle Mariazel radeln würden, wenn wir Meister werden würden“, sagt Werner „Buffy“ Schilcher, „also haben wir es getan. Sogar Kozlov, und der konnte nicht einmal richtig Fahrrad fahren. Wir haben sogar den Schnee am Seeberg gehoben – es war eine wirklich gelungene Veranstaltung.“ Die Fahrt erfolgte natürlich auf einem Puch-Fahrrad – der Eishockey-Meister auf dem legendären „Burgmeister“. Als sie ankamen, wurden im Heiligtum fünf Minuten lang Glocken zu Ehren des Meisters geläutet und es wurde auch die Messe des Meisters gelesen. Kapitän Helmut Jäger, der angeblich die geniale Idee zu der Wette hatte, beendete nach 20 Jahren in der Saison und auf dem Eis seine aktive Karriere, sollte aber drei Jahre später – nun als Trainer – ATSE erneut zum Meistertitel führen.
„Er hat unsere Waden richtig aufgerichtet und dafür gesorgt, dass wir auf dem richtigen Weg blieben“, sagt Rudman. Gespielt wurde erneut mit zwei zugelassenen Soldaten, die jedoch dieses Mal aus Übersee kamen und der Spielstil auch von Nordamerika beeinflusst war. Es waren William „Bill“ Klett (USA) und James Boyd (CAN). Letzterer erzielte innerhalb von elf Sekunden des Spiels zwei Tore und sicherte ATSE im vierten Spiel der Play-offs gegen KAC den Meistertitel. Voller Demut sagte der Trainer damals: „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass wir das geschafft haben. Es war eine Teamleistung, die eine enge Gemeinschaft ist und alles gegeben hat.“ Der Legende nach soll Cletus bei den anschließenden Feierlichkeiten offener gewesen sein: Er habe seinen Single-Kollegen gezeigt, wie sich diese Situation im Handumdrehen ändern ließe. Er kaufte alle Zeitungen bei einem Zeitungsverkäufer und die „arbeitslose“ Frau wurde sofort in die Feier einbezogen.
Nach dem Titelgewinn verließ Jaeger den Verein, ebenso wie Hans Dobida ein Jahr zuvor, als er zum Präsidenten des österreichischen Verbandes gewählt wurde. In der darauffolgenden Saison zwangen fehlende finanzielle Mittel und ein verblassender Moment des Ruhms die Grazer zum Ausscheiden aus dem Europapokal vor dem Halbfinale gegen Skellefteå AIK (SWE). 1980 erfolgte der Abstieg in die Nationalliga und 1990 wurden nach der Fusion mit dem UEC Graz die „Elefanten“ des EC Graz geboren. Rudman kämpfte mit den Elephants 1993 in den Play-offs erneut um den Titel – vergeblich. „Es war auch eine gute Zeit. Aber anders als bei ATSE. Es war professioneller und Walter Zenahlik als Trainer war in Ordnung. Aber es hat immer noch nicht gereicht. Vielleicht waren wir nicht cool genug, um auswärts zu gewinnen.“ Es waren die 99ers – und der Titel erfreute auch ATSE-Legenden.
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