Der WAC hat unter Thomas Silberberger nun zwei Spiele bestritten. Das reicht zwar nicht aus, um tatsächlich vorläufige Schlussfolgerungen zu ziehen, aber einige Aspekte der neuen Philosophie lassen sich bereits erkennen. Das Problem ist jedoch, dass Tyrolean als vierter Trainer in der laufenden Saison keine Wunder vollbringen kann, denn egal welche sportlichen und taktischen Anweisungen der Trainer gibt, die Spieler müssen sie auf dem Platz umsetzen, und das geht leichter, wenn diese Spieler drei andere Konzepte im Kopf, Wege und eine Sammlung einstudierter Spielzüge haben. Diese Unsicherheiten machen sich insbesondere bei aggressiven Unternehmungen bemerkbar. Die Wolves haben in fünf Spielen der Qualifikationsgruppe nur zwei Tore erzielt. Unter Silberberger nahm der Angriff offenbar einen weiteren Schritt zurück. Während Atlan Sturm zumindest in Heimspielen gegen Oberfeldgegner wie Graz oder Austria Wien Druck machen und Druck ausüben konnte, kamen die Stürmer bei den beiden 0:0-Unentschieden gegen Reid und BW Linz am Samstag nicht ganz zur Geltung.
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Abstimmungsprobleme
Eine Szene in der ersten Halbzeit, als Angelo Gettermeyer und Donis Avdijaj zum Abschluss aufstanden, war typisch für die Unsicherheit im Angriff der Wolfsburger. Die Passwege sind unkoordiniert, es fehlt das Durchsetzungsvermögen und sogar die klugen Ideen, die die Loventellers in den vergangenen Spielzeiten auszeichneten. Auch Spielmacher Dejan Džukic konnte im Moment keine entscheidende Wirkung entfalten und produzierte gegen Linz einige Fehlpässe, die den Schwung bremsten. Auch der Serbe war in den letzten Wochen vielen Experimenten ausgesetzt, musste in fast jedem Spiel eine andere Position einnehmen und verlor dadurch seinen gefährlichen Vorsprung. Auch Joker Marcus Pink blieb bei seinem ersten Auftritt seit vier Monaten ohne Wirkung, was aufgrund seiner schweren Verletzung verständlich ist.
Ein Lichtblick
Dass es uns dennoch gelungen ist, zwei Punkte zu holen, ist auch einem Mann zu verdanken. Torwart Nicolas Polster fand zu alter Stärke zurück und hielt mit gutem Stellungsspiel und sicherer Verteidigung den Spielstand zunichte. Auch die Verteidigung hatte während des Kampfes häufig Gelegenheit, schwierige Situationen zu meistern. Dennoch: Im zweiten Aufeinandertreffen mit den Blau-Weißen dürfte sich das Silberberger-System im Angriff endlich auszahlen, ansonsten könnte es im Abstiegskampf zur Überraschung für den WAC kommen.
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