Obwohl das Verpassen der Weltmeisterschaft nur ein kleiner Trost ist, wird Christoph Baumgartner die Reise zur Endrunde in Nordamerika als wertvolle Erfahrung für seine zukünftige Karriere betrachten. Sei es bei der Führung eines Teams oder im Rahmen der eigenen Trainerkarriere. Diese Überzeugung äußerte kürzlich Co-Trainer Stefan Osen.
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Es besteht kein Zweifel, dass der 26-Jährige aufgrund seiner Qualität, Erfahrung und Führungsstärke ein potenzieller Kapitän der Nationalmannschaft der Zukunft ist. Aber der Trainer? Aus heutiger Sicht ist der Niederösterreicher sehr unsicher, ob er diese Karriere nach seiner Karriere wirklich verfolgen soll. „Ich glaube nicht, dass ich dieses Nomadenleben nach meiner Karriere haben möchte. Ich würde lieber irgendwann sesshaft werden. Als Trainer ist es hart“, sagt Baumgartner und ergänzt seine Aussage gleich mit einem breiten Lächeln: „Vielleicht werde ich eines Tages Co-Trainer der Nationalmannschaft. Das wäre ein toller Job.“ Wer weiß, vielleicht irgendwann unter Teamchef Stefan Osen.
Die Rolle als Bindeglied zwischen der Mannschaft und dem Trainerstab zu übernehmen entsprach natürlich nicht ganz seinen Vorstellungen von Baumgartners erstem WM-Erlebnis Ende Mai. Doch eine Oberschenkelverletzung, die er sich kurz vor der Generalprobe gegen Tunesien zugezogen hatte, zwang ihn, seine Pläne zu ändern, und er holt das Beste aus seinem WM-Lauf.
Einerseits hat das bei der eigenen Rehabilitation natürlich höchste Priorität. Die diesbezüglichen Fortschritte sind ermutigend. Im flachen Gelände kann er die Krücken bereits verlassen und sie als Hilfsmittel beim Treppensteigen nutzen. „Aber auch daran arbeiten wir. Ich freue mich sehr über die tolle Unterstützung hier“, sagt der Leipzig-Legionär. Auch das Feedback der Ärzte ist sehr positiv. Um diese Verbesserungen zu erreichen, investiert Baumgartner auch in die notwendigen Arbeiten. Obwohl er auch am freien Mittwoch einen Ausflug an den Strand genoss, war er morgens und abends beim Training im Einsatz.
Andererseits versteht man definitiv, was Osen meint, wenn man sieht, wie Baumgartner in seiner Rolle aufblüht. „Alles ist möglich“, sagt er, wenn man ihn fragt, welche Arbeit er macht und wie er sie unterstützt. „Ich weiß, was den Jungs durch den Kopf geht, wie sie sich fühlen. Ich versuche besonders, Jungs zu helfen, die sich vielleicht in einer schwierigeren Phase befinden, weil sie etwas im Rückstand sind.“ Darüber hinaus ist Baumgartner auch aus Spielersicht in die Spielvorbereitung involviert: „Ich versuche, während der Spiele darüber nachzudenken, was uns helfen kann.“
Vor dem Spiel gegen Argentinien hielt er in der Kabine eine Abschlussrede: „David Alaba macht das oft, in diesem Fall war ich es. Es ist gut, wenn es Vielfalt gibt, damit die Jungs nicht immer die gleichen Stimmen hören.“ Das Einzige, was mir persönlich schwer fällt, ist die Aufwärmphase im Stadion: „Da kann man sich vorstellen, wie es sein wird. Aber im Spiel und auch abseits davon kann ich viel lernen und Zeit mit meinen Freunden verbringen. Das ist mir extrem wichtig.“
Bei der Niederlage gegen den Weltmeister zeigten sie eine ordentliche Leistung, die gegen einen Gegner dieses Kalibers manchmal nicht ausreicht. Solche Spiele erfordern einen perfekten Tag. Im Verhältnis zu den Südamerikanern rede man meist nur über ihre Angriffsstärke: „Aber sie sind einfach eine unglaublich organisierte Mannschaft. Die Art und Weise, wie sie verteidigen, ist ein bisschen vergleichbar mit Atlético Madrid. Man sagt gerne, dass Lionel Messi nichts macht, aber die anderen neun sind sensationell gegen den Ball.“
In Algerien wartet nun eine sehr gute Mannschaft. „Ich kenne viele Jungs in der Bundesliga. Vor allem Ibrahim Maza ist ein Ausnahmespieler, ein echtes Talent.“ Der 58-fache Nationalspieler ist davon überzeugt, dass das ÖFB-Team in Kansas City auf jeden Fall eine Topleistung abliefern muss: „Wenn wir aggressiv und aktiv sind, können wir ihnen mit unserer Spielweise weh tun.“
Auch kommunikativ ist Baumgartners Reise zur WM ein absoluter Gewinn. In seinem unbewussten „Nebenjob“ verfügt er über eine angeborene Sprachrohrbegabung, die vielleicht nicht jeder hat. Auch die Frage, wen er am liebsten als Ersatz für seine zehn Mann antreten möchte, moderiert er gekonnt.
Die Aufgabe fiel gegen Argentinien an Paul Waner: „Paul hat ein sehr gutes Spiel gemacht, sehr aktiv, viel Ballaktion.“ Gegen Jordan spielte Konrad Lamar im offensiven Mittelfeld: „Konnie hat das natürlich ganz anders interpretiert. Dieses Spiel erforderte auch andere Dinge. Aber ich möchte ihn nicht mit mir vergleichen, weil das unterschiedliche Spielertypen sind. Jeder interpretiert es so, wie er es tut.“
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