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Aufregung um Rosenkranz: Ein Präsident und keine Erinnerung

    Aufregung um Rosenkranz: Ein Präsident und keine Erinnerung

    Er schrieb Artikel für „Ola“ und ist seit seiner Studienzeit Mitglied der ältesten Gemeinschaft Österreichs, die einst Juden ausdrücklich ausschloss: Die Tatsache, dass Walter Rosenkranz (FPÖ) seit Beginn seiner Zeit als Nationalratspräsident als unfähig galt, sich politischen Kräften wie den Grünen entgegenzustellen, und nichts hält den Schriftsteller an der zweithöchsten Position im Land. Verhalten, sondern vor allem auch die Nähe zum rechten Rand. Erst im März wurde sein ehemaliger Büroleiter Rene Shimanek endgültig wegen Rückkehr an den Arbeitsplatz verurteilt.

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    Wie kam es dazu?

    Sein Auftritt im Nationalrat war im Vergleich zu seinem emotional tobenden Vorgänger weitgehend tadellos, obwohl jüngst festgestellt wurde, dass er seiner eigenen FPÖ nicht viele dringende Ordnungsrufe schuldig war. Zudem erscheint seine Personalpolitik in der Parlamentsdirektion nun unklar. All dies entfacht die langjährige Debatte neu: Soll der Nationalratspräsident seines Amtes enthoben werden? Dies ist bislang in der Geschäftsordnung des Nationalrates gesetzlich nicht vorgesehen. Weder der Misstrauensantrag noch die Amtsenthebung des Bundespräsidenten oder die Amtsenthebung vor dem Verfassungsgericht sind geplant.

    Die Kritik wurde durch emotionale Debatten und überparteiliche Angriffe gegen die FPÖ bei der letzten Bundestagssitzung angeheizt, als bekannt wurde, dass ein damaliger Parlamentsmitarbeiter des FPÖ-Abgeordneten Michael Oberlechner zusammen mit anderen der Identitären Szene nahestehenden Personen Mitte Juni in Leoben einen Taxifahrer tätlich angegriffen hatte. Gleichzeitig wurde durch die parlamentarische Antwort an die Grünen bekannt, dass Walter Rosenkranz die Spitzenpositionen in der Parlamentsdirektion mit Mitgliedern der Bruderschaft besetzte.

    Hintergrund: Die Berufungskommission für die Nachfolge des bisherigen Parlamentarischen Geschäftsführers oblag allein Rosenkranz. Zum Vorsitzenden der Personalkommission ernannte Rosenkranz Andreas Reichhardt, einen ehemaligen Minister für Infrastruktur und Mitglied des Cimbria Academic Borderlands-Teams, der nach Ermittlungen der Grünen in den 1980er-Jahren an Wehrsportübungen beteiligt gewesen sein soll – ebenso wie Rosenkranz‘ mittlerweile verurteilter ehemaliger Büroleiter S. Am Ende sollte Reichhardt Roland Weinert, Mitglied der Suvia-Innsbruck-Bruderschaft und des Mittelschulvereins Heimdel Linz, zum neuen parlamentarischen Direktor wählen. Die Anfrage der Grünen legt nahe, dass Weinert auch Mitglied der Gotha-Libertas-Gemeinschaft und damit auch von Rosenkranz ist. Damit hätte Rosenkranz quasi seinen „Bundesbruder“ an die Spitze der Parlamentsdirektion gestellt.

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    Was sagt die FPÖ dazu?

    Die Grünen wollen nun dagegen stimmen und eine rechtliche Möglichkeit dazu schaffen. Bei seiner Wahl im Herbst 2024 stimmten sie gegen ihn. Bekanntlich erhielt Rosenkranz 43 Stimmen von anderen Parteien, höchstwahrscheinlich von der ÖVP. Doch nun sagt ÖVP-Klubobmann Ernst Gödl, er habe das Vertrauen in Rosenkranz verloren.

    Rosenkranzs eigene Partei setzte sich in der Vergangenheit stark für die Möglichkeit einer Wahl des Nationalratspräsidenten ein. Sie wollten eine Abstimmung mit „Lex Sobotka“, dem Vorgänger von Walter Rosenkranz, ermöglichen. Die FPÖ legte 2022 einen Vorschlag vor, in dem sie argumentierte, der Nationalratspräsident sei „moralisch verantwortlich“. Wolfgang Sobotka (ÖVP) habe dem Amt durch seinen „voreingenommenen Vorsitz“ im ÖVP-Korruptionsuntersuchungsausschuss und seine Aufdeckung der Aussagen des ehemaligen Generalsekretärs des Finanzministeriums, Thomas Schmid, „massiv geschadet“.

    Heute sehen wir die Dinge an der Spitze des Vereins anders. Auf Nachfrage im FPÖ-Klub sagte „die Presse“, man müsse in einer Demokratie „über alles diskutieren können“, „auch über die grundsätzliche Möglichkeit einer Abwahl. Wichtig sei aber, mit Augenmaß vorzugehen und das Amt von alltäglichen politischen Auseinandersetzungen fernzuhalten.“

    Der wesentliche Unterschied zur vorherigen Sobotka-Debatte besteht darin, dass sich die blaue Initiative gegen Sobotka richtete, da er sich trotz wiederholter Aufforderungen und Vorurteile weigerte, den Vorsitz im ÖVP-U-Ausschuss abzugeben. Im aktuellen Pilnesak-U-Komitee gibt es jedoch kein Problem mit dem Vorsitz von Rosenkranz. „Walter Rosenkranz schied auch dann aus dem Vorsitz aus, wenn er sich voreingenommen fühlte, etwa im Fall von Informanten im Raum Krems, die ihn persönlich als Kremser kannten.“ „Die massiven Vorwürfe gegen Sobotka“ „sind nicht vergleichbar mit der heutigen rein politisch motivierten Kampagne gegen die mittellose Regierung von Walter Rosenkranz.“

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    Was Rosenkranz dazu sagt

    Rosenkranz selbst zeigte sich zuletzt durchaus offen für die Debatte über die neuen Regeln. Der Rosenkranz steht für alles zur Verfügung, was mit Mehrheit oder Konsens im Präsidialrat beschlossen wird. Um die Abstimmung außerhalb des Amtes rechtlich zu ermöglichen, müsste die Nationalversammlung sowohl die Bundesverfassung als auch die Verfahrensregeln ändern. Verfassungsänderungen erfordern eine Zweidrittelmehrheit in der Nationalversammlung. Er sei „kein Diktator“, sagte Rosenkranz.

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