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Krause v. Grabber: Der instinktive Angreifer trifft auf den Strategen

    Krause v. Grabber: Der instinktive Angreifer trifft auf den Strategen

    Der größte Druck? Offensichtlich der süßeste Moment für Sinja Krause. „Ich bin ein absoluter Wettkampftyp mit viel Spaß. Ich möchte immer Matches bestreiten.“ Ein Satz, der ihre Woche in Kitzbühel treffend beschreibt. Am Sonntag steht die Wienerin vor dem bislang wichtigsten Spiel ihrer Karriere: Sie kämpft bei einem Heimturnier um ihren zweiten WTA-125-Titel. „Ich bin mit dem Ziel nach Tirol gekommen, hier auf dem Center Court zu spielen. Dass mir das gelungen ist, macht mich unheimlich glücklich.“

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    Das Halbfinale gegen die an Position fünf gesetzte Spanierin Marina Basols Ribera verlief wie geplant. Crows hatte Schwierigkeiten, ins Spiel zu kommen und hatte mit den veränderten Bedingungen und seinem Spiel etwas zu kämpfen. „Ich war sehr unzufrieden mit mir selbst, aber ich bin kämpferisch in den Kampf gegangen. Ich habe um jeden Punkt gekämpft“, beschrieb sie die Wende und gewann schließlich nach 2:11 Stunden mit 3:6, 6:4, 6:1. Dass sie derzeit ihre bisher stärkste Saison spielt, führt sie nicht auf einen Faktor zurück. Mehrere Matches auf höherem Niveau hätten ihr ermöglicht, reifer zu werden. „Wir haben auch viel in die Konstanz meines Grundlinienspiels investiert. Und mit Erfolg geht Selbstvertrauen einher.“

    „Sinja hat zwei Persönlichkeiten“

    Im Kitzbüheler Frauen-Comeback-Finale erwartet die Österreicherin ein Showdown-Duell gegen Julia Graber, die im Halbfinale nach einer Regenunterbrechung die topgesetzte Slowenin Veronika Erjavec klar mit 6:1, 6:4 besiegte. Es ist also ein Finale, das nicht nur spieltechnisch viel verspricht, sondern auch einen starken Präzedenzfall für das österreichische Damentennis darstellt. „Hier im Finale gegen Sinja zu spielen ist unglaublich und etwas ganz Besonderes“, sagte Graber. Für beide steht in der Rangliste viel auf dem Spiel: Krause könnte mit einem Titel erstmals an den Top 80 „kratzen“, während Graber seine kürzliche Rückkehr in die Top 100 feiern könnte.

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    Aber was macht ein lokales Duo wirklich aus? Krauses Liebe zum Tennis begann als Kleinkind, während seine Familie einige Jahre in New York lebte. Ihre Leidenschaft für den Sport entdeckte sie auch auf den Tennisplätzen, auf denen ihre ältere Schwester trainierte. „Ich bin auf dem Tennisplatz aufgewachsen. Ich wollte immer das tun, was meine Schwester getan hat.“ Heute zeichnet sich ihr Tennis durch einen aggressiven Spielstil aus. Krause nimmt sich früh den Ball, sucht die Initiative und entscheidet die Ballwechsel gerne selbst – schließlich will sie der Gegnerin nichts überlassen. Ihr Trainer Alex Grau („Sinja hat zwei Persönlichkeiten“) fördert genau diesen gewagten Ansatz.

    So forsch sie auf dem Platz auftritt, so ruhig und zurückgezogen wirkt sie in ihrem Privatleben. Die 24-Jährige beschreibt sich selbst als ehrgeizig und Perfektionistin, gleichzeitig aber auch emotional, humorvoll, offen und sehr direkt. „Ich kann frech sein, ich bin kontaktfreudig und mache immer Witze, aber ich bin auch ein bisschen empfindlich.“ Wenn sie nicht trainiert, liest der bekennende Roger-Federer-Fan gerne Romane mit Happy End oder hängt in der Küche rum. Familie und Freunde können sich dann auf selbstgemachte Kekse oder Brownies freuen.

    Grabers Karriere war in den letzten Jahren eine Achterbahnfahrt. Ihre Karriere ist der Inbegriff der Tugenden Ausdauer, Disziplin und Comeback, seit die 30-Jährige durch eine schlimme Handgelenksverletzung zum Scheitern verurteilt war. Die gebürtige Vorarlbergerin gilt als äußerst eigensinnig, gibt den Ball nur selten ab und lebt von ihrer Mentalität. Sie hat immer ihren Weg gefunden, besonders nach einem Rückschlag. Sie bezeichnet Resilienz als einen ihrer wichtigsten Werte. „Es ist der mentale Panzer, der Sie vor unvermeidlichen Niederlagen und Enttäuschungen schützt.“

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    Der Durchbruch gelang dem Schützling von Günter Bresnik im Jahr 2023, als er den 54. Platz der Weltrangliste erreichte – ein Rekord, den er bis heute hält. Über sich selbst sagt sie kurz und bündig: „Ich bin eine leidenschaftliche Tennisspielerin aus der charmanten Stadt Dornburn.“ Einer, der sich in seiner Anfangszeit verschiedenen Herausforderungen stellte – „alles, um meinen Traum zu verwirklichen, einer der Topspieler zu werden“.

    Am Ende hieß es: Instinktiver Angreifer hier, Stratege dort. Verspieltheit und Risiko hier, Geduld und Präzision dort. Zwei Wege – aber beide führten ins Finale (11.30 Uhr/live ORF 1).

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